Werder Bremen gegen Hertha BSC Berlin: Rückrundenauftaktsieg!

Lars 4. Februar 2015 Keine Kommentare Drucken

Es war ein guter Start in die Rückrunde. Endlich mal wieder. Das erste Mal seit der Saison 2012/2011, genauer gesagt. Und die Hertha war ein dankbarer Gegner, was bei allem Lob der wirklich guten Leistung der Bremer auch nicht unerwähnt bleiben darf.

Die Aufstellung
Viktor Skripnik änderte seine Startaufstellung gegenüber dem letzten Spiel der Hinrunde auf vier Positionen. Wenig überraschend war die Rückkehr von Di Santo für Lorenzen, der sich zudem auch noch verletzt hatte, aber wohl auch sonst dem Argentinier hätte weichen müssen. Auch das Debüt des neuen Innenverteidigers , der anstelle von Lukimya startete, hatte sich vorab angedeutet.

Überraschender waren da schon die Hereinnahmen von Sternberg für Garcia und Öztunali für Fritz. Letzteres hatte sich – für mich zumindest – nicht angedeutet, kam es mir doch eher so vor, als ob unser Kapitän eine Art – Entschuldigung – „Seniorenschutz“ genießt. Skripnik erklärte dessen Nichtberücksichtigung damit, dass Fritz nicht mehr genug Kraft für drei Spiele in einer Woche habe. Wenn man sich die insgesamt recht offensive Aufstellung gegen die Hertha anguckt und die Aussage unseres Trainers von heute gehört hat, dass Fritz morgen gegen Hoffenheim auf jeden Fall von Anfang an auflaufen werde, ist das schon ein sinnvoller Wechsel gewesen. Gegen Hertha sollte es offensichtlich nach vorne gehen und da war es sinnvoller, auf Öztunali in Verbindung mit Bartels und Junuzovic zu setzen.

Den schlechten Eindruck, den Garcia während vieler Spiele der Hinrunde gemacht hat, konnte er in der Vorbereitung offensichtlich nicht wieder gerade rücken. Was mir an der Hereinnahme von Sternberg besonders gefällt: Skripnik setzt auf ihn, obwohl er bei seinem letzten Einsatz von Anfang an gegen Hannover eine sehr schwache Leistung zeigte und noch vor der Halbzeit raus musste. Bei manch anderem Spieler bedeutete so etwas auch schon mal das Ende der Chancen bei einem Trainer. Und Sternberg hat am Sonntag gut gespielt und seine Aufstellung gerechtfertigt. Die Wahrscheinlichkeit, dass er gegen Hoffenheim wieder aufläuft, ist recht hoch, denke ich.

Das Spiel
Werder spielte in der gewohnten Raute, die gegen den Ball immer wieder zu einem 4-3-3 wurde, in dem Öztunali den gegnerischen Torwart anging. Im Angriff zeigte sich die Mannschaft stark verbessert. Der Ball wurde aus der eigenen Hälfte nach vorne gespielt(!), meist gingen die Angriff dabei zunächst von Gálvez aus, doch im Laufe des Spiels übernahm auch der neue Vestergaard immer wieder den ersten Pass. Und auch Bargfrede schaltete sich immer wieder in den Spielaufbau ein.

Wo früher also gerne mal der weite Ball aus der eigenen Hälfte in Richtung eigene Stürmer gedroschen wurde, sah man jetzt  – ja, wirklich! – Passstaffetten. Zwar waren diese bis Ende der ersten Halbzeit dann oft wenig gefährlich und der Abschluss dann oftmals ein Fernschuss, da aber Hertha sehr ungefährlich blieb, hat Werder weiter geduldig und ansehnlich nach vorne gespielt, bis sich dann kurz vor Pause, nach guter Vorbereitung von Junuzovic und Gebre Selassie. endlich die Gelegenheit für Di Santo bot, mal wieder seinen Zauber am Ball zu zelebrieren.

Die Abwehr der Bremer stand sicher und wurde nur durch einige Berliner Konter geprüft, die allerdings so harmlos verpufften, dass die Viererkette kaum wirklich in Verlegenheit geriet. Bei Werder.tv wurde gesagt, dass die Berliner bislang diese Saison hinter Hoffenheim die meisten Tore nach Kontern erzielt hat. Am Sonntag war davon nichts zu sehen. So standen am Ende der ersten Halbzeit 65% Prozent Ballbesitz zu Buche, wahrscheinlich der höchste Wert, den Werder in dieser Saison erreicht hat. Berlin übernahm dafür den Part des unansehnlichen Spielaufbaus: Weite Bälle vom Torhüter oder Innenverteidigern nach vorne, die für Vestergaard und Gálvez wenig Probleme bedeuteten.

Die zweite Halbzeit war eigentlich noch einseitiger als die erste. Die Hertha konnte sich bis auf ein paar Ausnahmen nie wirklich befreien und wenn doch mal, dann nur weil Werder es zwischendurch etwas ruhiger angehen ließ. Wegen mir hätte man gerne noch was für ein bisschen besseres Torverhältnis tun können, aber bei einem 2:0 und dem Vorrücken von Platz 16 auf 12 möchte ich nicht weiter meckern.

Die Spieler
Neben Di Santo gefiel mir Vestergaard und Gebre Selassie am besten, qualitativ so richtig abgefallen ist allerdings niemand im Team. Das einzige, was diesmal nicht so richtig gut funktioniert, waren die Standards von Junuzovic. Gab es überhaupt eine gefährliche Szene nach einer Ecke oder einem Freistoß?

Noch möchte ich in die Lobeshymnen auf den dänischen Neuzugang aus Hoffenheim nicht mitmachen; dafür war Berlin wie gesagt zu harmlos. Nichtsdestotrotz wirkte Vestergaard sehr souverän, im Grunde wie ein Prödl in guter Form und mit besserem Spielaufbau und einem Ticken weniger Torgefährlichkeit. Wenn der Neue allerdings Ähnliches in den nächsten Spielen zeigt, wird Prödl es schwer haben, zurück in die Startelf zu kommen.

Das nächste Spiel
Hoffenheim wird ein größerer Brocken für die Bremer Defensive. Und das nicht nur, weil unsere Mannschaft in der Auswärtstabelle auf dem letzten Platz liegt. Wir können wohl davon ausgehen, dass die TSG etwas gefährlicher im Spiel nach vorne sein wird. Auf der anderen Seite wird Skripnik seine Elf mit Sicherheit sehr viel defensiver und kompakter aufstellen, sodass die Hoffenheimer hoffentlich nicht so viele Räume haben werden wie zeitweise die Hertha am Sonntag.

Übrigens: Beim letzten Auftaktsieg zur Rückrunde in der Saison 2010/2011 war Werder nach dem 18. Spieltag auf dem 13. Platz und dort waren sie auch am Ende dieser Saison. Und auch wenn das damals ein eher schlechtes Ergebnis war, könnte ich diese Saison mit einem zwölften Platz nach 34 Spieltagen sehr gut leben.

gar nichtnicht so gutdurchschnittlichguthervorragend (Stimmen: 0)
Loading...

Kommentar hinterlassen

Kommentar hier hinterlassen, Trackback auf Ihrer Seite einfügen oder Kommentare als RSS abonnieren.

Um zu Ihrem Kommentar automatisch ein Bild einzufügen, registrieren Sie sich bei Gravatar.