Hängen geblieben

Lars 26. März 2014 3 Kommentare Drucken

Etwas vernebelt ist meine Erinnerung an diese zweite Niederlage in Folge. Deswegen hier nur einige lose aneinandergereihte Gedankenfetzen, die hängen geblieben sind.

Standards
Können wir eigentlich. Und konnten wir auch in diesem Spiel. Eigentlich. Wenn da nicht die Tiefschlafphase vor dem 0:1 gewesen wäre. Schön war auch, wie wir doch tatsächlich einen Freistoß kurz vor dem 0:2 schnell ausgeführt haben. Weil wir diese Saison ja eher durch Kombinationen als mit der Brechstange zum Torerfolg gekommen sind. Kurze Zeit später fiel das zweite Tor. Was wäre gewesen wenn…

Und dann das 1:2. Wie oft würden in dieser Saison schon Aktionen von Prödl nach eigenen Ecken oder Freistößen abgepfiffen? Eigentlich ein Wunder, dass diesmal der Pfiff ausblieb. Und auch in der zweiten Halbzeit wurden wir fast nur durch Standards gefährlich. Wie gesagt: Das können wir. Und das sollten wir uns für den Rest der Saison bewahren. Es könnte noch sehr wichtig werden.

Hohe Bälle
Neben den Standards ist das unsere zweite Hauptwaffe Brechstange. Gegen Wolfsburg mit einem Naldo in der Abwehr ist sowas nur bedingt erfolgreich, um nicht zu sagen gar nicht. Ein anderes Problem war in diesem Spiel Petersen. Er zeigte mal wieder, dass der Ball leider nicht sein Freund ist und wohl auch nicht mehr wird. Das in Verbindung mit der Taktik der hohen Bälle…lassen wir das.


Eine Sache macht Werder derzeit meiner Meinung nach richtig gut: wie sie sich verhalten, wenn sie gefoult werden. Ich glaube nicht, dass es da eine Statistik gibt, aber ich habe das Gefühl, dass die Bremer Spieler nicht unbedingt zu denen gehören, die sich gerne einmal fallen lassen oder so tun, als ob jemand ihnen das halbe Bein abgekaut hat, während es in Wirklichkeit nur kleiner Schubser war. Luca Caldirola hat diese nicht vorhandene Statistik etwas zuungunsten Werders verändert, seine Schwalbe vor dem Kopfballtor von Prödl war schon sehr frech und irgendwie auch ein Armutszeugnis für den Schiedsrichter, der dort auf Foul entschied. Doch damit nicht genug: In der 37. Minute rutschte der Italiener gemeinsam mit Perisic in Richtung Ball. Perisic berührte Caldirola irgendwo am Bein. Caldirola begann auf einmal, sich zu wälzen und sein Gesicht zu halten. Und Perisic sah gelb. Wie gesagt, so etwas sieht man selten von Werder und so etwas möchte ich auch nicht sehen.

Einwürfe
Gehören die eigentlich auch zu den Standards? Wenn ja, müsste ich meine Aussage von oben revidieren. Ein kleiner Tipp an die zukünftigen Gegner von Werder: Wenn Ihr mal nicht weiter wisst, keiner Eurer Mitspieler freisteht, dann schießt den Ball einfach ins Aus. Die Wahrscheinlichkeit, dass ihr den Ball schnell wieder zurück habt, liegt bei etwa 100%. Und dann bietet sich Euch ja vielleicht eine bessere Ausgangssituation.


Entschuldigen Sie bitte, Herr Arnold, aber Ihr Tor mag ganz nett gewesen sein. Aber ich halte mich lieber an das Original. Und ja, ich weiß, lange her, irrelevant und so. Und trotzdem war das mein erster Gedanke, als ich dieses Tor gestern sah.


Apropos Arnold. Es war für mich eine der Szenen des Spiels: Nachdem Wolf mit dieser Riesnparade gegen Olic das 1:2 hält, kommt der Ball zu Arnold, der dann frei und unbedrängt abziehen kann. Und unbedrängt vor allem, weil Hunt nur locker leicht in seine Richtung trabt und offensichtlich nie gewillt war, ihn an irgendetwas zu hindern. Es war die 80. Minute, es stand nur 1:2 und Wolfsburg wirkte nicht sicher. Es wäre also noch etwas drin gewesen. Und eine der Szenen des Spiels war es deswegen, weil die Bremer insgesamt wieder mal nicht diese Konsequenz zeigten, die sie gegen Nürnberg, Frankfurt und Hamburg noch auszeichnete. Hunt zeigte insgesamt nicht sein bestes Spiel diese Saison, er war nicht so präsent wie sonst und auch nicht so engagiert. Und es fällt bei ihm eben mehr auf, weil er ansonsten immer zu den Besten bei uns gehört.

Hängen geblieben
Und nun? Anstatt des durchaus möglichen Befreiungsschlags in den letzten beiden Spielen, bleiben wir hängen im . Gerade gegen Wolfsburg wäre mehr drin gewesen mit etwas mehr Glück, Aufmerksamkeit und Können. Die VWler fand ich überraschend schwach. Besonders das hohe Pressing von Bremen, das die Freiburger noch einigermaßen locker umspielten, hat gegen Wolfsburg ganz gut geklappt.

Jetzt also Hannover, Schalke, Mainz, Hoffenheim, Bayern, Berlin und Leverkusen. Da kann man durchaus mal schlucken. Sechs Punkte in diesen sieben Spielen wären noch gut. Wie auch immer. Gegen wen auch immer. Lebenslang Grün-Weiß!

gar nichtnicht so gutdurchschnittlichguthervorragend (Stimmen: 0)
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3 Kommentare »

  • Jürgen Wieloch sagt:

    Dat war mal wieder ein Spiel zum Abgewöhnen. Da ich unseren SVW seit 35 Jahren – oft auch kritisch – begleite, darf ich mir hier das Urteil erlauben: Von zwei völlig indisponierten Mannschaften, deren einziges Bestreben es war, dem Gegner möglichst umgehend das Spielgerät zu überlassen, war der “ Radkappen “ – Verein aus Wolfsburg durch einige lichte Momente, die vielleicht nach Spielkultur aussahen, letztendlich die Elf mit dem konsequenteren Ausnutzen der Fehler des Gegners. Ich durfte mir am Dienstagabend das grausame Spiel bei den Sabbeltaschen von “ sky “ antun. Schwamm drüber und in Hannover 3 Punkte holen, denn die gehen auch seit Monaten an Krücken. Der Abstieg ist zwar keine Frage, aber mit solchen Leistungen werden wir in der kommenden Saison auch nicht aus dem unteren Tabellendrittel heraus kommen.
    Wie hat es der Entertainer Harald Schmidt zutreffend formuliert? “ Die Saison hat begonnen und 17 Vereine spielen gehen den Abstieg! Der droht vielleicht zwangsweise dem Abo-Meister wegen der Hoeneß – Finanzaffäre. Wenigsten ein Lichtblick!

    Mit grün-weißen Grüssen von der Elbe aus Dresden an die Weser

    Jürgen Wieloch

  • Lars (Autor) sagt:

    Für mich ist der Abstieg schon noch eine Frage, wenn ich ehrlich bin. Hannover wird wichtig.

  • SVW-Blogschau No. 8 | #hashtagmafia sagt:

    […] »Hängengeblieben« […]

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