Entwicklung in Sichtweite

Lars 6. März 2014 4 Kommentare Drucken

Dieser so überaus wichtige Sieg gegen Hamburg war das achte Spiel ohne Gegentor in dieser Saison. Es klingt vielleicht ein bisschen seltsam bei insgesamt 46 Gegentoren nach 23 Spieltagen, das macht aktuell Platz 4 in der Liga, – nur zweimal hatte Werder in den letzten zehn Jahren zu diesem Zeitpunkt mehr Gegentore: Vielleicht ist die Defensive wirklich der Bereich, an dem man die in letzter Zeit viel beschworene und genauso oft vermisste Entwicklung unter Dutt am ehesten erkennen kann.

Zumindest hat der aktuelle Trainer bewiesen, dass er fähig ist, die Defensive zu stabilisieren. Wenn er es denn will. Etwas mehr als die Hälfte der Tore hat Werder in den sieben Partien zwischen dem zehnten und 16. Spieltag bekommen, als Werders Trainer die defensive Grundausrichtung zugunsten einer offensiveren Spielweise  aufgab. In dieser Zeit hatte Werder immerhin zwölf der insgesamt 26 Tore geschossen. Die Tordifferenz, genauso wie die Punkteausbeute, war trotzdem natürlich eher desaströs.

„Wir waren die bissigere Mannschaft. Die Innenverteidiger haben das sehr gut gemacht. Wir standen defensiv sehr gut und haben wenig zugelassen.“

(Thomas Eichin)

Diesen Fehler hat Dutt mittlerweile wieder korrigiert. Auch danach gab es zwar Ausreißer, siehe zum Beispiel das Heimspiel gegen Dortmund. Viele dieser Tore gründeten sich vor allem auf individuelle Fehler und weniger auf taktische. weiß also offensichtlich, was zu tun ist, um das Scheunentor bei Werder zu schließen. Auch Thomas Schaaf hat, gerade in Krisenzeiten, natürlich nicht nur versucht, den Hurra-Fußball nach vorne einfach weiter spielen zu lassen, jedoch kann man wohl ohne allzu große Widersprüche hervorzurufen sagen, dass defensive Stabilität eher nicht zu Schaafs bevorzugten Wortkombinationen gehörte.

Gegen den HSV zeigte sich einmal mehr, dass Werder defensiv durchaus sicher stehen kann und kaum gute Chancen des Gegners zulässt. Und dabei stand im zum elften Mal in dieser Saison eine andere Abwehrreihe auf dem Platz. Spielerisch mag Hamburg theoretisch mehr zu können als Bremen derzeit, das hat auch Mirko Slomka in der Pressekonferenz nach dem Spiel angemerkt. Seine Hamburger haben ihr Spiel allerdings für mindestens 60 Minuten nicht aufziehen können. Und das lag an Trainer und Spielern in Bremen.

 

„Gerade nach dem letzten Spiel, was ja sehr unglücklich war, habe ich mir so Einiges vorgenommen: Im Zweikampf konsequent sein und einfachen Fußball spielen.“

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In diesem 100. Nordderby stand Assani Lukimya wohl am stärksten von allen Bremer Spielern unter Druck. Und seine Leistung, die er selbst im oben zitierten Satz am besten zusammenfasste, stand auch beispielhaft für das, was Werder insgesamt diese Saison zu leisten imstande ist, wenn sie denn konsequent in der Defensive sind und einfachen Fußball spielen. Das sieht nicht schön aus, führt aber höchstwahrscheinlich dazu, dass Werder die Klasse hält und Dutt und Eichin die Mannschaft in Ruhe weiterentwickeln können.

Die derzeitige Spielweise der langen Bällen aus der eigenen Abwehr heraus auf die beiden Stürmer Petersen und Di Santo hat sich gegen den HSV ausgezahlt, allerdings ist dies ja nicht unbedingt eine neue Maßnahme des Trainers als Reaktion auf die Hamburger Spielweise gewesen. Schon in den letzten Spielen hat Dutt so spielen lassen und es ist eher der spielerischen Schwäche im eigenen Team geschuldet.

Gegen Hamburg hat dies aber ohne Zweifel besser funktioniert als in den vorherigen Spielen. Und auch das Konterspiel wirkte auf mich besser als bislang, zumindest gab es die zwei guten Gelegenheiten von Junuzovic nach schnellem Spiel nach vorne . Gerade dieses Kontern bzw. das schnelle Umschalten wird in den nächsten Spielen diese Saison auf dem Weg zum Klassenerhalt noch wichtig sein und ich hoffe sehr, dass wir hier, zusätzlich zu der Entwicklung in der Defensive, einen weiteren Fortschritt sehen werden.

„Sicherlich denke ich, dass in den letzten drei Spielen nochmal eine Weiterentwicklung festzustellen ist, gegen Gladbach die zweite Halbzeit, in Unterzahl gegen Frankfurt und natürlich in diesem Derby war das nochmal eine ganz spezielle positive Mentalität. So will ich die Mannschaft sehen.“

(Robin Dutt)

Was können wir also nun für das Spiel gegen Nürnberg und darüber hinaus hoffen? Wir haben gestern den aktuellen Grünweiß-Stammtisch aufgenommen und waren eigentlich alle recht positiv gestimmt ob der derzeitigen Lage. Drei Spiele in Folge ohne Niederlage und mit nur einem Gegentor hört sich schon mal ganz gut an. Dieser Trend sollte gegen den Club nun anhalten und möglich ist das allemal. Die Abwehr muss allerdings ein weiteres Mal umgebaut werden aufgrund von Garcias Verletzung. Ansonsten würde es mich nicht wundern, wenn Dutt eine ähnliche Formation wie gegen den HSV auflaufen lässt:

Wolf
Ignjovski – Prödl – Lukimya – Caldirola
Bargfrede – Junuzovic – Hunt – Obraniak
Petersen – Di Santo

Wenn die Mannschaft dann die Entwicklung bestätigt, hinten sicher stehen und schnell nach vorne spielen, und darüber hinaus noch treffsicherer im Torabschluss wird, bin ich guter Dinge.

Auf geht’s Werder!

gar nichtnicht so gutdurchschnittlichguthervorragend (Stimmen: 0)
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4 Kommentare »

  • SVW-Blogschau Nr. 5 | #hashtagmafia sagt:

    […] Entwicklung in Sichtweite Lars, also ich, sieht den Beginn der lang vermissten Entwicklung unter Dutt. Und ich hoffe, dass ich das nach Nürnberg auch noch sagen kann. […]

  • Entwicklung bestätigt | Werderblog.net sagt:

    […] hatte in der vorigen Woche nach dem Nordderby geschrieben, dass so langsam die weithin vermisste Entwicklung unter Dutt erkennbar wird. Gegen […]

  • fotoshows.com.br sagt:

    fotoshows.com.br

    Entwicklung in Sichtweite | Werderblog.net

  • john lewis partnership card account sagt:

    john lewis partnership card account

    Entwicklung in Sichtweite | Werderblog.net

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