Können und Wollen

Lars 26. Februar 2014 Ein Kommentar Drucken

Diesmal möchte ich keinen ausführlichen machen, sondern nur einige Gedanken festhalten, die mir während des Spiels und in den Tagen danach aufgefallen sind, gerade auch im Hinblick auf die nächsten Spiele.

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Zunächst die (vordergründig) positiven Dinge:

Die Bremer Abwehr scheint sich tatsächlich stabilisiert zu haben im Vergleich zu der zweiten Hälfte der Hinrunde. In den letzten sechs Spielen hat Werder dreimal zu Null gespielt. Die Spiele gegen Dortmund und Augsburg sind da natürlich Ausreißer, aber auch erklärbar. Gegen Augsburg waren es in der zweiten Halbzeit zwei individuelle Fehler, die zu den Gegentreffern geführt haben. Den Rest dieser 45 Minuten sah es ähnlich aus wie gegen Frankfurt, die Abwehr stand eigentlich recht gut. Und Dortmund hat sich gegen uns zur Abwechslung (und im Gegensatz zum letzten Spiel gegen den ) angestrengt und es hat sich  einmal mehr gezeigt, wie weit weg Werder derzeit von der Spitze der Liga ist.

Und gegen Frankfurt? Die Hessen hatten am Ende 14 Ecken, 23 Flanken und 21 Torschüsse auf ihrem Konto und trotzdem stand die Bremer Abwehr auch in Unterzahl überwiegend sicher. Vor allem in der Mitte hatte die Abwehr größenteils die Oberhand. Und auch Wolf zeigt mittlerweile gute Leistungen und vereitelt teilweise hochkarätige Chancen. Glück gehört natürlich immer dazu, so wie etwa bei den beiden Chancen von Alexander Meier am Samstag. Vor allem Prödl gefiel mir in seiner Defensivleistung einmal mehr sehr gut. Über seinen Beitrag zum Aufbauspiel sollte man jedoch eher schweigen. Ignjovski möchte ich auch noch hervorheben. Seine Einstellung und sein Kampfeswille waren vorbildhaft und auch seine Zweikampf- und Passquote überdurchschnittlich.

So wie die Einstellung grundsätzlich in der Mannschaft stimmt. Auch von negativen Erlebnissen, wie diesmal der gelb-roten Karte gegen Kroos, ließen sich die Spieler in ihrer Grundausrichtung nicht beirren. Dutt hat also endgültig zu der Taktik zurückgefunden, wie er sie am Anfang der Saison spielen ließ. Und dies scheint derzeit richtig zu sein. Nur das Glück oder die Konsequenz im Torabschluss fehlt.

Ich war im Stadion in Frankfurt dabei und saß mit vielen anderen Grün-Weißen um mich herum genau richtig, nämlich direkt neben dem Gästebereich. Die Unterstützung der Fans auswärts ist schon großartig. Hinter mir saß ein Eintracht-Fan und meinte irgendwann, dass es sich eher wie ein Auswärtsspiel anfühle. Ich fühlte mich recht wohl, zumindest was die Atmosphäre anging.

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Und das wäre es dann leider schon mit dem Positiven: Die Defensive stand sicher und ließ nicht viel zu. Die Probleme werden zur Zeit sichtbar, wenn Werder den Ball erkämpft hat. Er war dann nämlich meist sofort wieder weg. Entweder gab es unkontrollierte Befreiungsschläge, die viel zu oft in die Mitte und direkt auf einen Frankfurter kamen. Oder eigentlich kontrolliert gemeinte Pässe auf einen Mitspieler erreichten diesen nicht. Und dies betraf mehr oder weniger die gesamte Mannschaft. Besonders vom defensiven Mittelfeld, wo der kontrollierte Spielaufbau doch beginnen sollte (von der Innenverteidigung möchte ich gar nicht sprechen), kam zu wenig. Makiadi fiel kaum positiv auf und auch Bargfrede konnte die Bälle kaum einmal länger als zwei Sekunden kontrollieren oder in den eigenen Reihen halten.

Und Obraniak reihte sich ebenso in die schwache Offensivleistung ein. Von ihm kamen kaum Impulse, vielleicht ist es auch noch zu früh und vielleicht fehlte ihm ein Mitspieler wie Hunt mit ähnlichen Qualitäten.

Wenn die restliche Saison also so aussehen wird, dass Werder sich stark auf die Defensive konzentriert, um dann vorne durch schnelle Gegenstöße einen Treffer erzielen zu wollen, kann man sich angesichts der ernüchternden Leistung bei Ballbesitz schon die Frage stellen, wie man mittelfristig Punkte einsammeln will. Ob zwölf torlose reichen werden für den Klassenerhalt? Standards wären eine weitere Möglichkeit, nur muss man diese erstmal bekommen und dann auch konsequenter nutzen.

Und apropos Abwehr: Ignjovski, Kroos und Caldirola werden gegen Hamburg fehlen. Dann könnte eine mögliche Abwehrreihe am Samstag also folgendermaßen aussehen: Fritz/Gebre Selassie – Prödl – Lukimya – Garcia. Das ruft bei mir jetzt nicht gerade Begeisterungsstürme hervor. Andererseits standen beim letzten Spiel gegen Hamburg ebenfalls Fritz und Lukimya in der Startelf, gemeinsam mit Caldirola und Garcia. Es ist immer noch alles möglich. Und trotz des letzten Erfolges vom HSV stehen sie immer noch hinter uns. Und das sollte doch bitte am Samstag um 17:15 Uhr immer noch so sein.

Ich möchte die zweite Halbzeit gegen Gladbach nicht ähnlich vor mir hertragen, wie das einige aus dem Verein oder andere Fans tun. Und dennoch haben die Spieler dort zumindest gezeigt, dass ein erfolgreicheres und sichereres Spiel nach vorne möglich ist. Gegen den HSV hoffe ich auch einen ähnlichen Effekt, denn dieses Spiel wird für alle Beteiligten besonders sein. Und wenn sie hinten irgendwie die individuellen Fehler vermeiden, ja dann…

Lebenslang grün-weiß!

gar nichtnicht so gutdurchschnittlichguthervorragend (Stimmen: 0)
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1 Kommentar »

  • SVW-Blogschau Nr. 4 | #hashtagmafia sagt:

    […] Können und Wollen Und zum Schluss noch der selbstreferenzielle Hinweis auf meinen eigenen Beitrag auf dem Werderblog. […]

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