Schlechtes und Gutes. Und Schlechtes.

Lars 9. Februar 2014 2 Kommentare Drucken

Wenn der Gegner zu Hause fünf Tore schießt, hilft es natürlich auch nicht viel, das Positive an einem solchen Spiel zu sehen. Und wieder einmal macht sich Frust breit auf den grün-weißen Facebook-Wänden, in den Tweets, Foren und Chat-Programmen. Wie in der letzten Woche möchte ich mit diesem Beitrag vor allem einen Blick aufs Spiel werfen.

Werder Spielbericht Heimspiel BVB 2

Die Aufstellung
Nach Garcias selbstverschuldetem Ausfall müsste sich Dutt für die Verteidigung etwas überlegen und er entschied sich für die überraschende Lösung, den bislang überzeugendsten Mannschaftsteil auseinander zu nehmen. Caldirola startete auf links hinten und dafür rückte Lukimya in die Innenverteidigung. Ich hätte gerne eine andere Lösung gesehen, aber ich bin ja schließlich auch nicht der Trainer. Und die Überlegung, ob mit Caldirola und Prödl die Tore auch so gefallen wären, lohnt nun nicht mehr wirklich und macht nur noch unzufriedener.

Das Kapitel Ignjovski und Werder dürfte mit dieser Entscheidung allerdings endgültig vorbei zu sein. Zumindest, wenn Robin Dutt bis Ende der Saison der Trainer bleibt. Als Aussenverteidiger bekommt er keine Chance, selbst wenn niemand sonst mehr da ist, der das spielen kann und im defensiven Mittelfeld ist die Konkurrenz mit Makiadi, Kroos, Junuzovic und Bargfrede zu groß.

Die restliche Aufstellung gefiel mir eigentlich recht gut. Mit Bargfrede und Juno auf der 6 und dann mit Hunt, Elia und Obraniak davor stand mehr spielerische Qualität auf dem Platz als am letzten Wochenende. Und zumindest im defensiven Mittelfeld schien Dutt seine Ansage in die Tat umzusetzen, dass nach Augsburg alles wieder auf Null gestellt werde und alle Spieler die gleichen Chancen auf die Startelf hätten.

Di Santo statt Petersen im Sturm war zwar ebenfalls eine Überraschung, ich war jedoch gespannt, wie er sich auf seiner angestammten Position schlagen würde, nachdem er in der Vergangenheit zu oft nicht auf dieser spielen konnte oder sollte.

Alles in allem konnte ich mich dieser Aufstellung ganz gut leben, auch wenn Lukimya mir viele Bauchschmerzen bereitete.

Das Spiel
Zunächst ein paar Zahlen:

Werder Spielbericht Heimspiel BVB

Ohne die letzte Zeile, zugegebenermaßen eine recht wichtige, sieht das eigentlich ganz gut aus, zumindest sehr viel besser als in den Spielen zuvor. Und es fing auch ganz gut an. Werder stand einigermaßen ordentlich in der Defensive, war recht aggressiv und engagiert in den Zweikämpfen und ließ den Ball ganz ansehnlich laufen. Und ja, ich weiß: „einigermaßen“, „recht“ und „ganz ansehnlich“ klingt jetzt nicht grad nach Zauberfußball, aber im Vergleich mit den Spielen gegen Braunschweig und vor allem Augsburg war ich mit der ersten Halbzeit zufrieden.

Wenn, und es gibt derzeit bei Werder leider viel zu oft ein solches „wenn“, diese Fehler nicht gewesen wären. In der 26. Minute ein Fehler auf der rechten Abwehrseite, nachdem der Ball eigentlich gewonnen wurde. Und in der 41. Minute kann Mkhitaryan einfach so durch den Bremer Strafraum dribbeln und das 2:0 machen. Damit war die eigentlich gute Leistung natürlich völlig egal. Dortmund spielte in diesen ersten 45 Minuten zwar wirklich keinen tollen Fußball, aber wenn sie etwas können, dann ist es die Fehler oder die Unachtsamkeit des Gegners auszunutzen und da hat Werder es ihnen zu leicht gemacht.

Als dann direkt nach Wiederanpfiff Bargfrede eine Ecke auf Friedrich verlängerte, der nur noch den Fuß hinhalten musste, war das Spiel gelaufen. Dortmund bekam viele Chancen auf weitere Tore und nutzte zwei davon. Auf der anderen Seite gab es auch immer wieder einmal Chancen für Werder, aber in dieser Saison haben wir leider (noch) nicht die wirklich torgefährlichen Spieler.

Ein kleiner Lichtblick (ich nehme ja, was ich kriegen kann) in der zweiten Halbzeit waren die beiden eingewechselten Kobylanski und Aycicek, die sehr engagiert waren und die ich gerne mal von Anfang an spielen sehen würde. Mit dem ersten Tor von Aycicek hat Werder dann noch zumindest das letzte Wort gehabt, wenn auch nicht das entscheidende.

Die Spieler
Schließlich noch ein paar Worte zu einigen Spielern:

Ludovic Obraniak: Es war ein guter Anfang von ihm und er hat nach vorne Einiges zeigen können und war auch kämpferisch recht gut dabei (mit 11,4 Kilometern lag er bei Werder auf dem dritten Platz). Am Ende hat er etwas abgebaut und auch einige Fehlpässe, aber ich denke, er bringt uns und vor allem unsere Offensive voran.

Franco Di Santo: Er ist zwar viel gerannt und gesprintet, aber war insgesamt doch recht ungefährlich. Als er sich in der 13. Minute leicht übermotiviert die gelbe Karte ergrätschte, dachte ich schon, dass wir bald den nächsten Argentinier mit Platzverweis bewundern dürfen, doch wenigstens das blieb uns erspart.

Eljero Elia: In den 55 Minuten, die er auf dem Platz stand, war er kaum zu sehen und ich denke, dass Kobylanski oder Aycicek sich einen Startelfeinsatz auf seine Kosten verdient hätten.

Assani Lukimya: Hinten hatte er die üblichen Aussetzer und Stellungsfehler, wenn es mir auch nicht ganz so schlimm vorkam, wie in der Hinrunde. Ein Lichtblick war sein wirklich großartiger Pass auf Petersen in der 64. Minute, der dann frei vor Weidenfeller vergab.

Raphael Wolf: In der zweiten Halbzeit hatte er ein paar ganz gute Paraden, ich bin mir aber nicht sicher, ob er bei den ersten beiden Tore nicht doch auch etwas unglücklich wirkte. Auf jeden Fall war es keine Leistung, die in Erinnerung bleibt. Seine Bilanz als Nummer 1 liegt nun bei 22 Toren in sieben Spielen bei zwei Partien ohne Gegentor.

Teufels Werk und Dutts Beitrag
Und was bleibt nun von diesem Spiel? Es war mal wieder eine Packung gegen eine Spitzenmannschaft, wie sie sich Werder mittlerweile fast regelmäßig abholt. Dutt hat diesmal nicht die Einstellung seiner Spieler kritisiert, sondern eher den Gegner groß geredet. Der Kicker spricht von Beschönigungen des Trainers.

Natürlich kann Dutt nicht viel für diese individuellen Fehler der Spieler. Auf der anderen Seite hat er es bislang nicht geschafft, diese Fehler abzustellen oder der Mannschaft insgesamt ein Vertrauen in die eigene Stärke einzuimpfen. Und so dümpelt Werder derzeit mit dem HSV und Stuttgart im Gleichschritt in Richtung Tabellenkeller und es wirkt so, als ob es nur der am Ende schafft, der sich am wenigstens dämlich anstellt. Keine schöne Aussicht für die restlichen Spiele.

Und doch bin ich nicht ganz so frustriert, wie es sich nach einer 1:5 Pleite in einem Heimspiel eigentlich gehört und das liest man vielleicht auch an diesem Beitrag. Ich habe Einiges an Positivem gesehen, das die Spieler jetzt nur noch behalten, während sie die negativen Dinge abstellen müssen. Ob das gelingt? Ob es unter Robin Dutt gelingt? Ich weiß es nicht. Ich hoffe nur.

Wie es sich für einen Fan gehört.

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2 Kommentare »

  • #Link11: Montag | Fokus Fussball sagt:

    […] “Man ist halt Fan”, ärgert man sich bei Vert-et-Blanc mit den Worten anderer. Das Werderblog versucht Gutes zu […]

  • Dabei sein ist alles. | #werder2013 sagt:

    […] dann wohl eher vorkam wie in einem besseren (oder schlechteren) Trainingsspiel, war nichts Neues. Werderblog.net hält hier eine ausführliche und versierte Zusammenfassung […]

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