Lehren ziehen

Lars 8. Dezember 2013 Ein Kommentar Drucken

Es ist ja nicht so, dass wir nicht schon andere Demütigungen mit und für unseren Verein erleben durften. Und einige sind gar nicht so lang her:

  • 23.2.2013: 1:6 bei den Bayern
  • 19.1.2013: 0:5 zu Hause gegen Dortmund

Da ist mir das eine Tor mehr oder weniger auch eher egal. Höchste Niederlage der Bundesligageschichte? Geschenkt. Diese Niederlage von gestern in Verbindung mit den anderen Pleiten gegen die derzeit besten Mannschaften in Deutschland zeigen nur, wie weit Werder 2013 entfernt ist von gutem Fußball.

Wenn ich das gestrige Spiel analysieren müsste, würden mir vielleicht einfallen:

  • dass Bremen in der ersten Halbzeit eigentlich gar nicht so schlecht war, wie das Endergebnis dann vermuten lässt.
  • dass Hunt eine wirklich gute Gelegenheit liegen gelassen hat vor dem ersten Tor der Bayern.
  • dass die Bayern im gesamten Spiel gnadenlos effektiv waren: zehn Schüsse auf das Bremer Tor machten sieben Tore.
  • dass Werder vor allem in der zweiten Halbzeit so was von vorgeführt wurde, dass es kaum zu ertragen war.
  • dass die Aufstellung mit zwei Stürmern, die Dutt wählte, vielleicht doch nicht so passend war.
  • dass neben der Aufstellung auch der Versuch, mit den Bayern mitzuspielen, nur in die Hose gehen konnte.
  • dass die erste Halbzeit von Werder vielleicht nur deshalb nicht ganz so schlimm aussah, weil Bayern noch nicht so richtig wollte.

„The secret of every triumph is the strength of your conviction !!!“

(Luca Caldirola)

Was mich am meisten störte an diesem Spiel war jedoch die Vorhersehbarkeit. Natürlich hatte niemand damit gerechnet, dass Werder auch nur einen Punkt holen würde. Bis auf die Spieler vielleicht, die im Internet und Medien vom Unmöglichen träumten. Dass es dann aber wirklich so kam, wie es kam, so völlig ohne Gegenwehr bis auf die ersten 20 Minuten, ist wirklich frustrierend. Dass eine Abwehr wie unsere gegen Ribéry, Müller, Götze und so weiter ihre Probleme bekommen würde, ist selbstverständlich. Und doch war das Spiel gegen diese Bayern sehr lehrreich. Es hat die Schwächen der Mannschaft in der Defensive allzu deutlich gemacht. Und zwar die Schwächen, die auch gegen andere Mannschaften zu Problemen führen, Mannschaften, die vielleicht eher unsere Kragenweite sind.

„Wir müssen das Spiel ganz, ganz schnell vergessen machen und nach dem Motto verfahren: Schnell den Mund abwischen und nach vorne gucken.“

(Thomas Eichin)

Und da stimme ich auch denen nicht zu, die dieses Spiel jetzt einfach nur abhaken und vergessen machen wollen. Natürlich: Die Spieler müssen sich jetzt schnell auf das nächste Spiel konzentrieren und versuchen, sich gegen Hertha wieder zu stabilisieren. Doch von und erwarte ich, dass sie ganz viele Lehren aus diesem Spiel ziehen und noch lange darüber nachdenken, was sich ändern muss.

Wenn es nach mir ginge: Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in der Innenverteidigung mit einem unerfahrenen Spieler aus der U23 schlechter laufen kann, als es derzeit mit Lukimya läuft. Und auch unserem Kapitän würde ich mal eine Pause gönnen, um über sich und seine Leistung nachzudenken. Auf anderen Positionen trifft der Trainer ja schließlich auch solche Entscheidungen. Garcia wirkte gestern auf seiner Seite zwar noch überforderter als Fritz. Beim Stichwort Dynamik und Schnelligkeit liegen allerdings insgesamt derzeit Welten zwischen den beiden.

Bremen braucht ganz schnell wieder mehr Stabilität in der Defensive. Sonst bringt es nichts, dass die Mannschaft wieder mehr eigene Tore schießt als zu Beginn der Saison. Zum Vergleich:

  • In den ersten sechs Spielen der Saison schoss Werder fünf Tore und bekam acht Gegentore
  • In den letzten sechs Spielen schoss Werder zehn Tore (also doppelt so viel) und bekam 22 Gegentore (fast dreimal so viel)
  • Ausbeute aus den Spieltagen 1 bis 6: Neun Punkte
  • Ausbeute aus den Spieltagen 10 bis 15: Vier Punkte

Es muss etwas geschehen.

gar nichtnicht so gutdurchschnittlichguthervorragend (Stimmen: 4, Durchschnitt: 4,75 von 5)
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1 Kommentar »

  • Fassungslos bei Werder Exil sagt:

    […] fehlen die Worte, da ist das Werderblog weiter, deshalb empfehle ich, dort zu […]

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