Vorbilder: Nils Petersen

Lars 9. April 2013 3 Kommentare Drucken

Auf dem Platz läuft es für derzeit wahrlich nicht gut. Seit 566 Minuten hat er kein Tor mehr geschossen. Das sind mehr als neun sechs Spiele. Seit sieben Spielen ist Werder ohne Sieg. Und wenn man sich an kaum etwas erfreuen kann, was auf dem Platz geschieht, guckt man eben daneben. Und da bin ich heute auf einen Kommentar von Nils Petersen auf gestoßen, den ich großartig fand und der es Wert ist, ihn auch hier im Blog zu verewigen. Petersen hat sich ja schon öfters mit seinen Aussagen wohl nicht nur in mein Werder-Herz gesprochen, so zum Beispiel als er sagte, dass er trotz Negativserie natürlich weiterhin bei Werder bleiben wolle: „Wenn man die Suppe mit eingebrockt hat, muss man sie auch auslöffeln.“

Nun hat er am Sonntag auf seiner Facebook-Seite einen Kommentar eines – wohlwollend gesagt – enttäuschten Fans bekommen und ich kann @GNetzer nur zustimmen, dass Petersens Kommentar darauf wirklich toll ist. Daher hier mal in voller Länge:

Respekt erstmal für Ihre 48 Jahre Fan-Treue.
Aber es heißt ja auch in guten wie in schlechten Zeiten.
Ich akzeptiere und respektiere Ihre . Dafür ist diese Seite ja auch da.
Und der Kritik stelle ich mich natürlich auch.
Ich selber bin natürlich auch alles andere als zufrieden.
Und eins können sie mir glauben. Kein Fan ist momentan mehr enttäuscht, als die Mannschaft selbst. Viele behaupten, uns gehe das nicht nahe. Die Identifikation fehle. Ich nenne das absoluter Schmarrn!
Wir stehen mit unserem Namen für diese Krise.
Wir sind die Hauptverantwortlichen. Wir werden ans Kreuz genagelt. Wir werden ausgepfiffen. Wir müssen uns anschreien lassen. Wir sitzen Zuhause und lesen unschöne Nachrichten. Wir machen die Zeitung auf und sehen uns auf Fotos neben der Negativ-Story. Und und und…
Wir sind Menschen und keine Maschinen. Würde uns die momentane Situation kalt lassen, würden wir doch nicht so verunsichert sein. Wir wissen um unsere Situation und finden diese selbst am besch….. Die Kritik ist auch vollkommen berechtigt.
Sie als Krankenschwester haben sicherlich viel Verantwortung und vor dieser Arbeit ziehe ich auch den Hut, aber eins können sie mir glauben und vielleicht haben sie das auch schon selbst mal erfahren: Wenn es beruflich nicht läuft, scheißt man auf’s Geld. Man ist unglücklich und enttäuscht. Man macht sich ständig Gedanken, wieso-weshalb-warum. Das Team und ich, wir geben alles dafür, endlich wieder Erfolg zu haben.
Zu meiner persönlichen Leistung sag ich jetzt nichts. Da gehen die Meinungen immer auseinander. Ich persönlich hoffe, dass die Saison erstmal mannschaftlich als auch persönlich noch ein schönes Ende nimmt.
In diesem Sinne hoffe ich, dass wir Sie im nächsten Spiel wieder zufrieden stimmen können.
Viele Grüße
Nils Petersen

Natürlich habe ich mich auch zuerst gefragt, ob Petersen selber diesen Kommentar geschrieben hat. Für mich sieht es doch stark nach seinem eigenen Worten aus und auf Twitter hatte dann ein Mitarbeiter von Bayern München bestätigt, dass Petersen auch schon bei den Bayern seine Social Media Accounts selber gepflegt hat.

Auch wenn die Kritikerin nicht wirklich auf diesen Kommentar reagierte und auf Nils Petersens Facebook-Seite fröhlich weiter stänkert, hat mich dieser Beitrag überzeugt und dass nicht nur, weil es bemerkenswert ist, dass Petersen überhaupt so ausführlich auf (unsachliche) Kritik reagiert. Ich denke, bei aller berechtigter Kritik sollten wir alle nicht vergessen, wer da auf dem Platz steht und dass diese Menschen im Werder-Trikot nicht mutwillig Dinge falsch machen.

gar nichtnicht so gutdurchschnittlichguthervorragend (Stimmen: 0)
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3 Kommentare »

  • BVB: Oh Mann, Mann, Mann, Mann, Mann, Mann, Mann, Mann… | Fokus Fussball sagt:

    […] Petersen antwortet einem kritischen Fan auf Facebook. Lars vom Werderblog findet dieses Verhalten […]

  • Tobias (Meine Saison) sagt:

    Erstaunlich gelassene und professionelle Reaktion vom Spieler, Respekt!

    Die „Torkrise“ ist aber auch eher eine Erfindung der Medien. 566 Minuten sind nach meiner Rechnung 6 Spiele, nicht 9. Gegen Freiburg hat er doch noch ein Doppelpack gemacht, oder? In der Hinrunde hat er auch mal 5 oder 6 Spiele am Stück nicht getroffen, das ist eher ein normaler Saisonverlauf für einen Stürmer, der 10-15 Tore pro Saison schießt.

  • Lars sagt:

    Wie bitte? Dauert ein Fußballspiel keine 60 Minuten…? Oh Mann, danke für die Korrektur.

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