Konzentration, Erfahrung und Qualität

Lars 24. Februar 2013 5 Kommentare Drucken

Es nervt. Es nervt, sich so ein Spiel ansehen zu müssen, das sowieso laut Aussagen von allen Seiten von Anfang an hoffnungslos war und das dann auch noch bestätigt zu sehen. Und was soll man nach einem 1:6 auch noch großartig schreiben?

Natürlich sind sechs Tore viel zu viel. Dass sie in drei Paketen zu jeweils drei bis fünf Minuten geliefert wurden, macht die Sache auch nicht besser. Es zeigt nur, dass die Bayern immer fähig waren, einfach(!) einen Gang zuzulegen, wenn sie mussten. Oder wenn sie Lust hatten. Und unsere Mannschaft war unfähig, das zu verhindern.

Zwischen diesen Doppelpacks sah es dennoch teilweise ganz gut aus, was Werder gezeigt hat und das muss man meiner Meinung nach auch unabhängig von der Frage sehen, ob dies nur der Fall war, weil die Bayern sch zwischenzeitlich ausgeruht hatten oder uns einfach haben machen lassen. Es bringt nichts, sich mit diesem Gegner vergleichen zu wollen.

Also das Positive:
Die ersten 20 Minuten konnte man den Plan sehen: hinten sicher stehen, den Bayern keinen Raum gewähren und bei Ballgewinn schnell nach vorne spielen. Das ist natürlich nichts wahnsinnig Innovatives, aber nichtsdestotrotz richtig. Und es hat einigermaßen funktioniert, bis sie dann doch mal zu weit aufgerückt waren und die Bayern sowohl ihre Stärken als auch unsere Schwächen offenbarten. Das zweite Tor war dann ein Standard, der natürlich immer passieren kann. Und der mir stark nach Abseits aussah.

Die beiden Tore direkt nach Wiederanpfiff geschahen aufgrund individueller Fehler oder kollektiver Bewusstlosigkeit. Die Reaktion danach gefiel mir allerdings gut. Natürlich war das Spiel allerspätestens in der 51. Minute gelaufen. Und dennoch hat unsere Mannschaft weiter gespielt, sie haben etwas versucht, haben ein Tor geschossen und weitere schießen wollen. Vor allem die Offenisven De Bruyne, Petersen und Arnautovic waren aufmerksam und aktiv.

etwa, der schon während des Spiels vor der Bank stand und unablässig den Kopf geschüttelt hatte, warf seinen „jungen Spielern“ vor, nicht über 90 Minuten die Konzentration halten zu können.“

Da kann man unserem Trainer nur zustimmen. Die fehlende Konzentration ist es gestern gewesen und war es vorher allzu oft, was uns über 90 Minuten fehlte. Ich möchte hier allerdings neben der richtigen Situationsbeschreibung endlich Lösungen sehen. Und das möglichst bald.

Bei einer anderen Sache kann ich ihm allerdings nicht zustimmen: Das Durchschnittsalter unserer vier Abwehrspieler lag in Halbzeit eins bei 25 Jahren, mit der Hereinnahme von Pavlovic in der zweiten Halbzeit sank die Erfahrung natürlich. An Pavlovic möchte ich allerdings rein gar nichts festmachen, dieses Spiel sollte er so schnell wie möglich abhaken und uns im nächsten Spiel zeigen, was er kann. Es ist aber eben nicht nur die fehlende Erfahrung der Spieler, es ist auch die fehlende Qualität einiger.

Werder kann nur wieder dauerhaft nach vorne kommen, wenn sich in der Abwehr etwas tut. Die Taktik von Schaaf empfinde ich dabei noch nicht einmal als das vordringlichste Problem. Es fehlen nur die richtigen Spieler dafür (und insofern ist es natürlich doch wieder Schaafs Problem, weil er entweder die falschen Spieler hat oder die falsche Taktik für die Spieler wählt).

„Wir werden, was Transfers angeht, nicht unbedingt noch einmal junge Spieler dazuholen“, sagte Schaaf am Sonntagabend im NDR-Sportclub: „Wir wollen schauen, dass wir auch Erfahrenheit dazugewinnen.“

Das lässt hoffen. Wie gesagt, Erfahrung ist sicher wichtig, gerade in der Abwehr. Jedoch braucht es auch die Qualität . Ich werde einfach mal den Namen Silvestre in die Runde. Hier hat Eichin nun eine große und wichtige Aufgabe vor sich. Ich wünsche ihm und uns allen ein gutes Händchen.

Äußerst bitter fand ich es, am Ende in die Gesichter von De Bruyne und Arnautovic zu gucken. Die waren fertig und genervt. Und der Verein hat gestern nicht viele Argumente dafür gesammelt, warum diese Spieler über diese Saison hinaus bleiben sollten.

Sechs Tage, vier Stunden und zwei Minuten. So lange dauert es zu diesem Zeitpunkt bis zum nächsten Spiel gegen Augsburg. Das ist jetzt alles, was zählt.

Lebenslang Grün-Weiß!

gar nichtnicht so gutdurchschnittlichguthervorragend (Stimmen: 0)
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5 Kommentare »

  • vert et blanc sagt:

    »Äußerst bitter fand ich es, am Ende in die Gesichter von De Bruyne und Arnautovic zu gucken. Die waren fertig und genervt. Und der Verein hat gestern nicht viele Argumente dafür gesammelt, warum diese Spieler über diese Saison hinaus bleiben sollten.«

    Ich bin mir nicht sicher, ob die Herren de Bruyne und Arnautovic den FCB als Maßstab anlegen werden.
    Grundsätzlich hast Du aber natürlich Recht und das stimmt nachdenklich…

  • Lars sagt:

    Sie legen die Bayern vielleicht nicht als Maßstab für Werder an. Sie selber wollen aber sicher in Zukunft in Mannschaften spielen, die gegen die Bayern nicht absolut chancenlos sind. Die Frage ist, wann….

  • Die Bundesligaschau für Montag, den 25.02.2013 | Fokus Fussball sagt:

    […] Werderblog ist genervt und fragt sich wann die Lösungen für die Bremer Defensivagonie […]

  • Erfahrung verhindert Tore… | Werderblog.net sagt:

    […] nicht konstant hochhalten kann und daher immer mal wieder unter die Räder kommt. Ich hatte in meinem Spielbericht zu Samstag geschrieben, dass ich bei der Abwehr, die auf dem Feld stand, eigentlich nicht die Unerfahrenheit als das […]

  • Manfred sagt:

    Bayern muss gestoppt werden. Die Bundesliga ist ja nahezu langweilig wenn die Bayern so weiter machen.

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