Kein schöner Start ins neue Jahr

Lars 21. Januar 2013 2 Kommentare Drucken

Was soll man als Fan nach einer 0:5 Heimniederlage noch großartig schreiben? Da hat es ein Taktikblog, das nüchtern als emotional Unbeteiligter die Spielweisen der beiden Gegner analysieren kann, doch um Einiges einfacher. Und normalerweise beruhigen mich die taktischen Auseinandersetzungen mit Bremer Niederlagen immer, weil unsere Spieler und ihr Trainer da selten schlecht wegkommen. Dieses Mal hat das nicht wirklich geklappt.

Bis zum vierten Tor dachte ich auch noch, dass das eigentlich gar nicht so richtig schlecht ist, was die Mannschaft da abliefert. Der Beginn war stark, allerdings hat dann ein leicht unkoordinierter Sokratis und einer der besten Fußballer unseres Landes Schaafs Plan zunichte gemacht. Doch auch danach war das zwar nicht eines der besseren Spiele von Werder, aber wie gesagt auch nicht so enttäuschend, wie wir es öfter schon erleiden mussten. Eben dem Tabellenplatz angemessen. Doch ein 0:5 tut richtig weh. Und da ist es auch egal, dass der amtierende Double-Gewinner auf der anderen Seite stand.

Dortmund war schon bemerkenswert effektiv. Erst der dritte Schuss aufs Tor, ein Kopfball von Hummels, ging nicht ins Tor. Und Werder? Eigentlich war es wie immer, wenn sie Probleme mit einem Spiel haben: Das offensive Mittelfeld konnte keine Akzente setzen und verlor im Aufbauspiel zu schnell den Ball. Die Defensive war immer für Aussetzer gut. Und dann geht es gegen eine Mannschaft wie Dortmund, die doch einigermaßen bekannt dafür ist, schnell umschalten zu können und Fehler der Gegner zu bestrafen, eben gerne mal 0:5 aus.

Ein Schlüssel der Niederlage, neben den vielen Fehlern im Spielaufbau und den Aussetzern in der Abwehr und der Qualität des Gegners und…, war sicher unsere rechte Seite. Arnautovic ist derzeit schon fast unverzichtbar für unser Spiel. Weil er fehlte, lief nach vorne viel über links, leider ist Elia, trotz guter Ansätze, nicht halb so wirkungsvoll wie der Österreicher.

Und Petersen auf rechtsaußen hatte einen schweren Stand. Wenn er denn mal gut in Szene gesetzt wurde und durchkam, merkte man, dass er eben kein Rechtsaußen ist. Er wusste dann nicht so richtig, ob er schießen oder passen sollte. Und in der Mitte fehlte er, um seine eigenen, nicht ankommenden Bälle zu verwerten. Beispielhaft war die Szene, als Petersen nach großartigem Pass aus dem Mittelfeld halbrechts durch war und dann irgendwas zwischen einem Schuss und einem Pass versuchte. Der Ball landete im Seitenaus und der völlig freie De Bruyne in der Mitte guckte bedröppelt. Hätten die beiden doch nur ihre Rollen tauschen können. Und auch wenn die heutige Taktik ähnlich wie beim Hinspiel war, wirkte De Bruyne auf mich gestern irgendwie verschenkt. Vielleicht war es aber auch einfach nur ein schlechter Tag.

Und Schaaf? Man kann ihm zu Gute halten, dass er etwas ausprobiert hat, nachdem Arnautovic gesperrt war. Es hat eben nicht geklappt und vielleicht war es auch zu gewagt, gegen eine Mannschaft wie Dortmund etwas einigermaßen Neues zu probieren. Gleichzeitig zeigte der Saisonauftakt, dass wir für unsere normale Spielweise diese Saison zu sehr von einigen wenigen Spielern abhängig sind. Zumindest auf Außen fehlen uns die Alternativen. Da beruhigt die mittlerweile große Auswahl in der Abwehr nur bedingt, vor allem wenn es so oder so immer wieder diese obligatorischen Aussetzer gibt. 34 Gegentore! Nur Hoffenheim und Hannover sind schlechter!!

Es war kein schöner Start ins Jahr und es erinnert natürlich fatal an einige andere Rückrunden, die schlecht begannen und nicht wirklich besser wurden. Dass Werder mit diesem Ergebnis nun endgültig zur grauen Maus mutierte, wie der Kicker schreibt, sehe ich nicht. Da reicht ein richtig schlechtes Ergebnis nicht aus. Ein weiteres schlechtes Ergebnis nächste Woche gegen Hamburg wäre allerdings ein Schritt in die falsche Richtung.

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