Ansagen nur teilweise bestätigt

Lars 29. Oktober 2012 Ein Kommentar Drucken

Der Start am Samstag war obligatorisch schnarchnasig, das frühe Gegentor insofern zwangsläufig und ich hatte schon die Befürchtung, dass wieder mal nach großen Ansagen überhebliches und uninspiriertes Rumgestochere folgen würde. Doch die Mannschaft hat ihr Spiel einigermaßen ruhig aufgezogen und ist nach 15 Minuten ins Rollen gekommen. Die Defensive blieb zwar nicht wirklich sicher, aber Fürth hatte kaum Gelegenheit, diese Unsicherheit für sich zu nutzen.

Nach vorne sah das wieder sehr gut aus. Angetrieben von Junuzovic, Hunt und De Bruyne wirbelte die Offensive die Fürther vorne mächtig herum, von links nach rechts und zurück, und es gab viele Möglichkeiten, dieses Spiel zu gewinnen. Neben den Chancen aus dem Spiel heraus gab es auch genug Standards, doch außer einem, berechtigt nicht gegebenen, Aufgestützten von Prödl kam auch bei diesen guten Gelegenheiten einmal mehr nichts bei rum.

Und leider gab’s dann eben nur ein Tor in dieser sehr starken Phase. Auch nach der Halbzeit ging es zunächst genau so weiter, bis dann in der 60. Minute der Bruch kam. Vielleicht war es die Großchance von zunächst Petersen und dann Arnautovic, die schon slapstickartig vergeben wurde und das Selbstbewusstsein erschütterte, vielleicht der eher defensive Wechsel bei Fürth, der bei diesen die Sicherheit im defensiven Mittelfeld brachte, oder vielleicht sind die Bremer einfach nach dem intensiven Spiel müde geworden.

Auf jeden Fall verschob sich das Spiel immer mehr in Richtung Mielitz und mein Unbehagen wuchs. Besonders im Aufbauspiel brachte Werder kaum noch etwas zu Stande und sowohl die langen Bälle aus der Abwehr ins Nirgendwo als auch die immer häufigeren Fehlpässe von Hunt und De Bryune machten mich wahnsinnig. Fürth merkte, dass Werder immer müder, hektischer und unkonzentrierter wurde und drängte auf das 2:1. Dass dies nicht fiel lag weniger an der Defensivleistung der Bremer als vielmehr am Fürther Unvermögen und an unserem Glück. Mielitz‘ „Abwehr“ in der 66. Minute war ein klarer Elfmeter.

Während des Spiels gab’s auf Twitter einige, mich eingeschlossen, die Schaafs Wechselverhalten, oder vielmehr seine Wechselunwilligkeit, nicht verstanden. Gerade im Mittelfeld hätte ich gerne viel früher einen Wechsel gesehen als erst in der 77. Minute. Vielleicht hätten Ekici, Ignjovski oder Bargfrede mehr Stabilität reingebracht.

Gottseidank waren die Fürther jedoch nicht gut genug und so zitterten wir das Unentschieden über die Bühne. Kurz nach dem Spiel war ich schon sehr verärgert, aber über den Sonntag hinweg hat sich das schon wieder etwas gelegt. Stephen hat auf unserer Facebook-Seite sehr richtig gesagt, dass dieses Spiel eigentlich prädestiniert für ein spätes Siegtor des Gegners gewesen wäre, weil wir normalerweise weiterhin kopflos nach vorne ins Verderben gerannt wären.

Nicht gewonnen hat Werder dieses Spiel wohl nicht wegen der Müdigkeit am Ende, sondern wegen der vergebenen Chancen zwischendrin. Wahrscheinlich wird beim Kicker mal wieder der gegnerische Torwart zum Spieler des Spiels ernannt werden. Und das nervt dann schon ein bisschen.

gar nichtnicht so gutdurchschnittlichguthervorragend (Stimmen: 0)
Loading...

1 Kommentar »

  • Die Blogschau für Montag, den 29.10.12 | Fokus Fussball sagt:

    […] Das Werderblog hadert aufgrund der vergebenen Chancen gegen Fürth. Nicht gewonnen hat Werder dieses Spiel wohl nicht wegen der Müdigkeit am Ende, sondern wegen der vergebenen Chancen zwischendrin. Wahrscheinlich wird beim Kicker mal wieder der gegnerische Torwart zum Spieler des Spiels ernannt werden. Und das nervt dann schon ein bisschen. […]

Kommentar hinterlassen

Kommentar hier hinterlassen, Trackback auf Ihrer Seite einfügen oder Kommentare als RSS abonnieren.

Um zu Ihrem Kommentar automatisch ein Bild einzufügen, registrieren Sie sich bei Gravatar.