Danke, Torsten.

Lars 20. Mai 2011 3 Kommentare Drucken

Wenn ich an in dieser Saison denke, dann denke ich an den 15. Januar 2011, ca. 17:20 Uhr. Bremen spielte gegen Hoffenheim, machte das Spiel, führte zunächst mit 1:0, versäumte es weitere Tore zu schießen und bekam dann folgerichtig in der Schlussphase das Gegentor. Eigentlich wäre es das gewesen für Werder, gerade in dieser Saison…wahrscheinlicher, noch das zweite Tor zu bekommen als irgendetwas anderes. Eigentlich.

Doch unser Kapitän wollte sich nicht mit dem einen Punkt abfinden. Und als es in der 92. Minute aus knapp 30 Metern einen letzten Freistoß gab, legte Marin für Frings auf und der knallte den Ball in die Maschen. Selten war das Weserstadion so laut wie in diesem Moment.

Dieses Tor symbolisierte alles, wofür Torsten Frings bei Werder stand: bedingungsloser Einsatz, niemals aufgeben, Verantwortung übernehmen. Und ich war wahrscheinlich nicht der Einzige, der geglaubt hat, dass auf diesen Sieg des Willens eine der unnachahmlichen Aufholjagden unserer Mannschaft beginnen sollte. Dass dies dann doch nicht eintrat, hatte wohl auch mit unserem Kapitän zu tun. Die Zeit, dass er seine Kollegen auf dem Platz mitreißt und voran schreitet, ist vielleicht vorbei. Frings war in dieser Saison, wie so viele andere Spieler, eher mit sich selber und seiner eigenen Leistung beschäftigt.

Ich bin mir auch nach drei Tagen jedoch immer noch nicht sicher, ob diese Entscheidung des Vereins die richtige war. Die Beweggründe von Allofs und Schaaf (so sie denn wirklich in dieser Sache einer Meinung waren), kann ich nachvollziehen. Sie scheinen nach dieser Saison nun wirklich einen Schnitt machen zu wollen, das zeigen auch andere Entscheidungen. Und vielleicht ging es einigen Profis bei uns wirklich zu gut und sie haben sich eingerichtet in diesem Verein und wurden zu wenig gefordert. Torsten Frings gehört allerdings nicht zu diesen Kuschelfußballern. Und vielleicht hätte er auch in der nächsten Saison den jungen Spielern, von denen neben Ekici wohl noch mehr kommen werden, noch viel mitgeben können.

Derzeit sieht es aber wohl so aus, als ob der Lutscher noch mal sein Glück woanders sucht, vielleicht auch im Ausland. Die Verantwortlichen haben sich vielleicht ein ähnliches Modell wie bei Baumann gewünscht. Nachdem Frings noch Anfang des Jahres von seinem Karriereende sprach, hat er es sich im Laufe der Rückrunde dann wieder anders überlegt.

Wie auch immer. Ich wünsche Dir für deine kurze Zukunft ohne Werder alles Gute, lieber Torsten. Komm dann bitte bald wieder zurück und zeig unseren Spielern, auf welche Ebene auch immer, was es heißt, für den eigenen Verein zu brennen und immer alles zu geben.

Vielen Dank für die elf Jahre, 326 Ligaspiele und 36 Tore.

Ich bin und bleibe ein Fan von Dir.

gar nichtnicht so gutdurchschnittlichguthervorragend (Stimmen: 0)
Loading...

3 Kommentare »

  • Karsten sagt:

    Unvergessen bleibt auch sein Tor im Eröffnungsspiel der WM 2006. Einfach ein Strahl. Ich denke den Ball wird er immer noch zuhause haben.

    Vielen Dank für eine schöne Zeit. Wir werden dich vermissen.

  • Ulfert sagt:

    Danke Thorsten und viel Glück/Erfolg bei der Entscheidungsfindung!

    Willkommen Mehmet :)

  • Ulfert sagt:

    öhm, ohne h :)

Kommentar hinterlassen

Kommentar hier hinterlassen, Trackback auf Ihrer Seite einfügen oder Kommentare als RSS abonnieren.

Um zu Ihrem Kommentar automatisch ein Bild einzufügen, registrieren Sie sich bei Gravatar.