Manchmal läuft es…

Patrick 16. Mai 2011 8 Kommentare Drucken

… und manchmal eben nicht. Im Fussball gibt es zuviele unberechenbare Faktoren, Dinge die sich nicht planen lassen. Seit Thomas Schaaf an der Weser als Cheftrainer zugange ist, haben wir Jahre erlebt um die uns viele beneiden.
Werder Bremen hat das geschafft, wovon die meisten Traditionsvereine – und die, die noch welche werden wollen – nur träumen können. Mit wenig Geld viel erreicht.
Diego, Özil, Mertesacker, Marin, Micoud, Klose, Naldo, Wiese. Das sind nur einige Spieler die unter anderem an der Weser gereift sind.

Wir haben jetzt Jahrelang in der Champions League gespielt – unvergessen die Spiele gegen Barcelona und Real Madrid. ‚Gescheitert‘ am dritten Platz mit den meisten Punkten. In allen anderen Gruppen und Jahren hätte das gelang für das Achtelfinale.
Juventus Turin – Tim Wiese mit einem seiner kurzen Aussetzer. So nah dran am Viertelfinale.

Europe League – Finale. Pokalsieger. Pokalfinalist. Deutscher Meister. Vizemeister. Champions League Quali.

Und viele stehen jetzt im und am Stadion und kriegen sich vor Kritik nicht mehr ein. Ein Stimmengewirr des Kurzgedachten. Thomas Schaaf erreiche die Spieler nicht mehr. Er stelle die Mannschaft nicht mehr gut auf. Er mache taktische Fehler.

Ich glaube, man wolle nicht mit ihm tauschen. Spieler zu einer ungeheuer guten Leistung zu bringen um sie dann gegen viel Geld ziehen lassen zu müssen. Was man ihm diese Saison vorwerfen könnte: Hunt! Na und?
Es hätte auch funktionieren können. Können. Risiken muss man eingehen – vor allem wenn man bei Werder Bremen arbeitet.

Er erreicht die Spieler nicht mehr. Na klar. Weiß man doch. Ihr Gedankenleser. Alles wird spekuliert, keiner weiß es. Wenn man sich allerdings bei Toren das Team und das Trainergespann anschaut, vermittelt das einem eher einen ungeheuren Zusammenhalt.

Nehmen wir das Spiel gegen Gladbach. Das Gegentor zum 1:1 in letzter Sekunde gefangen. Hätten wir das gewonnen und das Spiel gegen Lautern unentschieden gespielt, wir hätten an den internationalen Plätzen gekratzt. Was solls.
Hier sagt man: Das lebe is‘, wies lebe is‘.

Verkorkste Saison. Na und? Trainerwechsel. Ja, wie wäre es mit Dixie Dörner, Sidka oder Magath? Ach, war ja auch Scheisse. Stimmt. Und Stuttgart, Wolfsburg und Eintracht haben diese Personalrochaden unheimlich viel gebracht.

Wenn Wesley und Naldo diese Saison hätten durchspielen können, diese Verletztenliste mal wieder nicht so unglaublich lang gewesen wäre, dann, ja dann hätte man oben mitgespielt. Da bin ich mir fast sicher.

Fussball ist Fussball ist Fussball. Werder ist Werder. Wenig Geld, viel erreicht. Wunderschönen Fussball gespielt. Bis auf die letzte Saison. Vergessen wir das. Lasst uns neu anfangen, lasst und wieder freuen über Siege. Nicht das System Schaaf hat Schuld. Sondern wir mit überhobenen Erwartungen. Eine Saison wie diese, die ist es, wo Werder nach dem logischen System des Marktes hätte immer spielen müssen.

Nein, ein Trainer nutzt sich nicht ab. Nicht bei uns, wo eine Fluktuation der Spieler so hoch ist. Das kann nicht funktionieren. Wer des aktuellen Kaders hat denn schon über Jahre hinaus bei Werder gespielt und unter Schaaf trainiert?

Ich kann diesem Mann nur danken. Danke T. Schaaf, R. Wolters, K. Allofs und das ganze Team der Geschäftsstelle. Einmal Werder, immer Werder.

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8 Kommentare »

  • Kristijan sagt:

    Einer der besten Artikel, die hier je geschrieben wurden.

  • Der Gewinner sagt:

    Manchmal läuft es, manchmal nicht,
    Spieler kommen, Spieler gehen,
    und nächstes Jahr geht es von vorne los.
    Und eins bleibt immer bei mir:
    !!Fan des SV Werder Bremen!!

  • borttronic sagt:

    Mein Fazit dieser Saison ist fast schon Dankbarkeit. Dankbarkeit denken jetzt einige? Genau. Ich bin dankbar dafür, dass Werder mich mal wieder demütig gemacht hat – jetzt weiß ich wieder, was es heißt, zittern zu müssen, was es heißt, zu fürchten, dass der eigene Verein absteigt. Dankbar dafür, die letzten sieben Jahre nicht als Selbstverständlichkeit anzusehen. Dankbar dafür, die eigenen Ansprüche mal wieder auf Normalmaß zu schrauben.

    Mir hat das im Rückblick (auch, wenn es erst ein paar Tage her ist) echt gut getan.

    Und ich bin dankbar dafür, dass der Verein nicht den Kopf verloren hat und an Schaaf festgehalten hat, auch wenn ich zwischenzeitlich das Gefühl hatte, es geht nicht mehr. Dafür bin ich wirklich dankbar, dass Werder und Schaaf eine der wenigen Konstanten in der Liga sind.

  • Kai sagt:

    Das sind wahre Worte.

  • Ulfert sagt:

    Sehr schöner Artikel, auf den Punkt. ++

  • Nordlicht sagt:

    Ein sehr treffender Artikel.

    Habe gerade heute über Frank Arnesen, den neuen Hoffungsträger des HSV gelesen, wie wichtig für ihn im Fußballgeschäft die Kontinuität ist.

    Insofern ist bei Werder die Welt seit Jahren in Ordnung und die oben beschriebenen Erfolge dokumentieren dies auch eindrucksvoll. Die Verantwortlichen werden die Mannschaft jetzt umbauen und akribisch daran arbeiten wieder oben anzugreifen und wieder grün-weiß in die internationalen Ränge zu führen. Werder hat sich mit den international erzielten Ergebnissen in den letzten Jahren kräftig beim Punktesammeln für die UEFA-5-Jahres-Wertung beteiligt. Warum demnächst nicht wieder dort mit einen neuen Team dabei sein?

  • Riedknibbel sagt:

    Klasse Artikel.
    Habe mich in dieser Saison oft erwischt ungeduldig gewesen zu sein.
    Ganz knapp Liga 2 entgangen.
    Diese Saison wird es besser. Bestimmt.

    Lebenslang GRÜN-WEISS

  • lars sagt:

    Ich bin seit 30 jahren werderfan und denke, der club hat mit dem Duo Schaaf / Allofs seine beste Zeit. Nun kann ich überhaupt nicht verstehen wieso ein gewisser Herr Lemke, meint sich als Oberkürbis ausspielen zu müssen. Der kann sich doch nur auf Kosten anderer profilieren, sei es bei Werder ( ohne Rehagel wäre er keine drei Tage Manager gewesen) bei der UNO ( Lemke bekam den Job nur, weil die Regierung die Kosten, also sein Gehalt übernahmen) und zu dem SPD_Fils in Bremen mag ich nicht nicht äußern, da wird mir schlecht. Wie sagt man im Norden; der Fisch fängt beim Kopf an zu stinken…..

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