Alles richtig gemacht…fast.

Lars 5. Dezember 2010 15 Kommentare Drucken

Wenn der erste Elfer von Frings reingegangen wäre, hätte es den zweiten von Dzeko nicht gegeben…

Wenn Arnautovic mal lernen würde, vor dem Tor eiskalt zu sein…

Wenn Hunt wenigstens direkt vor dem Tor sein Phlegma mal ablegen würde…

Werder hat heute gegen den eigentlich alles richtig gemacht, wenn man die derzeitige Situation der Mannschaft bedenkt: Immer noch fehlen mit Pizarro und Naldo zwei der wichtigsten Spieler. Hinzu kommen ein Wesley, jetzt schon sehr wichtig für diese Mannschaft, und Almeida, der Torgarantie vom letzten Spieltag. Sechsmal hat Werder in den letzten zehn Spielen verloren und kein Tor in den letzten vier Auswärtsspielen geschossen. In der Tabelle ist Werder das Fleisch gewordene Mittelmaß.

Da ist es doch klar, dass die Mannschaft derzeit keinen Hurrafußball spielt. Und daher war es auch nur folgerichtig, dass die Bremer in der ersten Halbzeit gegen Wolfsburg – zwar derzeit noch schlechter als Werder, aber immerhin mit Dzeko und – abwartend spielen und sich zunächst auf die Defensive konzentrierten. So überließen unsere Jungs den Wolfsburgern das Mittelfeld in der ersten Halbzeit nahezu komplett  und machte eigentlich ganz gut was draus. Nur ganz vorne klappte es nicht. Zum einen, weil Dzeko einen sehr schlechten Tag hatte. Zum anderen, weil Merte einen sehr guten Tag erwischte, endlich mal wieder.

Nach vorne ging in der erste Hälfte  nicht viel bei Werder. Sie warteten auf Konter, hatten auch ein paar solcher Möglichkeiten, konnten jedoch nichts draus machen. Ein großes Problem war, dass wir keinen wirklichen Stürmer vorne drin hatten. Arnautovic wich oft auf die Flügel aus; und wer hätte dann  eventuelle Flanken verwerten können? Marin? Hunt? Eben.

In der zweiten Halbzeit wurde es nicht wirklich ein besseres Spiel. Jedoch wurde Bremen die bessere Mannschaft, vor allem weil Wolfsburg komplett das Spiel nach vorne einstellte. Einerseits unerklärlich, andererseits gar nicht mal so dumm, weil die Bremer dadurch mehr fürs Spiel machten und es damit mehr Platz für die Wolfsburger geben musste. Das war zwar so, aber sie machten nichts daraus.

Und Bremen? Zwar hatten sie mehr vom Spiel, aber nach vorne ging so gut wie nichts Zwingendes. Das kreative Element fehlte komplett; nichts war zu sehen vom Kurzpassspiel früherer Tage, oft wurden die Bälle stumpf nach vorne gedroschen, wo dann keiner war.

Und auf was kann man bauen, wenn im Spiel nach vorne kaum etwas läuft…? Richtig: Auf Standards. Sieben Ecken hatte Werder und ich weiß nicht wie viele Freistöße. Was hat die Mannschaft draus gemacht? Richtig: Nichts. Ist tatsächlich der Wechsel von Özil daran schuld, dass Sich die Torausbeute aus Standards so dramatisch verschlechtert hat? Es muss doch möglich sein, dass Marin oder Hunt das genauso gut hinbekommen…

Insgesamt war es also ein sehr schlechtes Bundesligaspiel von beiden Mannschaften, insofern eigentlich folgerichtig, dass es keinen Sieger gab. Und doch wäre die Taktik von Werder beinahe aufgegangen…wenn nur die drei oben geschriebenen Wenns nicht wären. Denn letztendlich hätte Werder den Sieg  wohl aufgrund der besseren Torchancen in der zweiten Hälfte verdient gehabt.

Was bleibt? Das zweite Spiel ohne Gegentor. Ist doch auch was und hoffen wir mal, dass eine Serie draus wird.

gar nichtnicht so gutdurchschnittlichguthervorragend (Stimmen: 0)
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15 Kommentare »

  • Pharmaberater sagt:

    Unglaublich wie leichtfertig Hunt die Großchance in der letzten Sekunde versemmelt hat. Mir fehlen dafür eigentlich die Worte. Arbeitsverweigerung wäre übertrieben, aber SO darf man einfach nicht schießen, wenn man ein Tor machen will.

  • Lars (Autor) sagt:

    Wobei ich Hunt absolut nicht als Sündenbock für den verpassten Sieg hinstellen möchte. In der defensiv ausgerichteten Spielweise von Werder trieb er den Ball bei Kontern oft schnell nach vorne und auch nach hinten arbeitete er eigentlich recht gut. Bei ihm klappen die wichtigen Dinge einfach nicht so, wie sie sollen.

    Es ist nur einfach insgesamt sehr ärgerlich, weil am Ende mehr drin war. Und nächste Woche in Dortmund wird es wohl ungleich schwerer mit einem Auswärtssieg…

  • Matthias sagt:

    Die Kreativität ist irgendwie völlig weg in letzter Zeit. Wann hat mal jemand einen Steilpass (oder tödlichen Pass) gespielt? Gegen Pauli hat man das mal gesehen, aber auch nur weil die Hamburger hinten nicht ihren besten Tag hatten. Ich versteh nicht das diese Kombinationen völlig weg sind. Das hat man früher von Werder doch ständig gesehen.

    Ist ja schön das es langsam wieder aufwärts geht. Ich frag mich aber was man mit der Mannschaft machen muss, damit man wieder an frühere Erfolge anknüpfen kann. Vermutlich fehlt uns einfach ein Micoud/Diego/Özil Ersatz. Hunt ist das nicht, weil er nur mal zeitweise ein paar gute Spiele zeigt. Marin ist es nicht, weil der den Kopf beim Dribbeln nicht nach oben nimmt. Wesley ist es auch nicht wirklich. Jensen und Borowski sind kilometerweit von dem entfernt, was sie mal konnten.
    Bremen hat jede Menge guter Spieler, aber es fehlt anscheinend einfach jemand mit kreativen Ideen beim Aufbauspiel, der auch mal sieht das jemand laufen kann und den Pass zu ihm spielt (und damit meine ich einen Pass der auch ankommt und nicht direkt hinter der Torauslinie landet ;) ).

  • Pharmaberater sagt:

    Hunt ist für mich auch nicht der Sündenbock von gestern. Aber WIE er die Chance versemmelt hat, war bezeichnend. Man kann ja scheitern, aber bitte nicht SO.

    Kann sich eigentlich noch jemand an eine gewinnbringende Ecke oder Freistoß erinnern? Da darf anscheinend auch jeder schießen, der möchte. Aber „Tricks“ oder einstudierte Varianten kann ich da in dieser Saison keine erkennen.

  • Lars sagt:

    Matthias, ich glaube die Kreativität kommt mit dem Selbstvertrauen wieder. Natürlich fehlt die kreative Kraft im zentralen Mittelfeld und weder Hunt noch Marin können diese Rolle füllen. Allerdings heißt das ja nicht, dass damit auch die kreative Spielweise grundsätzlich flöten gegangen ist. Wie heißt es so schön: Die Mannschaft muss derzeit über den Kampf zum Spiel finden. Insofern haben sie das gestern schon ganz richtig gemacht.

    Und Pharmaberater, das mit den Standards kann ich auch nicht verstehen. Aber da sind zum Beispiel die Bayern ja Insel selben erbärmlichen Situation. Wenn ich allerdings höre, dass Werder diese Saison noch kein Tor nach einer Ecke erzielt hat, wird mir ganz anders…

  • Der Gewinner sagt:

    Wieso immer Hunt?

    Arnautovic hatte die vile größere Chance. Und Marin hatte ihm den ersten tödlichen Pass seit langem gespielt.

    Dickes Lob an Diego Benaglio, der gegen Arnautovic irrsinning schnell herauskam. Bei Hunts Schuss kam noch ein Wolfsburger Bein in seine Nähe und wieder hat der TW eine starke Reaktion gezeigt.

    Es ist wie immer: Steht es 3-0 gehen beide rein. Bei 0-0- halt nicht. Ist momentan wohl so…

    Hoffe, es klappt nun nächste Woche in Dortmund.

  • Pharmaberater sagt:

    @Der Gewinner: Du fandest also der Schuss von Hunt in den Schlußsekunden war alleine wegen dem Törhüter und dem Wolfsburger Bein nicht im Tor? Die Schusstechnik und die Einstellung von Hunt waren völlig normal und torreif? Sehe ich völlig anders.

    Das Argument „nächstes mal klappt es hoffentlich wieder besser“ hören und lesen wir schon seit Wochen wenn nicht seit Monaten. Wenn man Standards nicht trainiert „bis zum Erbrechen“ und nichts einstudiert, dann wird sich daran auch nichts ändern.

  • Der Gewinner sagt:

    @Pharmaberater

    Nun denn. Ich schliesse mit dem Bashing einzelner nicht an.
    Aber klar ist: Hast du solch Chancen in den letzten 5 Minuten , musst du Gewinnen!

    Die Standards sind bei Werder seit Jahren unterdurchschnittlich. Diego chippte Ecken immer butterweich in des Torhüters Arme, bei Özil wurde es etwas besser und diese Saison wieder viel schlechter.
    Da gebe ich dir recht, nur was denkt TS sich bei der Strategie von Standards und wird es überhaupt trainiert oder regiert das Prinzip Zufall.
    Vollkommen richtig: Die Ausbeute ist trostlos. Und in der Vergangenheit liefen immer alle IVs nach vorne und hinten war das Scheunentor offen. Wenigstens hier gibt es etwas Besserung.

  • Lars (Autor) sagt:

    Der Gewinner, Guter Punkt, ich habe keine Statistik zur Hand, aber in Sachen Konter nach eigenen Ecken sind wir auf jeden Fall besser geworden. Frings und Fritz (?) bleiben immer schön weit hinten.
    Vielleicht die geringe Ausbeute nach eigenen Ecken auch daran, dass sich Merte und Prödl zu sehr darauf konzentrieren, schnell wieder zurück zu sein. Ach ja, woran es auch liegt: Naldo.

  • Ulfert sagt:

    Ich fand Jensens Pässe auch in letzter Zeit noch mit am sehenswertesten. Zugegeben, er hat nach hinten einige Fehler gemacht, aber das war in Spielen in denen alle Mist gebaut haben. Nach vorne hin war er imho derjenige der noch das größte Risiko eingegangen ist und somit auch mal nen Überraschungseffekt gesetzt hat. Im Moment spielen die meisten halt nur die sicheren Pässe (und nichtmal das klappt immer), da kann sowas wie Kreativität oder Überraschung nicht entstehen.

    Arnautovic ist als einzige Spitze ein wenig verschenkt, genauso wie Hugo imho auch. Die beiden brauchen jemanden auf gleicher Höhe der sie anspielt oder den sie anspielen können, der Gegenspieler auf sich zieht oder abstaubt. Das schaffen Hunt und Marin (wie oben erwähnt) nicht, da Marin an der Grundlinie zu selten (gut) flankt und Hunt garnicht erst bis zur Grundlinie läuft. Pizza fehlt, ich vermisse ihn so :'(

    Ach ja, ist eigentlich nur mir aufgefallen dass Hunt so oft über rechts kommt und Marin über links? Finde nur ich das seltsam, grade in Bezug auf „zur Grundlinie durchlaufen und flanken“?

  • Stephen sagt:

    Hmm, könnte man ja fast wieder einen Wikipedia-Eintrag zum Thema „Hunt-Bashing“ draus machen, lieber Pharmaberater. Wir halten fest: Frings verschießt auf jämmerliche Art einen Elfer, Arnautovic scheitert zum wiederholten Male frei vor dem Keeper (siehe Bayern-Pokalspiel) und natürlich zeigt Klein-Aaron die falsche Körperhaltung und Einstellung. Nicht, dass Hunts Schuß super war oder man den nicht mit mehr Bumms hätte drauf nageln können, aber es ist dann ja doch immer wieder entlarvend, dass nur auf ihn eingegangen wird.

    Am Ende ist der eine Punkt weder Fisch noch Fleisch und es überwiegt die Enttäuschung, dass man gegen solch schwache Golfsburger nicht doch den Lucky Punch am Ende setzen konnte. Und der Kommentator auf Sky (Michael Born) ging echt mal gar nicht. Der hat in der ersten halben Stunde fast ins Mikro gesabbert, sobald Diego, Diego, Diegooooo! am Ball war. Einfach nur erbärmlich.

  • Ulfert sagt:

    Diego stand imho nah vor einer gelb-roten Karte wegen Meckerns. In der zweiten Halbzeit hat er sich zusammen gerissen, dann aber auch spielerisch nix (dolles) mehr gezeigt.

    Ich hab Liga Total geguckt, das fand ich ganz ok mit dem Kommentar. Allerdings hab ich auch nicht immer zugehört, wohl das beste Rezept gegen Fußball-Kommentatoren *gg*

  • Stephen sagt:

    @Ulfert:

    Ja, der Born war total Diego-fixier. Man konnte förmlich spüren, wie er auf ein Tor/eine Vorlage von Diego gewartet hat, um sagen zu können „Ausgerechnet Diego!“.

  • Leuchtturm sagt:

    Habe gestern, ich glaube auf Sport1, eine Zusammenfassung des Schalke-Bayern Spiel gesehen. Darin hat der Kommentator auch gefühlte sechs mal in vier Minuten darauf angespielt, das Neuer ja möglicherweise gegen seinen neuen Verein spielt (also im Sommer zu den Bayern wechseln wird). So etwas kann dermaßen auf Nüsse gehen.

    Zu dem Hunt-Bashing mag ich mich ja eigentlich nicht mehr äußern.
    Meine Empfehlung ist: „Wenn Ihr Euch schon nicht selber mögt, dann lasst es nicht an AH aus, sondern macht etwas aus EUREM Leben!“

  • Lars (Autor) sagt:

    Der Sky-Kommentator hat am Samstag beim Werder-Spiel ungefähr siebenunddreißig Mal erwähnt, dass Dzeko wegen der aktuellen Wechselgerüchte ganz bestimmt mit dem Kopf woanders sei und deswegen nicht befreit und gut aufspielen könne…

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