Ein Schritt

Lars 5. Oktober 2010 5 Kommentare Drucken

„Wenn man in der 2. Halbzeit führt, dann wünscht man sich dieses Resultat auch als Endergebnis“

Als das Spiel zu Ende war, hatte ich zwar inhaltlich das selbe gedacht wie unser Trainer, allerdings hätte ich es etwas anders ausgedrückt. Im Großen und Ganzen können wir aber wohl mit dem Spiel und dem Ausgang zufrieden sein und die Mannschaft hat teilweise guten Fußball gespielt.

Doch ist zu großes Lob nicht angebracht, schon alleine deshalb, weil sich die Spieler ansonsten wieder auf den noch nicht verdienten Lorbeeren ausruhen könnten. Fangen wir also mit dem Negativen an:

– Die Statistik: Gegen Leverkusen nicht zu verlieren, ist nun wirklich keine Leistung. Zu gewinnen schon eher, guckt man sich die letzten Begegnungen in der Bundesliga an.

– Der Spielaufbau: Vorne haben wir teilweise schon richtig schöne und vor allem schnelle Kombinationen gesehen. Wenn der Ball denn mal nach vorne gekommen ist. Denn gegen Bayer habe ich, wenn auch auf anderem Niveau, Ähnliches gesehen wie gegen Inter: Es hapert im Spielaufbau von hinten. Oft wurden die Bälle von Bargfrede, Jensen oder Mertesacker wahllos nach vorne gedroschen, ohne dass sie einen Mitspieler erreicht hätten. Die beiden letzten Spiele haben gezeigt, dass uns ein Frings in der Form vom HSV-Spiel fehlt. Fast mehr als Pizarro derzeit. Von Naldo gar nicht zu sprechen.

– Die Gegentore: Wenig überraschend, dass die zum Negativen zählen. Ärgerlich waren sie nichtsdestotrotz. Natürlich stand die Abwehr beim ersten Tor sehr hoch. Allerdings wäre nichts passiert, wenn Pasanen aufgepasst hätte. Schwamm drüber, die Mannschaft kam ja zurück. Das zweite Gegentor war allerdings noch ärgerlicher. Nie im Leben durfte Derdiyok das Tor machen, gegen drei Bremer. Doch Merte zu hölzern, Jensen zu zögerlich und wer auch immer der Dritte war zu Was-auch-immer…

– Die Chancen: Und zwar sowohl die zugelassenen als auch die verpassten. Und was waren da für welche dabei!? Glück für uns, dass Leverkusen zu harmlos war und Pech, dass wir zu harmlos waren.

Und wenn ich noch zwei Spieler herauspicken dürfte:

– Silvestre: Dass er nicht der schnellste Mann der Welt ist, war Schaaf und Allofs wohl klar. Doch wann legt er eigentlich seine Nervosität ab? Und wo kommt die her bei einem Spieler mit einer solchen Erfahrung?

– Arnautovic: Am Sonntag lief nicht viel zusammen bei ihm. In der Sturmspitze scheint er allerdings auch verschenkt zu sein. Trotzdem wird er uns noch viel Freude machen.

Und um das Positive noch schnell abzuhandeln:

– Almeida: Was soll man sagen…? Wie immer grandioser Einsatz trotz 45 Minuten Bankdrücken. Grandioser Freistoß. Grandioses Zuspiel vor dem 2:1.

– Wesley: Er war zwar nicht der beste Spieler auf dem Platz und mir blieb nicht wirklich DER Moment von ihm in Erinnerung. Doch ist er ein Laufwunder und war sozusagen unser freier Mann überall. In der zweiten Halbzeit, als er dann auch auf der Position spielen durfte, wo er eigentlich auch in der ersten Halbzeit schon gespielt hat, wurde er auch effektiver.

– Die Abwehr: Auch wenn es zwei Gegentore gab und Leverkusen einige Hundertprozentige kläglich vergab, vor allem die Mitte gefiel mir gut, wenn es ums Abwehren ging. Wenn es um den Spielaufbau ging, nicht (siehe oben).

– Die Ausgangssituation: Nach sieben Spieltagen punktgleich mit den Bayern, nur drei Punkte hinter dem HSV (die man sowieso einholt) und vor Stuttgart und Schalke. Was will man mehr?

„Aber in der heutigen Besetzung ist das Resultat schon in Ordnung“

Recht hat unser Geschäftsführer.

gar nichtnicht so gutdurchschnittlichguthervorragend (Stimmen: 0)
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5 Kommentare »

  • borttronic sagt:

    Alles richtig erkannt – derjenige, der Derdiyok vor dem zweiten Tor mitbegleitet hat, war übrigens Pasanen.

    Ansonsten war Wesley für mich schon der Spieler des Spiels. Ein absolutes Laufwunder. Und jemand, der versucht, alles erst mal spielerisch zu lösen, auch wenn es nicht immer klappt. Was ihm fehlt, ist ein bisschen die Torgefahr, aber ich glaube, das kommt auch noch.

  • Bernhard sagt:

    Möchte dem vollkommen richtigen Text nur eines hinzufügen und ihm in einer Hinsicht widersprechen:
    Addiert: Verbietet Bargfrede bitte seine Torschußversuche. Seine Pässe sind selbst im Moment, wo er arg von der Rolle scheint, um Klassen besser.
    Widerspruch: Das 2:2 von Derdiyok war einfach Weltklasse. Selbst in der Zeitlupe fräst er sich blitzschnell durch die drei Werderaner durch. Es gibt Tore, die sind einfach nicht zu verhindern. Der Fehler passierte eher im Mittelfeld, und in der Tatssache, daß der Schweizer den Ball zu frei annehmen konnte. Danach wären auch Beckenbauer, Terrier Vogts und Katsche Schwarzenbeck gemeinsam nicht mehr rangekommen.

  • vicco47 sagt:

    Geduld ist jetzt das A und O.Klar ist das manchmal erschreckend Schwach.Platz 10 wuerde mich jetzt aber nun nicht wirklich madig machen.

  • Ulfert sagt:

    Ich glaube diese Saison eher an Dortmund als Meister als an Bayern. Wie die spielen begeistert mich gradezu – ich hab manchmal den Eindruck ich gucke einem Bienenschwarm zu (und das liegt nicht nur an den Trikots). Die haben mich bisher sowohl im Europapokal überzeugt als auch in der Liga. Einsatz, Laufarbeit, Zusammenspiel, Technik, Abschluss, Selbstvertrauen – all das passt bei denen grade. Der Vergleich mit Bayern, Hamburch, Schalke und Stuttgart bringt uns daher leider auch nicht nach vorne.

    Bei Werder würde ich gerne die Leistungen von Merte etwas mehr gewürdigt sehen. Was er an Pässen abfängt ist der Hammer. Beim 2:2 sieht er tatsächlich dämlich aus, aber die Körpertäuschung von Derdiok ist grandios, und der sucht sich halt auch genau die Lücke wo keiner der drei Bremer steht. Super Tor, keine Frage, und an der Stelle kaum zu verhindern denke ich.

  • Conti sagt:

    Der BVB spielt allerdings EL – und wir wissen aus eigener Erfahrung, dass das (im letzten Saisondrittel) Gift ist für die BL. Diese Donnerstagsspiele scheinen die wenigsten Spieler zu verkraften, wenn es Samstag wieder auf den Platz geht. Manchmal hilft ein Pasching doch weiter als man denkt.

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