Der Unterschied

Bernhard 25. September 2010 11 Kommentare Drucken

Niemand hat erwarten können, daß die Mannschaft von der ersten Sekunde an den HSV überrollt. Niemand hat es erlebt. Zu groß war die Verunsicherung nach den zwei letzten Katastrophenleistungen. Jeder hat aber einen anderen Willen, eine andere Haltung erwarten dürfen. Von der ersten Sekunde an. Und jeder hat es erlebt.

Der Unterschied war ein entschlossener Kampfgeist. Gewonnene Zweikämpfe und erhöhte Konzentration gehen meist miteinander Hand in Hand. Der Spielverlauf, einmal anders geschildert, verdeutlicht dies:

7.(?) Minute: Merte macht deutlich, daß er sich nicht zu schade ist, seinen angebrochenen Schädel hinzuhalten.

15. Frings zapft einem Gegner den Ball vom Fuß, mitten in dessen Angriffslauf hinein. Paßt sofort nach vorne, Gegenangriff eingeleitet.

19. Wesley ersprintet vorne rechts noch einen Ball, erste Ecke des Spiels, für Bremen.

23. Frings bremst Elias‘ Lauf durch drei Bremer hindurch mit einem kompromißlosen Ballstehlen, leitet sofortigen Gegenangriff ein.

27. Marin ist nicht zu bremsen, wird von Mathijsen elfmeterverdächtig angegangen und von Rost mit beiden Beinen elfmeter- und kartenreif gefällt. Werder läßt sich von grobem SR-Fehler nicht aus der Bahn bringen.

35. Frings hilft Pizarro, der durch einen Fehler gerade den Ball vertändelt hat aus. Gegenangriff eingeleitet.

36. Frings tackelt Rincon. Sauber. Sofortiger Gegnangriff.

42. Fritz muß raus, Bargfrede darf rein, Wesley übernimmt…wiebitte?…tatsächlich…übernimmt den RV-Posten. Richtig, LV hat er bei Santos ja schon gegeben. Macht bei dem ja wohl keinen Unterschied.

Pause. Achja, Werder führt 2:0. Warum, sieht man an den genannten Aktionen, die in den beiden Spielen zuvor praktisch nicht stattgefunden haben. Rost wechselt von Hellblau zu Rot. Scheint dem HSV zu helfen.

47. Wiese muß das erste (!) Mal richtig eingreifen, und tut dies meisterlich.

66. (Man beachte den Zeitsprung!) Almeida schickt Pizarro, der sich erst in Fünfmeterraumnähe geblockt sieht.

71. Marin dreht wieder auf. Prüft Rost.

73. Merte setzt immer noch seinen Schädel ein.

75. Pizarro sorgt erneut für Gefahr, scheitert aber abermals am 134. Rekordtreffer.

77. Wesley gibt einen kaum überwindlichen RV, taucht jetzt auch wieder vorne mit auf.

81. Jensen kommt für Hunt.

85. Joker Jensen brettert fair in Trochowski hinein, leitet sofort einen Gegenangriff über Wesley ein.

88. Merte haut VantheMan den Ball vom einschußbereiten Fuß, Wiese tötet die anschließende Ecke mit Glanztat.

90. Nochmal Wiese.

92. Bargfrede rettet in höchster Not. Wieder Ecke, Rost kommt, kann sogar eine Kopfballverlängerung anbringen. Werder kontert mustergültig über Dauerläufer Wesley und Torwunder Almeida. Endstand 4:2

Reif gibt das Endergebnis als 2:0 aus, die DFL als 3:2.

Werder hat sich durch eine couragierte Leistung die HZ-Führung verdient, dann durch Larifari „Das-verwalten-wir-schon“ Gespiele um den Lohn gebracht, bevor der etwas größere Wille vor beiden Toren doch noch den Sieg brachte. Von der Grundeinstellung her ist da schon vieles richtig, Inter wird uns nicht abschießen. Ob es ein Punkt wird, warten wir es ab!

Ansonsten muß ich Wesley vor mir in Schutz nehmen. Hatte ich ihm noch vor einpaar Tagen die nötige BL-Härte abgesprochen, muß ich mich jetzt (sehr gerne sogar) korrigieren. Seine aktive Härte paßt, so bissig wollen wir gerne alle Spieler sehen, und seine passive Härte ließ sich kaum beurteilen, denn diesmal spielte er entweder sofort ab oder machte sich rasend schnell auf den Weg nach vorne oder schlug genügend Haken, um dann in Ruhe den Ball (nicht immer fehlerfrei) weiterzuleiten. Wären da nicht Frings und Almeida, wäre er der eindeutige Spieler des Spiels gewesen.

Endlich wieder Lust auf ein Werderspiel. Enttäuscht uns nicht, Jungs!

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11 Kommentare »

  • Lars sagt:

    Almeida wird am Montag vom Kicker zum Spieler des Spiels ernannt. Der wahre Spieler des Spiels war allerdings Frings. Ein grandioses Spiel unseres Kapitäns, der den Worten hat Taten folgen lassen.

    Mehr von mir dann morgen…

  • Joern sagt:

    „Endstand 4:2“ verstehe ich nicht, denn das war eben leider schon klar Abseits.
    Hatte ich am Anfang allerdings auch nicht gedacht, bin bisher immer davon ausgegangen, dass EIN Gegenspieler reicht, der im Moment der Ballabgabe näher zur Torlinie steht. Dem ist aber nicht so, es müssen zwei sein (siehe z.B. Wikipedia).
    Daher war der Konter also leider nicht „mustergültig“

  • Stefan sagt:

    War kein Abseits, Hugo steht beim Pass nicht vor’m Ball. Allerdings knapp und Gott sei Dank im Nachhinein auch völlig egal :-)

  • cons sagt:

    ich dachte das bezieht sich auf den nicht gegebenen elfmeter

  • Joern sagt:

    Ich habe Hugo vor dem Ball gesehen – aber eben Anfangs gedacht dass ein Gegenspieler reichen würde.

  • Rune 77 sagt:

    Ob jetzt 4:2 oder 3:2 ist mir da echt Schnuppe. Die Anwedenheit von Piza und Merte hat sich vorbildlich ausgewirkt und der Spieler Wesley schein sehr vielseitig einsetzbar zu sein. Das ist alles positiv zu vermerken. Auch unser dauerverletzter Däne schaltet sich wieder positiv ein und boro blieb draussen. Alles gut!!

    Das Werder rumgegurke nach dem 2:0 wird mir immer unverständlich bleiben. Das wir keinen Catenaccio spielen können oder ein Ergebnis auch nur halbwehs verwalten können, sollte nach so vielen Jahren auch dem letzten Werderaner klar sein. Umso unverständlicher wird mir diese larifari Haltung Jahr für Jahr. Und da kann der Allofs noch so drüberhinweglächeln im Doppelpass. Problematischerweise kokettiert man inzwischen mit dieser (Un-)Spielweise. Anstregend dieser Verein….

  • Bernhard (Autor) sagt:

    @ 4:2-Problematik: Hugo war allenfalls gleiche Höhe mit – äh, Wesley? – als der Paß kam. Und es wäre halt ein herrlicher Schlußpunkt gewesen. Und ein Dreier von Hugo! Natürlich bin ich aber erstmal froh über die 3 Punkte.
    Jetzt zwei satte Unentschieden, dann können wir wieder ernsthaft an Siege(sserien) denken.
    Achja, mit „satt“ meine ich, daß wir mit den Leistungen unserer Truppe zufrieden sein können.
    Gegner? Auswärts Inter, auswärts Bayer.
    Es besteht übrigens durchaus Hoffnung, denn die einzigen Spiele, die ich nicht „live“ (also am TV) gesehen habe, waren Hoff-WB 4:1, WB-M05 0:2 und 96-WB 4:1. Den Rest hat Werder, zumindest mit Ausnahme des 2:2 gg Tottenham, gefühlt gewonnen :)

  • Ulfert sagt:

    Hugo war imho klar vor Wesley beim Pass, aber das ist tatsächlich total wurscht: Wichtig ist die Position zum Ball:

    „Ein Spieler befindet sich in einer Abseitsstellung,

    * wenn er der gegnerischen Torlinie näher ist als der Ball und der vorletzte Gegen-
    spieler.“

    (http://www.dfb.de/fileadmin/user_upload/2010/07/Fussballregeln_2010_2011.pdf Seite 72)

    Leider haben das einige TV-Kommentatoren auch nicht auf die Reihe bekommen, wobei ich die Stilblüte „Der Ball hätte nach hinten gespielt werden müssen“ noch am komischsten fand (ich glaube das war vom DSF).

    Meiner Meinung nach war Hugo im Moment des Passes auf gleicher Höhe mit dem Ball, also nicht im Abseits. Da das aber sehr schwierig für den Linienrichter zu erkennen war (der Ball war sehr nah an ihm dran, Hugo weit weg, und daher bestimmt nicht beides gleichzeitig in seinem Blickfeld) mag ich ihm keinen Vorwurf machen.

    Aber immer wieder schön über eine dermaßen kurze Regel zu schnacken. Es gibt immerhin eine Definition, 3 Ausnahmen, sowie 3 Arten des Vergehens und auch davon 3 Ausnahmen. Insgesamt weniger als eine Din A4-Seite, aber Diskussionsstoff für Generationen :)

  • Werder Bremen: Wie soll das gutgehen gegen Inter Mailand? | deinfussball.de sagt:

    […] gibt Spiele, die kann man schon vorher abschenken. Werder Bremen steht vor genau solch einem Match. Gegner in der Champions League ist der Titelverteidiger Inter […]

  • theollione sagt:

    Almeida war wohl auch eine halbe Kniespitze vor dem Ball, aber im Grunde ist es auch völlig egal. Wichtig sind erstmal die drei Punkte damit man nicht gleich völlig unten drin steht.

  • Es reicht wohl nicht | Werderblog.net sagt:

    […] was ich zuvor in einer Spielbeschreibung anderer Art und Ereignisse loben und auflisten konnte, fand diesmal […]

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