Gegen Hamburg

Lars 24. September 2010 8 Kommentare Drucken

Sind wir also schon wieder so weit. Ich hätte wirklich gedacht, dass die nächste nach dem Katastrophenstart zu Beginn der letzten Rückrunde länger auf sich warten lässt.

Und was ist jetzt zu tun…?

Durchhalteparolen? Taktikumstellung? Özil hinterhertrauern? Die letzten Jahre mal wieder in Grund und Boden verdammen? Mal wieder Schaaf und Allofs in Frage stellen? Wenn man sich so in Blogs und auf Twitter umsieht, ist von allem etwas dabei. Ich war bei beiden Niederlagen zuletzt seltsam ruhig (Frau und Sohn können das bestätigen…). Zum einen sind solche Spiele ja nun nicht völlig neu und außerdem sind wir ja keine Erfolgsfans…und noch habe ich Geduld, sowohl mit den Neuen als auch mit der Formsuche der Alten (Hunt, , …); lange wird diese Ruhe jedoch nicht mehr anhalten können.

Vielleicht sollten wir zuerst mal nach den Ursachen für die Misere der bisherigen Saison fragen. Richtig überzeugend war nämlich kein Spiel bislang, vielleicht mit Ausnahme des Bayernspiels; diesem fehlte jedoch ein Tor für uns, um richtig überzeugend zu sein. Eine sehr gute Diskussion darum hat sich ja schon zum letzten Beitrag hier entwickelt und dem möchte ich eigentlich nicht viel mehr hinzufügen. Vielleicht noch das Bremen-spezifische an den letzten Ergebnissen. Gegen die Bayern ging es von Anfang an mit der Konzentration und der Motivation. Gegen Hannover und gegen Mainz haben sich die Spieler anscheinend zu sehr auf die Statistiken verlassen. In der Champions League gibt es den üblichen Werder-Wahnsinn mit den Kraftakten, weil es eben die Champions League ist. Das ist es auch, was mich für das Spiel morgen hoffen lässt. Gegen den weiß jeder, worum es geht.

Unser Kapitän hat ebenfalls seine Meinung zu den Ursachen:

„Ich habe das Gefühl, dass sich einige Spieler derzeit selbst zu wichtig nehmen und sich nicht in letzter Konsequenz für die Mannschaft einsetzen“

und

„Natürlich werde ich mit den Kollegen reden, aber ich kann ihnen das Spielen und Kämpfen nicht abnehmen. Das muss jeder Einzelne selber wollen. So lange das nicht der Fall ist, kann man noch so viel reden.“

In einem stimme ich Frings auf jeden Fall zu. Es kann natürlich nur über den Kampf gehen, gerade gegen die Hamburger. Die werden nämlich versuchen, uns von Anfang auf den Füßen zu stehen und uns mürbe zu machen. Um das zu verhindern, müssen alle mitziehen. Frings hat allerdings wohl eine Schlüsselrolle. Er darf auf dem Platz nicht nur genervt rummeckern, sondern muss seine Mitspieler mitreißen, wenn es sich schleppend anlässt. Ich sehe nämlich weniger das Problem, dass sich einzelne Spieler zu wichtig nehmen als vielmehr, dass sie sich zu schnell in ihrem Schicksal ergeben, dass es zu wenige gibt, die antreiben. Mit und Merte kommen zwei wohl wieder, die das können. Sie müssen nur von Anfang an wieder voll dabei sein.

Wenn es nach mir geht, sollte es morgen mit dieser Elf gehen:

Wiese

Fritz                                          Prödl                   Silvestre

Frings                     Bargfrede

Hunt                                                            Marin

Arnautovic                   Pizarro

(Um ehrlich zu sein, bin ich mir mit Bargfrede gar nicht so sicher, vielleicht ist auch die bessere Wahl, trotz allem…)

In jedem Fall will ich Werder kämpfen sehen. Und gewinnen.

gar nichtnicht so gutdurchschnittlichguthervorragend (Stimmen: 0)
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8 Kommentare »

  • logeins sagt:

    ich bin auch noch ruhig, obwohl die letzten zwei spiele schon sehr weh getan haben. starten tun bremen schon gefühlt traditionell schlecht, so schlecht mal dahin gestellt…

    aufgrund der bisher einzig „ansich überzeugenden“ spiele gg genau, tottenham (2. 45) und bayern kann man der saison nichts abgewinnen. es lässt aber tatsächlich hoffen, dass gerade gegen den h?v die kurve zum guten zum greifen nah ist.

    das jeder momentan scheinbar nur für sich denkt, das ist auf dem platz nur zu gut zu sehen. das es auch einfach nur kraisklasse ist – keine frage! das muss absgestellt werden und wann, wenn nicht gegen den h?v ?!!

    logeins

  • BigEasyMuc sagt:

    @Lars

    Nein, Borowski ist nicht die bessere Wahl. Niemals. Bei entsprechender Motivation und die setzte ich bei jedem Werderspieler voraus, wenn es gegen den HSV geht, ist Deine Aufstellung oben m.E. die bestmögliche Aufstellung (verletzte Spieler mal außen vor gelassen).

    Da der HSV in etwa in der gleichen Situation ist wie ihr und darüber hinaus auch keine schlechte Mannschaft hat, rechne ich dennoch mit einem Unentschieden. Darüber sollte sich in der ggw. Situation auch keiner von beiden beklagen.

    Ansonsten:
    Wer TS und KA bei euch in Frage stellt, der weiß nicht was er tut.
    Und:
    Wer mich bei euch schon immer fasziniert ist Fritz. Da müsste TS mal verstärkt nachhaken, meiner Meinung nach. Der Junge wandelt konstant zwischen internationaler Klasse und Kreisklasse und könnte m.E. viel mehr als er oft zeigt. Hat er eigentlich irgendeine über den normalen Spielerstatus hinaus gehende Funktion im Team (stv. Kapitän, Mannschaftsrat)? Ich glaube, der braucht eine Rolle, die ihm Verantwortung aufbürdet.

  • Henric sagt:

    Im Derby wird sich hoffentlich niemand hängen lassen! Moitiviert bis in die Haaarspitzen sollten sie sein – allen voran „der Lutscher“!
    Genug geredet – Taten sprechen lassen!

    Auf einen glanzvollen Heimsieg! Und bitte nicht: Not gegen Elend!

    grün-weiße Grüße aus Ostfriesland

  • Henric sagt:

    Kleine unwichtige Randnotiz:
    Sportreporter Rolf Töpperwien geht nach dem Derby „auf Rente“!

  • Tweets that mention Gegen Hamburg | Werderblog.net -- Topsy.com sagt:

    […] This post was mentioned on Twitter by lars basche, My-Fan-Page. My-Fan-Page said: champions-league: Gegen Hamburg | Werderblog.net: In der Champions League gibt es den üblichen Werder-Wahnsinn mit… http://bit.ly/970Qph […]

  • Lars sagt:

    BigEasyMuc, das mit Borowski sehen wir ja ähnlich. Allerdings bin ich mir bei Bargfrede derzeit nicht so sicher, ob er dem Druck gewachsen ist. Letztendlich geht es bei ihm allerdings auch um Vertrauen und da hatte Schaaf eigentlich meist das richtige Händchen.
    Gerade in so einem Spiel wie gegen den HSV kann aber auch ein Borowski seine theoretisch guten Qualitäten ausspielen. Man kann über ihn sagen, was man will, einschüchtern lässt er sich nicht.

    Und das mit Fritz sehe ich ähnlich. Er kann so viel und zeigt das immer wieder, scheint allerdings nicht der Ehrgeizigste zu sein.

    Ansonsten: An der Motivation kann es eigentlich heute nicht hapern. Ganz genau, logeins: wann, wenn nicht gegen den HSV.

    Und Henric, zu Töpperwien: Uli Hoeneß wird wahrscheinlich am traurigsten von allen über diese Nachricht sein…

  • Rune 77 sagt:

    Also zum Thema Borowski will ich mich icht äußern, da ich finde der Mann steht vom Niveau irgendwo zwischen erster und zweiter Liga und von der Einstellung eher auf der Ersatzbank.

    Dass das Duell gegen Hamburg nicht so lasch wie gegen Hannover begangen wird, ist denke ich mal auch allen hier anwesenden klar. Die Hamburger beginnen momentan nämlichschon ihre bekannte Talfahrt, ein wenig früher als aus vorherigen Spielzeiten bekannt. Da ist unter Veh auch nicht alles besser geworden, was man über den Mann ja bei fast all seinen Vereinen sagen kann.

    Deswegen die Geschichte schön ruhig angehen, nicht in den Bildaktionismus verfallen, und die Führung schlechtreden, sondern eher sehen das späte Verpflichtungen und einige Ausfälle nunmal spuren hinterlassen. Dies erklärt nicht die werdertypische Arroganz in einigen Spielen mit mangelnder Einstellung, aber zeigt doch auf, daß wir hier von einigen temporären Problemen reden.

    Die Hamburger werden heute genau das erleben, was den Hannoveranern entgangen ist: Zweikämpfe, Stellungsspiel und erfolgreiche Abschlüsse, ohne hier zu doll auf Sandro Wagner rumhacken zu wollen.

    Gutes Spiel

  • Mikro aus, Marcel Reif! | deinfussball.de sagt:

    […] darf sich die Spiele, die er überträgt, selbst aussuchen. Meistens ist es das Topspiel. Wie jetzt Werder Bremen gegen den Hamburger SV. Eine gewisse Selbstherrlichkeit und viel Selbstvertrauen kann man dem […]

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