Kurz zum Länderspiel

Lars 11. Oktober 2009 6 Kommentare Drucken

Wie schon oft geschrieben, ich bin kein Fan der Nationalmannschaft, das Spiel gestern habe ich aber natürlich gesehen, das erste Mal seit langem ging es ja endlich wieder mal um was. Und nett anzuschauen war es auch, spannend bis zum Schluss mit vielen guten Szenen und noch mehr Kampf bei wenig Krampf.

Adler war wirklich sehr gut und ich hoffe, dass sich damit die Torhüterdiskussion endlich erledigt hat. Bitte, Herr Löw, sagen Sie einfach, Adler ist die Nummer 1 und wenn er sich verletzt, dann wird es Enke und wenn der sich auch verletzt, dann Wiese und die Wahrscheinlichkeit, dass alle drei sich verletzen, ist so gering, dass ich das nicht in Betracht ziehen muss. Punkt. Das ist nämlich der Sinn, eine Nummer 1, eine Nummer 2 und eine Nummer 3 zu haben: klare Verhältnisse, auf die sich alle einstellen können. Und glauben Sie mir: Adler wird nicht auf einmal schlechter halten, nur wenn sie sagen, dass er auch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bei der WM im Tor stehen wird.

Merte hat im Großen und Ganzen eine souveräne Leistung gezeigt, fand ich. Immer noch sah man vereinzelte Stellungsfehler und auch das ein oder andere langsame Agieren, sowohl im Denken als auch im Handeln. Doch ist er mit der beste deutsche Innenverteidiger.

Auch wenn Ballack für mich in seinem ganzen Auftreten immer einen Tick zu besserwisserisch und eigenliebend daherkommt, muss ich doch sagen, dass er gestern ein sehr gutes Spiel gemacht hat. Er war absoluter Motivator, ging mit gutem Beispiel voran und kämpfte bis zum Abpfiff.

Apropos Kämpfen: Während sich neben Ballack nahezu alle deutschen Nationalspieler, inklusive Poldi und Schweini, mit purer Gewalt und voller Willenskraft durch die gegnerischen Reihen tankten, gab es einen in unserer Nationalmannschaft, der immer den gepflegten, leichtenFuß bevorzugte und zeigte, wie wichtig ein solcher Spieler inmitten einer Mannschaft kraftstrotzender Kämpfer ist (lassen wir Lahm einmal außen vor…). Auch wenn er nicht durchgehend so präsent war: Özil machte mal wieder den Unterschied. Und ich bin einigermaßen froh, dass er aus Bremen kommt.

Natürlich lässt Özil in der Defensivarbeit noch Einiges vermissen, deswegen wurde er nach der gelbroten Karte ja auch ausgewechselt und nicht Schweinsteiger, der, wie ich finde, zwar (sic!) viel gekämpft hat, der nach vorne doch um einiges ineffektiver und eigensinniger war.

Hoffen wir nun, dass unsere Spieler fit und gestärkt von der Nationalmannschaft zurückkommen (gegen Finnland könnte ja eigentlich Wiese spielen…) und dass es bald wieder Wochenende mit richtigem Fußball ist.

gar nichtnicht so gutdurchschnittlichguthervorragend (Stimmen: 2, Durchschnitt: 5,00 von 5)
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6 Kommentare »

  • Michael sagt:

    Unter maßgeblich Mitwirkung eines Bremers war das Tor eines der besten, die ich je im Nationalteam gesehen habe – einfach unwiderstehlich (bitte nicht nur die beiden letzten Ballberührungen vorm Tor bewerten). Danke Mesut.

    Das Spiel insgesamt hat auch mir sehr gut gefallen. Die Fachpresse sieht das ja wohl anders, inbesondere 11freunde nörgelte ziemlich ´rum. Wahnsinn, was für eine Spanne an Meinungen so ein Fußballspiel bietet.

    Die Auswechselung von Özil, wegen seiner schwachen Rückwärtsbewegung oder mangelnden Abwehrleistung, kann ich nicht verstehen. Mesut kann den Ball halten wie kein Zweiter inklusive einer gewissen Torgefahr. Meiner Meinung nach wären Poldi oder Schweini die besseren Opfer vom gelb-roten Boateng gewesen. Und wo ich den gerade erwähne. Der hat super gespielt und die gelben Karten waren unvermeidlich – das ist halt manchmal so.

  • lars (Autor) sagt:

    Bei Boateng stimme ich Dir absolut zu. Mir gefiel er am Samstag auch ganz gut und ich denke, der wird noch eine richtig große Rolle spielen (wenn er so weitermacht). Schon bei der U21-EM gefiel er mir super.

    Ist halt nur im falschen Verein… ;-)

  • vicco47 sagt:

    Das ist ja das schöne am Fußball.
    Jeder glaubt er hat DIE Ahnung,darum auch 1000 verschiedene Meinungen.
    Aber ich stimme mit dir überein,Michael.

  • Herr Wieland sagt:

    Worin liegt für die Nationalmannschaft der Vorteil, wenn ein Spieler 8 Monate vor einem Turnier weiß, dass er Stammspieler sein wird?

  • Stephen sagt:

    Worin liegt für die Nationalmannschaft der Vorteil, wenn Löw einen offenen Kampf um die Position der Keepers propagiert, dieser aber in der Realität gar nicht stattfindet. Ich sehe keine Probleme darin, wenn er sagt Adler ist meine 1, Enke die 2, Neuer die 3 usw. Zumal er sich ja mit dem Zusatz „momentan“ alle Türen offen halten würde. So aber tut Löw, als hätten alle eine Chance, was meiner Meinung nach einfach nicht der Fall ist.

  • Lars (Autor) sagt:

    Herr Wieland, Du hast schon recht, für die Nationalmannschaft war das Vorgehen von Löw nicht wirklich ein Nachteil. Nichtsdestotrotz wirkt, wie Stephen auch beschreibt, Löws Vorgehen auf mich reichlich unsouverän. Und gleiche Chancen kann ich für die Kandidaten nicht wirklich erkennen.

    Aber was soll’s. Der Bundestrainer wird sich wohl für Adler entscheiden (müssen?) und das ist auch gut so. Er ist ein sehr guter Torwart un dhat das richtige Alter.

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