Eins zu Eins

Lars 1. Mai 2009 5 Kommentare Drucken

„Wir müssen begreifen, dass ein Spiel aus zwei Spielhälften besteht und man in beiden Leistung bringen muss.“
Klaus Allofs

Die erste Hälfte war ein großer Mist. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass Werder den HSV unterschätzt haben könnte, aber genau so sah es aus. Vielleicht wurde vorher doch zu viel über die Krise der Hamburger geredet, darüber, dass die Niederlage im DFB-Pokal einen Knacks gegeben hat. Wobei der HSV in keinster Weise mit furiosem Spiel überzeugt hat, die Niederlage ist ganz allein Schuld der Bremer: In der ersten Halbzeit wollten sie nicht, in der zweiten klappte es nicht. Selbst Rost musste sein Können nicht in Gänze zeigen, die meisten Bälle gingen vorbei…

Die Abhängigkeit von Diego wurde in den ersten 45 Minuten offensichtlich, genauso wie die Tatsache, dass Özil noch nicht so weit ist, ein Spiel zu bestimmen und die anderen mitzunehmen, wenn es allgemein nicht läuft. Aber warum war das so? Nach dem kollektiven Arschtritt des Trainers in der Halbzeitpause ging’s doch auch.

Das Problem der ersten Halbzeit lag ganz klar im Mittelfeld oder in der Vorwärtsbewegung der ganzen Mannschaft, denke ich. Die Abwehr sah trotz allem gut aus. Merte und Naldo ließen nicht viel zu und gefährlich wurde der HSV meist bei Kontern. Auch Boenisch und Fritz gefielen mir hinten gut (mit der kleinen, aber feinen Ausnahme, dass Fritz für den Kopfball (!!!!) von Trochowski gesteinigt gehört), nach vorne ging allerdings nicht viel und die Flanken waren gewohnt ungefährlich. Dabei fällt mir ein, dass wir in der nächsten Saison jemanden wie Schindler gut gebrauchen können, die paar Spiele, die ich von ihm bei Rostock gesehen habe, lassen in Sachen Flügelspiel hoffen…

Aber wie gesagt, das Mittelfeld: Frings hatte nach seinem ersten Foul nur noch Angst, eine gelbe Karte zu bekommen und damit seine ganze Stärke verloren. Diego und Özil liefen lustlos über den Platz, vor allem von Özil hab ich die ersten 20 Minuten nix gesehen und Tziolis ist der nächste Tosic. Den hätte ich am liebsten nach zehn Minuten schon ausgewechselt gesehen. Wie viele Fehlpässe und unsinnige Weitschüsse hatte er in der ersten Halbzeit? Und wirklich besser war die zweite Halbzeit bei ihm auch nicht. Da können alle Baumann-Basher aber einpacken. Unser Kapitän ist mir da tausendmal lieber. Fehler macht er auch, aber er spielt in zehn Spielen nicht so einen Mist zusammen.

Der Sturm war in den ersten Halbzeit kaum zu bewerten, dass er gefährlich ist, bewies die zweite, als es besser wurde und mit es meine ich Diego und Özil. Frings und Tziolis haben sich eigentlich kaum verbessert, oder? Plötzlich ging es jedoch, die Chancen waren da, gingen nur nicht rein und es zeigte sich wie im DFB-Pokal: Wenn beide Mannschaften das abrufen, was sie können, haben wir die bessere Mannschaft. Es müssen halt nur die Bälle reingehen.

Vielleicht hat jemand Diego in der Halbzeit auch gesagt, dass die internationale Wirkung des UEFA-Pokals doch noch ein bisschen höher zu bewerten ist als der nationale Pokal. Nur eines ist ihm wohl endgültig klar geworden: nach England sollte er nicht wechseln. Mit einem deutschen Schiedsrichter hätten wir wahrscheinlich zehn Freistöße mehr bekommen (vielleicht auch einen Elfmeter). Mit diesen (allerdings meist zu Recht) nicht gegebenen Freistößen fehlte uns ein wichtiger Vorteil.

Was sonst? Die Ecken wie im DFB-Pokal ungefährlich und Wiese wie im DFB-Pokal riesig. Wie er den einen Ball von Guerrero in der ersten Halbzeit gehalten hat, war unglaublich. Und auch sonst gewohnt sicher.

Einfach ist es natürlich nicht, aber wenn Werder sein Können mal wieder über ein ganzes Spiel hinweg zeigt, wird das noch was im Rückspiel. Und vielleicht hat die Niederlage auch was Gutes: So wird die Enttäuschung bei den Hamburgern in der nächsten Woche noch größer sein.

gar nichtnicht so gutdurchschnittlichguthervorragend (Stimmen: 3, Durchschnitt: 5,00 von 5)
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5 Kommentare »

  • Tunnelblick sagt:

    Özil war großartig… wenn der Rest sich nicht mitreißen lässt, ist das nicht sein Ding. Er ist schließlich nicht Kapitän.

  • Stephen sagt:

    Mann, das war echt mal ein Haufen stinkender Gülle. Aber ich finde, dass Diego auch in der zweiten Halbzeit nicht wirklich das Spiel an sich gerissen hat und zu oft am lamentieren war. Özil hat gezeigt, dass er immer wichtiger wird für das Team. Im Hinspiel bleibt noch eine Restchance, aber da muss 90 Minuten lang richtig gut gespielt werden. Aussetzer wie beim 0:1 kann man sich nicht erlauben. Ich meine, der Trochowski ist ja nicht besonders hoch gewachsen, aber wie kann man den denn übersehen?

  • Lars (Autor) sagt:

    Ich fand Diego schon stark in der zweiten Halbzeit und vor allem präsenter und half damit auch Özil. Das mit dem Lamentieren stimmt, lag meiner Meinung einfach daran, dass der Schiri ihm eine seiner gefährlichsten Waffen genommen hat: die Freistöße.

    Wer pfeift eigentlich das Rückspiel?

  • Christopher sagt:

    Nach Spielende war ich richtig wütend. Das habe ich schon lange nicht mehr so emotional gespürt direkt nach Abpfiff. Wütend über den fehlenden Einsatz in der ersten und die mangelnde Chancenverwertung in der zweiten Halbzeit. Ein paar Stunden darauf ist allerdings die Hoffnung aufs Rückspiel zurückgekehrt – ich bin gespannt.

  • günstige Handys sagt:

    Haha! Die aussage ist mal geil. Damit scheint vor allem die N11 wohl noch ihre Probleme zu haben :D

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