Nach Ballack nun auch Frings

Lars 26. Oktober 2008 2 Kommentare Drucken

Haben sich da zwei Freunde (wieder) abgesprochen, die ja sowieso ständig miteinander in Kontakt sind? Nachdem Ballack gestern per Pressemeldung zurückgerudert ist, zumindest was die Art und Weise seines Interviews angeht, hat nun auch der Fringser eine Erklärung abgegeben, hier mal in voller Länge:

„Die öffentliche Diskussion um meine weitere Zukunft in der deutschen Nationalmannschaft ist immer ausufernder geworden. Deshalb möchte ich heute Folgendes erklären: Ich war nach den beiden WM-Qualifikationsspielen gegen Russland und Wales sehr enttäuscht. Wer mich kennt, weiß, dass ich immer alles für meine Mannschaft gebe. Kaum etwas zum Erfolg beitragen zu können, war eine neue, schwierig zu verarbeitende Erfahrung. Deshalb musste ich mir Zeit nehmen, um über die Situation Klarheit zu bekommen. Ich werde weiterhin kämpfen und meine Chance suchen.

Während meiner gesamten Karriere als Fußballer habe ich nichts geschenkt bekommen und mich immer dem Konkurrenzkampf gestellt. Für mein Land zu spielen ist etwas außergewöhnliches und ganz besonderes. Ich möchte das auch in Zukunft tun, so wie es nach der Europameisterschaft mit dem Bundestrainer besprochen war. Eine Stammplatzgarantie habe ich nie gefordert und werde ich auch nie fordern. Ich möchte Jogi Löw und sein Team auch zukünftig immer mit Leistung überzeugen.“

Damit sollte das Thema wohl erledigt sein, zumindest was die Zukunft von angeht. Der Hinweis in seiner Erklärung zu der Absprache mit Löw nach der EM ist wohl die Ursache für seinen Ärger gewesen. Vielleicht hat er da zu viel erwartet…? Der Bundestrainer hat ja immer erklärt, dass er ein wichtiger Spieler und ein Leistungsträger für ihn und die Nationalelf ist. Insofern wird Frings auch spielen, wenn er in sehr guter Form ist. Wenn nicht, wird er sicher zum Kader gehören, aber eben ohne Stammplatzgarantie, zumindest das haben die letzten Wochen gezeigt.

Anscheinend hat er sich mit dieser Situation nun abgefunden und er nimmt den für ihn neuen Konkurrenzkampf mit Rolfes und Hitzlsberger an. Ich finde, das ist die richtige Entscheidung und nun kann Frings selber und alle anderen sich dann auch wieder den wichtigen Dingen zuwenden, nämlich der Frage, wie Werder wieder nach oben kommt. Dafür brauchen wir nämlich einen Lutscher in Topform!

Bei Ballack denke ich nicht, dass die Sache so schnell zu Ende sein wird. Zum einen ist die Enttäuschung von Löw größer und zum anderen hat Ballack inhaltlich noch nichts zurückgenommen…

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2 Kommentare »

  • Michel sagt:

    Gut das er mal drüber nachgedacht hat, aber es klingt irgendwie mehr nach Zurückstecken wie nach Einsehen. Konkurrenzkampf nie eine verkehrte Sache und ich denke, dass er sich mittelfristig wieder durchsetzen wird. Das wir einen Lutscher in Topform brauchen, bleibt ja eh außer Frage. ;)
    Zu Ballack muss ich sagen, dass ich ihm teilweise Recht gebe. Auch wenn der Trainer einen gewissen Respekt verdient, so steht einem Spieler (und grade einem Kapitän mit jahrelanger Erfahrung) doch zu, sich mal in den Medien über den Bundestrainer zu beschweren.
    Jogis Reaktionen kann ich in letzter Zeit nicht immer nachvollziehen und seine Beliebtheit war sicherlich auch schon mal größer, dass wird unter anderem im „Jogi Löw Thread“ im Werderforum deutlich. Wobei davon auszugehen ist, dass die Sache mit Frings das ganze negativ beeinflusst hat.

  • Lars (Autor) sagt:

    Ich find auch, dass es eher nach einem Zurückstecken aussieht, gerade die zeitliche Nähe zur Ballcak-PM legt das ja nahe.

    Zu Löw kann ich nicht so richtig viel sagen, ich persönlich mochte ihn noch nie so wirklich, er kommt mir immer ein bisschen überheblich und rechthaberisch daher. Dass irgendetwas in der Mannschaft nicht stimmt, legen die Ereignisse der letzten Zeit aber auf jeden Fall nahe. Ich bin gespannt, was nach dem Gipfeltreffen passiert. Es sieht derzeit alles nach einem auch inhaltlichen Zurückstecken von Ballack aus.

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