Wiedergutmachung auf Bremisch
Die letzten Wochen waren wahrlich kein Zuckerschlecken für den Bremer-Fan. Trotz der drei Tore gegen Cottbus konnte man nicht von einer Kehrtwende sprechen und so kam man gegen Famagusta eben auch nicht über ein Unentschieden hinaus. Klaus Allofs sagte nach dem Spiel: “So brauchen wir gegen Athen und Mailand gar nicht erst anzutreten”. Ob er die Bayern bewusst nicht in diesem Zusammenhang nannte, kann ich nicht beurteilen. Dass dieser Satz aber von einem Bremer “Eingeborenen” kommt, hat mich schon gewundert. Schließlich haben doch die vergangenen Jahre immer wieder gezeigt, dass Werder alles ist - nur nicht konstant. Und das in jederlei Hinsicht. Der heutige Samstag war dafür mal wieder ein Paradebeispiel.
Bremen haut die Bayern in deren heimischen Allianzarena mal eben mit 5 zu 2 weg und wirklich keiner, der dieses Spiel gesehen hat, konnte auch nur eine Minute daran zweifeln, dass die Grün-Weißen diese Partie als Sieger beenden werden. Man-of-the-Match war für mich Mesut Özil, dem in einigen Situationen zwar der Ball vom Fuß sprang, aber der letztlich doch die ersten beiden Buden vorbereitete und in der zweiten Halbzeit auch noch selber nachlegte.
Insgesamt war das Mittelfeldspiel deutlich besser als die Partien zuvor. Diejenigen, die den Werderblog seit Monaten und Jahren verfolgen, wissen, dass ich ein absoluter Frings-Fanatiker bin, allerdings hat sein Fehlen aus meiner Sicht dem heutigen Spiel den ausschlaggebenden Faktor verliehen. Vranjes und Baumann setzten zwar keine Offensivakzente, verhalfen der Hintermannschaft aber zu mehr Stabilität. Zwar wurden auch heute viel zu viele Unzulänglichkeiten im Stellungsspiel offensichtlich (allen voran Prödl und Mertesacker), jedoch waren die Bayern einfach zu schwach, um daraus Kapital zu schlagen.
Ich möchte wirklich keine Häme an den Tag legen, aber das heutige Spiel hat mich - vor allen in der Art und Weise - für die miesen Leistungen zuvor mehr als entschädigt. Als die Premiere-Kameras irgendwann zwischen dem 3 und 4 zu 0 die Bayrischen Urgesteine ins Fadenkreuz holten, konnte ich nicht mehr an mir halten. Dazu kam dann noch der immer depressiver werdende Marcel Reif, der anscheind Angst um seine Freibier nach Spielende hatte und sie daher bereits während der 2. Halbzeit verköstigte. Bemerkenswert war dann auch seine Kritik, als Diego im Mittelfeld den Hackentrick rausholte. Natürlich sollte man keine Arroganz aufkommen lassen, andererseits kann ich mich sehr wohl an die böse Klatsche zu Beginn der vergangenen Saison erinnern. Da übten sich die Bazis auch nicht unbedingt in Zurückhaltung…
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