Mit Dusel zum Erfolg
Nach vier sieglosen Spielen in Folge holt Werder Bremen in Berlin gegen die Hertha endlich wieder drei Punkte. Abgesehen von dem positiven Ergebnis möchte ich aber nicht von einem Comeback sprechen. Insgesamt boten die Bremer eine durchwachsene Leistung an, hatten aber im Gegensatz zu den Spielen zuvor ein wenig mehr Glück vor dem gegnerischen und viel mehr Glück vor dem eigenen Kasten.
Im Vergleich zum Duisburg-Spiel waren allerdings einige positive Entwicklungen zu spüren. Während Naldo nach wie vor von Fehler zu Fehler stolperte, machte Mertesacker einen soliden Eindruck: Stellungsspiel, Zweikampfverhalten und Übersicht erinnerten an bessere Zeiten. Zudem sorgten Pasanen und Baumann für weitere Stabilität in der Defensive.
Zwar liefen wir auch gegen Berlin in den einen oder anderen Konter, konnten aber über weite Strecken der Partie diese Gefahrensituationen durch clevere Fouls und frühes Stören unterbinden. Dafür war unter anderem auch der gestern wieder bessere Torsten Frings verantwortlich, der nicht nur das entscheidende Siegtor genial vorbereitete, sondern auch im Mittelfeld die gewohnte Präsenz zeigte und damit die Schwächeperioden von Diego vergessen machen konnte.
Borowski und Diego kamen zusammen auf insgesamt 10 gute Minuten. Boro machte zwar die entscheidende Bude, war ansonsten aber in der ersten Halbzeit weitgehend und in der zweiten Halbzeit gänzlich untergetaucht. Ähnlich verhielt es sich bei Diego. Zwar blitzte ab und zu seine Genialität auf, aber meistens wurde er von Skacel und Friedrich abgemeldet. Was ich jetzt sage, widerspricht zwar jedem Grundsatz dieses Sports, aber ein wenig kann ich Diego auch verstehen. Wenn er mal einen brillanten Pass spielte, war einfach keiner da, der ihn verwerten konnte. Rosenberg und Klasnic hatten wohl in der Kabine ihre Schuhe vertauscht. Ansonsten kann ich mir die technischen Mängel in der Ballannahme nicht erklären. Dass Diego dabei irgendwann verzweifelt, ist nur verständlich.
Insgesamt sind die drei Punkte aus meiner Sicht verdient, weil Werder mehr in das Spiel investierte als die Berliner. Allerdings hätte es auch gut und gerne ein Griff ins Klo werden können, wenn der Weitschuss von Lima beim Stande von 1 zu 1 nicht ans Lattenkreuz gehämmert, sondern in Wieses Kasten eingeschlagen wäre.
Was dieser Sieg wirklich wert ist, werden wir erst am nächsten Samstag wissen. Sollte man im Heimspiel gegen Schalke punkten können, sehe ich Werder zurück in der Spur, ansonsten war das gestern einfach nur ein Sieg, weil man schließlich nicht jedes Spiel verlieren kann.
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