Kampf allein reicht nicht
Jetzt ist es amtlich: auch in diesem Jahr spielt Werder Bremen international mal wieder keine bedeutende Rolle. Im Achtelfinale des Europapokals scheidet man gegen die Rangers aus Glasgow aus. Das Duell verlor man dabei bereits im Hinspiel, in dem Tim Wiese gleich zwei mal patzte und den Schotten damit den Sieg schenkte. Im Rückspiel versuchte man viel, kam aber nicht über ein 1 zu 0 hinaus.
Wirklich sauer kann ich auf die Mannschaft eigentlich nicht sein. Die Einstellung war absolut in Ordnung und obwohl die Rangers von Anfang an Beton anrührten, boten die Grünweißen zeitweise sogar ganz ordentlichen Fußball an. Überragende Akteure waren eindeutig Aaron Hunt und Sebastian Boenisch. Wenn es im Duden eine Definition von “Arschaufreißen” gäbe, hätten die beiden sicherlich eine Nominierung verdient. Während Hunt eigentlich überall zu finden war, beackerte Boenisch die linke Seite. Natürlich geling ihnen nicht alles, aber wer auffällt, fällt mitunter eben auch negativ auf. Dass Boenisch nach dem Abpfiff regelrecht umfiel, lag wohl zum einen an seiner Enttäuschung über die verpassten Möglichkeiten, zum anderen aber auch an den 90 Minuten unermütlicher Vorwärtsbewegung.
Die Rangers machten es Werder nicht leicht. Mit dem sicheren Vorsprung im Rücken wareb sie kaum aus der eigenen Hälfte zu locken. Dass Werder zu null spielte, lag daher weniger an der Abwehr oder Tim Wiese, sondern vielmehr an der aufgezwungenen Verweigerung der Schotten. Dass Eckenverhältnis von 20 zu 2 macht diese Übermacht auch in Zahlen deutlich. Leider zieht sich die Ungefährlichkeit von Werders Eckstößen wie ein roter Faden durch diese Saison. Während dies in der Vergangenheit aber eher auf schlecht getretene Bällen zurückzuführen war, ist die derzeitige Misere woanders begründet: wir sind einfach zu dämlich, das Leder zu versenken!! Egal ob Almeida, Naldo oder Mertesacker, die großen Recken kommen zwar immer an den Ball, aber überzeugen durch phänomenales Unvermögen. Von Pech kann man hier meines Erachtens nach nicht mehr reden.
Als Diego - in einer seiner wenigen guten Aktionen - in der 60. Minute zum 1 zu 0 traf, keimte noch einmal HOffnung auf. Die ohnehin positive Grundstimmung im Weserstadion heizte sich noch mehr auf und selbst der letzte Zweifler war überzeugt, dass hier heute doch noch was gehen könnte. Doch dann bewahrheitete sich mal wieder das bekannte Sprichwort: “wie du es machst, machst du es falsch”. Nachdem ich Thomas Schaafs Einwechslungen (oder vielmehr Nicht-Einwechslungen) in der letzten Zeit stark kritisiert habe, war ich gestern positiv überrascht, dass er Sanogo und Harnik recht zeitig brachte. Doch beide waren viel zu übermotiviert und konnten in den 20 bis 30 Minuten Restspielzeit nicht in die Partie finden.
Kuriosität am Rande: der Torhüter der Rangers stand in der zweiten Halbzeit im Kasten vor der Ostkurve. War er in der ersten Halbzeit mit den permanenten Pfiffen aufgrund seiner Spielverzögerungen noch gut umgegangen, konnte er einem in der zweiten Halbzeit nur noch Leid tun. Gefühlte 40 Mal rannte er zum Abstoß an - und gefühlte 38 Mal landete die Kugel irgendwo, aber nicht bei seinen Mitspielern. Jeder zweite Versuch endete sogar mit einem Einwurf für Werder.
Jetzt können wir uns also voll und ganz auf die Meisterschaft konzentrieren ;). Nein, im Ernst, für mich gibt es jetzt noch genau drei Ziele für diese Saison:
- Erreichen des zweiten Platzes, um durch die direkte Champions League Qualifikation frühzeitig Planungssicherheit zu erlangen.
- Abschluss des Stadionumbaus (ich bin echt heiß auf die neue Fußballarena).
- Etablierung der Kampagne: BOROWSKI AUF DIE BANK!!
Ich habe eigentlich noch ein viertes Ziel, was ich aber aufgrund der geringen Umsetzungswahrscheinlichkeit nicht in die Liste aufnehmen möchte: Verpflichtung von Schweini und Poldi zur neuen Saison.
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