Klasnic und Kahn 2004

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SCHÄMT EUCH!!!

Peinlich, peinlicher, Werder Bremen!

Das Wort “Meisterschaft” steht hier ab sofort auf dem Index. Gegen einen durchschnittlichen VFB Stuttgart bekommt Werder 6 (!) Gegentore. Und nach dieser Defensivleistung sollten sich die Spieler einmal hinterfragen, ob sie wirklich den richtigen Beruf gewählt haben. Heute schäme ich mich ein Grünweißer zu sein. Es tut verdammt weh…

Dabei war ich nach der unnötigen 0 zu 2 Niederlage gegen Glasgow von der Anfangsphase der Mannschaft positiv überrascht. Werder spielte mutig und ballsicher nach vorne und ging völlig zu Recht durch Hugo Almeida in Führung. Die Stuttgarter Defensive ähnelte einem Hühnerhaufen. Das Spiel war zwar von vielen Fehlpässen geprägt, aber das Bremer Mittelfeld um Özil hatte eindeutig die Oberhand übernommen und dominierte die Partie.

In der 20. Minute pennte Naldo dann gleich zwei mal in einer Szene und lud Mario Gomez zum völlig unverdienten Ausgleich ein. Die Bremer Mannschaft steckte diesen Rückschlag aber wider erwartend gut weg und machte da weiter, wo sie vor dem Ausgleich aufgehört hatte. Leider ließen die Bremer Angreifer - allen voran Hugo Almeida - die zahlreichen guten Torchancen ungenutzt.

Kurz vor der Halbzeit hatte Werder dann eine Ecke. Und wer diese Saison aufmerksam verfolgt hat, weiß, dass derartige Standardsituationen eher negativ als positiv sind. So auch heute: der Ball wurde abgefangen und von den Stuttgartern gemütlich nach vorne getragen. Drei Werderaner gingen auf den ballführenden Marica zu, so dass dieser mit einem simplen Steilpass Bastürk auf die Reise schicken konnte. Dieser musste nur noch auf den freistehenden Gomez passen, der lediglich einzuschieben brauchte.

Nach der Halbzeit investierte Werder sehr viel und erzielte in der 60. Minuten durch den besten Werderaner, Sebastian Boenisch, den Ausgleich. Doch ganze 5 Minuten später stand es plötzlich 4 zu 2 für Stuttgart. Die Schwaben spielten die Tore zwar nicht schlecht heraus, allerdings war die Bremer Defensivleistung einfach nur peinlich. Dass Rosenberg noch einmal auf 4 zu 3 verkürzen konnte, war im Endeffekt unwichtig, da Mertesacker kurz darauf ein Eigentor erzielte und Cacau noch einmal nachlegte.

Zu allem Überdruss holte sich Mertesacker per Notbremse eine rote Karte. Aber vielleicht muss man ihm sogar dankbar dafür sein. Die Auszeit wird er hoffentlich nutzen, um über seine letzten Leistungen nachzudenken. In den letzten Spielen waren er und Naldo einfach nur unterirdisch. Vielleicht kann Frank Baumann der Viererkette wieder mehr Stabilität verschaffen.

Durch den gleichzeitigen Sieg der Bayern gegen Karlsruhe ist die Meisterschaft endgültig rum. Sieben Punkte lassen sich die Münchener nicht mehr nehmen. Herzliche Gratulation! Wer sich auswärts 5 Kontertore fängt und sich eins selber reinhaut, hat es einfach nicht verdient, um den Titel mitzukicken. In der Zusammenfassung auf Premiere sagte der Moderator über Stuttgart und Werder am heutigen Nachmittag “zwei Mannschaften, die an das Gute in diesem Spiel glauben”. Da muss ich intervenieren. Zumindest die eine Mannschaft hat (leider) nicht begriffen, wie dieser Sport funktioniert. Dass Thomas Schaaf nach dem Spiel weiterhin zum Angriff bläst, ist aller Ehren wert. Allerdings gibt es Situationen, in denen der Rückzug angebracht ist, um dann noch mal von neuem beginnen zu können.

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Kommentare

Kommentar von Andre
Erstellt am 08. Mrz 2008 um 21:29 Uhr

Zunächst einmal muss ich deinem Titel zustimmen und die Kritik auch auf den Trainer erweitern. Habe die STimmen nach dem Spiel nicht gelesen, aber wenn er beim Premiere-Ticker mit lobenden Worten zitiert wird, die Mannschaft hätte sich bis zum Schluss bemüht/nicht aufgegeben etc., dann krieg ich das Kotzen. Merkts denn keiner? Diese Mannschaft tritt teilweise taktisch dermaßen unwürdig auf, dass man weinen möchte. Sicher, manchmal entläd sich das alles in Spielen wie gegen Bielefeld, tolle Sache. Andererseits ist man gegen Glasgow, Stuttgart, Frankfurt, auch Dortmund im Hinspiel und im DFB-Pokal nicht in der Lage, sich mal was anderes einfallen zu lassen, wenn eben kein Tor fällt und der Gegner dann selber offensiver werden muss. Achter in der Auswärtstabelle, mehr Gegentore als Rostock… Und dann diese Uninspiriertheit! Diego darf auch mal scheiße spielen, kein Thema. Aber Borowski, Vranjes, tw. Naldo, heute und auch nicht zum ersten Mal Mertesacker, die sich dann nciht mal zu ärgern scheinen, wenn alles daneben geht, sondern die einfach so weiter machen oder sich in der 60 Minute auswechseln lassen - da hörts bei mir auf. Hier wird soviel Potential weggeschmissen, auch wenn Bayern gerade Oberwasser hat, nach der Hinserie wäre noch alles möglich gewesen.
Man muss nicht alles schwarz malen, aber seit der Winterpause hat diese Mannschaft noch nicht einmal souverämn gespielt. Lasst uns hoffen, dass es noch für den dritten Platz reichen wird.

Kommentar von Joern
Erstellt am 09. Mrz 2008 um 9:15 Uhr

Andre, die Hoffnung auf Platz 2 habe ich noch nicht aufgegeben, aber dafür mss einfach wesentlich mehr kommen!
Da schießt Werder gegen Hannover und Stuttgart jeweils 3 Tore und bekommt dafür 0 Punkte! Sowas kann es nicht geben - zumindest nicht für ein Spitzenteam.
Mann Mann Mann!

Kommentar von Leuchtturm
Erstellt am 09. Mrz 2008 um 10:04 Uhr

Ich finde es aber ok, dass Schaaf sein Team nach außen hin in Schutz nimmt, aber ich hoffe, dass er teamintern mal ordentlich auf den Putz haut.
So darf es echt nicht weiter gehen.
Zudem haben wir mit Merte, Naldo, Fritz ja eigentlich wirklich gute Leute mit Potenzial zu Spitzen Leuten.
Ich mache die Defensiv Miesere aber auch eher am Mittelfeld fest, die oft nach hinten nur halbherzig arbeiten, zudem müssen auch mal Zweikämpfe in der Defensive angenommen werden. Einfach nur mitlaufen, oder drei Meter entfent hin und her latschen reicht nicht. Da muß man auch “ran” gehen - muß ja keine Gretsche werden, nach dem Motto “wer liegt hat verloren” aber einfachen Pässe müssen unterbunden werden …

Wäre uns das mit Frings erspart geblieben ?

Kommentar von Andre
Erstellt am 09. Mrz 2008 um 15:09 Uhr

Und noch eins: in solchen Spielen drückt sich auch aus, dass Chancen erarbeiten mit viel offensiver Kraft und auch Können allein keine Spiele gewinnt. Hier hapert es noch so manches Mal an Effektivität. Schön, dass wir die meisten Tore schießen, aber der dafür betriebene Aufwand ist arg groß und die dafür in Kauf genommene Schwächung der Defensive auch. Wenn Stuttgart aus 8 Torschüssen 6 Tore macht und wir aus 28 gerade mal 3, dann sagt das auch etwas über die mangelnde Effektivität unseres Sturms aus, auch wenn das eigentliche Problem bei diesem Spiel sicher woanders lag.

Kommentar von Johan
Erstellt am 09. Mrz 2008 um 17:33 Uhr

Opfer der eigenen Ansprüche?

Die gestrige Niederlage der Bremer Elf im Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion war der Aufreger des 23. Spieltages und gleichzeitig ein geradezu jämmerliches Sinnbild der verfehlten Bremer Saison-”Politik”.

Dass eine offensiv ausgerichtete Fußballmannschaft an einem Tag, an dem der Ball lieber unglücklich an die Latte des gegnerischen Tores oder schmerzhaft an das Schienbein des eigenen Abwehrchefs springt, nicht mit den erhofften drei Punkten belohnt wird, kann durchaus ein häufig im Fußball vorkommendes Szenario beschreiben. Wer allerdings die derzeitige Saison Bremens aufmerksam verfolgt hat und dennoch diese bequeme Erklärung zu Rate zieht, dem fehlt es, wie im Laufe der gesamten Saison auch den Bremer Verantwortlichen, am nötigen Realitätsbezug!

Natürlich ehrt es den Bremer Fan und versüßt es die Erwartung auf die kommende Bundesliga-Saison, wenn man bei der Formulierung der Saisonziele ähnlich große Töne anschlägt, wie der große Konkurrent aus dem Süden, nur kann das allein nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Ausgangslagen vor Saisonstart verschiedener kaum seien konnten: Auf der einen Seite eine neu formierte Mannschaft mit Neuzugängen, die dem Trainer verschiedenste taktische Möglichkeiten bieten, auf der anderen Seite ein von Verletzungssorgen gebeuteltes, von zwar nicht starrsinnigen, aber doch ein wenig naiven Leitern befehligtes Kollektiv, dessen Kader grundsätzliche Taktikänderungen weitaus unbeweglicher zu ertragen vermag.

Da an dieser Stelle nur auf das gestrige Spiel eingegangen werden soll, möchte ich mich nun auf eine Frage konzentrieren, deren Beantwortung auch für den Verlauf der nun allmählich erreichten und stets entscheidenden Zielgeraden der diesjährigen Saison von großer Wichtigkeit seien dürfte: Kann man den eingeschlagenen Weg mit dem aktuell verfügbaren Kader weitergehen, selbst, wenn, wie schon jetzt absehbar ist, dieser vermutlich nicht am Saisonziel Meisterschaft und Champions-League, sondern in kleineren Dörfern endet?

Meiner Ansicht nach ist die besipielsweise von Klaus Allofs gelieferte Erklärung (”zu naiv”, “junge Mannschaft”) eine Verkennung der Tatsache, dass sich diese Entwicklung mit wenigen Ausnahmen bereits in der gesamten Saison überdeutlich gezeigt hat. Warum REAGIERT WERDER auf diese Trends ÜBERHAUPT NICHT?

Um einen defensiv derart kontrollierten Fußball zu zeigen, wie ihn der FC Bayern in dieser Saison vorführt, bedarf es einiger offensiver Ausnahmespieler um dennoch die nötigen Tore zu schießen. Wenn diese bei Bremen, wie nun schon am ersten Spieltag erkennbar, entweder verkauft, verletzt oder aus anderen Gründen nicht auf der Höhe ihrer Leistungsfähigkeit sind, so bedarf es eines Umdenkens! Denn irgendeine “Meisterschaft der Herzen” oder sonstige aus der offensiven Spielweise resultierenden Sympathien bringen den Verein nicht einen Meter weiter!
Weshalb hat man sich nicht spätestens in der Winterpause auf der eminent wichtigen Position des Sechsers verstärkt? Trotz der ungewissen Verfügbarkeit von Torsten Frings und des fortgeschrittenen Alters von Frank Baumann, der diesem v.a. in den anstrengenden englischen Wochen leider Tribut zollen muss, hielt man eine Neuverpflichtung nicht für notwenig. Bei denn anderen Alternativen Jensen, Vranjes und Niemeyer fällt auf den ersten Blick auf, dass sie den Ansprüchen nicht entsprechen: Der Däne ist fast ausschließlich offensiv denkend, der Kroate spielerisch klar begrenzt und der junge Niemeyer ebenfalls noch weit entfernt vom erforderlichen Niveau. Es scheint, als wäre gewissen Kreisen der Bremer Führungsetage alles daran legen, die alte Sportweisheit “Offense wins games, defense wins championships” ad absurdum zu führen. Bleibt nur die Frage, ob sich diese Einstellung dafür eignet, den eigenen hehren Ansprüchen jemals wieder gerecht zu werden.

Kommentar von knibbelblitzer
Erstellt am 10. Mrz 2008 um 8:25 Uhr

mir ist noch immer völlig unverständlich, warum die den andreasen haben gehen lassen. das ist ein in bremen so dermassen unterschätzter sechser, der auch mal ordentlich dazwischenwemst, wenn es sein muss. und augenblicklich muss das sein. angesichts der fringsschen sportinvalidität und der baumannschen verletzungsanfälligkeit war es doch harakiri, den andreasen zu verkaufen.

Kommentar von Andre
Erstellt am 10. Mrz 2008 um 8:28 Uhr

@johan: Im Prinzip hats du daviele richtige Sachen geschrieben, allerdings muss ich dazu anmerken, dass ich einen Fußball wie ihn die Bayern spielen nicht für erstrebenswert halte, denn der läuft bei schlechter Form Riberys darauf hinaus, dass hoffentlich ein Tor geschossen wird und der Vorsprung dann verteidigt. Ist das erfolgreich? Offensichtlich! Muss man davor Respekt haben? Schon, ja. Will ich das Bremen genauspo spielt? Nee!
Die ausgegebene Philosophie ist grundsätzlich richtig, nur ärgert mich in letzter Zeit, dass die Mannschaft scheinbar unbeirrt an ihr festhält und erst nach 90 Minuten merkt, dass sie jetzt gerade mal 6 Tore kassiert hat und eben nicht gewonnen hat. Hier ist mehr Flexibilität gefordert. Gegen Vereine wie Frankfurt musst du gewinnen, und dann darf auch mal gegurkt werden.

Kommentar von Andre
Erstellt am 10. Mrz 2008 um 8:33 Uhr

Achso, ich seh das mit der Meisterschaft auch nicht so eng, muss ich dazu sagen. Klar wär es ne geile Sache, aber im Prinzip geht es mir eher darum, dass Potential abgerufen wird. Wenn dies geschehen würde, dann wäre die Meisterschaft auch drin. Und selbst wenn es trotz dessen nicht dazu käme wäre ich nicht allzu traurig. Ich gehöre auch nicht zu denen, die fordern, dass man mindestens ins Viertelfinale des DFB-Pokals/der WM etc. kommen muss oder ähnlich rigide Forderungen hat. Nur wenn sich der Erfolg auf Grund von stümperhaften Fehlern einstellt, die eine Mannschaft mit zig Nationalspielern und trotz des jungen Alters auch einiger Erfahrung einfach nicht passieren dürfen, dann find ich das scheiße und unverständlich.

Kommentar von Johan
Erstellt am 10. Mrz 2008 um 16:06 Uhr

@Andre:
Glaube, Du hast mich ein wenig falsch verstanden, denn Fußballspielen wie die Bayern, nein Danke, will ich auch nicht sehen. Es ging mir dabei nur um die Formulierung der Ziele und die EIGENEN Ansprüche, gar nicht mal die von mir. Scheinbar sind manche Spieler und Verantwortliche so der Wirklichkeit entrückt, dass sie nichtmal nach 90 minuten bemerken, was los ist. In den Interviews nach dem Spiel waren dei Gesichter (außer das von Thomas Schaaf) so merkwürdig gefasst, ironisierend und ohne den (angebrachten) Verdruss.
Außerdem kommen die Fehler nicht nur von der Mannschaft: Schaaf wechselt in der 58. Minute beim Stande von 2:2 Baumann aus, lässt noch offensiver spielen und 8 MINUTEN SPÄTER STEHT ES 4:2…
Das war in dieser Phase eine selbstmörderisch offensiv eingestellte Manschaft, nicht “zu junge Mannschaft, zu naiv, zu unerfahren” wie danach gesagt wurde.

Und meine Theorie, dass das auch daher kommt, dass Werder die Situation in dieser Saison NIE wirklich objektiv richtig eingeschätzt hat, scheint sich mit jedem Spiel mehr zu zeigen, besonders eben am Samstag.

==> wenn der Erfolg aufgrund von “stümperhaften Fehlern (s.o.)” der jungen Spieler ausbleibt, ok, ärgerlich! Aber Allofs und Schaaf sollte soetwas nicht passieren! Sonst reg ich mich halt auf und schau sogar mal zu den Bayern, was die anders machen und warum das bei ihnen gut geht.

Kommentar von Johan
Erstellt am 10. Mrz 2008 um 16:10 Uhr

P.S.:

Wozu beim Stande von 2:2 offensiver spielen, wenn man eh 4 mal so viele Torchancen wie Stuttgart hatte und es einzig und allein an der Kaltschnäuzigkeit Almeidas haperte. Wäre Bouba nicht die bessere Wechselmaßnahme gewesen? Auch wenn er nicht in Form ist und Hugo bspw. beim Lattenknaller Pech hatte, aber schlimmer gings kaum in punkto Chancenverwertung.

Kommentar von knibbelblitzer
Erstellt am 10. Mrz 2008 um 22:34 Uhr

am schlimmsten finde ich, dass keine mannschaft mehr irgendeinen respekt vor werder haben muss, da sich alle mitrecht etwas gegen uns ausrechnen können. wenn ich mir die bayern, den HSV, schalke und leverkusen anschaue, die brechen die moral des gegner mit dem ersten selbstgeschossenen tor, weil sie zurecht zweifeln, ob sie noch 2 tore gegen diese mannschaften schiessen können. gegen werder sind immer 3-4 möglich.

Kommentar von Ecky
Erstellt am 11. Mrz 2008 um 2:24 Uhr

Das war ja leider abzusehen! Mensch, die sind vollkommen auf! Zuerst die ganzen verletzten und dann die ganzen Spiele! Die Saison muss nu mal zu Ende gespielt werden und dann muss der Kader mal qualitativ und quantitativ vergrößert werden. Und Leute wie Baumann, die sowieso die halbe Saison verletzt sind, müssen dann auch mal nicht hundertprozentig eingeplant werden! Dann kann man nämlich auc mal die ganzen Spiele überstehen!

Kommentar von Stephen
Erstellt am 11. Mrz 2008 um 12:46 Uhr

Hmm, komische Sache. Die letzten Male, als ich darauf hingewiesen habe, dass Bremen oftmals einfach blind nach vorne spielt und sich dann auch gerade von eher limitierten Mannschaften die Butter vom Brot nehmen lässt und vor allem auch keinerlei anderes taktisches Konzept präsent zu sein scheint als: vorwärts immer, rückwärts nimmer, hieß es, dass das halt das Opfer ist, welches man als offensiv ausgerichtete Mannschaft zu bringen hat. Ist mir auch klar, dass man nicht nach vorne drängen kann ohne dabei die Deckungsarbeit im Endeffekt aufzulockern.

Aber gerade bei diesem Spiel, wo man gerade einmal 41 Stunden nach dem Match in Glasgow wieder ran muss und Stuttgart 11 Tage Ruhe hatte, kann man nicht bedingungslos nach vorne spielen. Eigentlich müsste es bei der Abwehr doch auch mal möglich sein, tiefer zu stehen und darauf zu warten, was die Stuttgarter machen. Zur Not nimmt man auch mal ein Unentschieden mit, aber man lässt sich zumindest nicht so abschlachten. Natürlich ist es nicht gerade hilfreich, dass Merte und Naldo auch gerade ein Formtief haben. Und Diego fällt momentan ein bißchen ab. Liegt das an seiner Verletzung oder ziehen ihm die Gegner zunehmend den Zahn durch Sonderbehandlung? In Glasgow ging auch kaum was bei dem kleinen Brasilianer und oft wirkte er frustriert.

Ich habe auch keine perfekte Lösung parat, aber der FC Arsenal schafft auch einigermaßen den Spagat zwischen Offensive und Defensive. Und ja, ich weiß auch, dass man das nicht so vergleichen kann, aber es ist zumindest ein Beispiel dafür, dass das eine das andere nicht völlig ausschließt.

Kommentar von Schwarzseherhasser
Erstellt am 11. Mrz 2008 um 16:46 Uhr

@Schwarzseher:
Die Defensivleistung von Werder gegen Stuttgart war alles andere als bundesligatauglich, da kann nun niemand widersprechen. Wer jetzt allerdings komplett die Nerven verliert und alles anzweifelt, was vor ein paar Tagen noch gelobt wurde, ist fehl am Platz. Die ewigen Schwarzseher (”Das hab ich doch schon immer gesagt”) können jetzt endlich ungestraft ihre pessimistische Grundeinstellung zum Besten geben und erhalten dafür sogar Verständnis. Dabei war es nur zu deutlich, dass die Leistung im Spiel gegen Stuttgart nichts mit System, sondern mit geistiger Frische zu tun hatte. Wer beim Stand von 1:1 bei eigenem Eckball kompleet im gegnerischen Strafraum steht, hat nicht das falsche System, sondern ist einfach geistig nicht auf der Höhe (vielleicht lag es daran, dass 40 Stunden vorher noch ein Spiel in Glasgow anstand und zudem eine ziemlich anstrengende Rückreise mit einstündiger Wartezeit anstand). Bei der Besprechung werden solche Situationen oft besprochen und es handelt sich hier eindeutig um Fehlverhalten einzelner Spieler. Während der anderen Spiele der Rückrunde hat die Mannschaft auf jeden Fall nicht annähernd so offensiv gespielt; im Gegenteil: Gegen Nürnberg wurde sich darüber beklagt, dass es das langweiligste Heimspiel seit langem war. Die Spiele gegen Frankfurt und Glasgow wurden aufgrund individueller Fehler vergeigt, die auch mit dem defensivstem System der Welt zu Gegentoren geführt hätten. Jetzt gar einen Neuanfang zu fordern ist das unklügste, was ich in den letzten Jahren gelesen habe. Bitte trotz allem Frust über die Niederlage nicht den Blick für das Wesentliche verlieren. Werder ist Zweiter und ich freue mich jede Woche wieder, zu einem Verein zu halten, bei dem der Spagat zwischen Unterhaltung und Erfolg so gut gelingt wie bei Werder. So und nicht anders macht Fußball Spaß!

Kommentar von Bisselbock
Erstellt am 12. Mrz 2008 um 16:48 Uhr

Ich habe abends Musik gemacht und dabei mein Werder-Polo getragen. Klatsche hin und oder her. Erfolgsfans sind out…

Kommentar von lars
Erstellt am 13. Mrz 2008 um 19:45 Uhr

Ich hätte noch einen Ausdruck, der eigentlich auf den Index gehört: Wunder von der Weser…

Warum sollte es ein Wunder sein, zu Hause gegen Glasgow einen 0:2 Rückstand aufzuholen…?

Kommentar von nic
Erstellt am 13. Mrz 2008 um 22:21 Uhr

wer bei 100 ecken kein ding macht ist einfach zu dumm!!!

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