Werder bleibt nur der Döner-Cup

Karsten 11. Dezember 2007 11 Kommentare Drucken

Das Geld lag auf der Straße, doch Werder wollte / konnte nicht zugreifen. Durch die 0 zu 3 Niederlage gegen Olympiakos Piräus sind die Träume vom Überwintern in der Königsklasse endgültig ausgeträumt. Werder spielte zwar nicht schlecht, aber letztlich doch nicht gut genug, um in Griechenland bestehen zu können. Insgesamt ist das Ausscheiden verdient und man kann froh sein, dass man wenigstens im UEFA-Cup weiter mitkicken kann.

Dabei begannen die Grün-Weißen recht beherzt und hatten eindeutig mehr vom Spiel. Ein Fehlpass von Jurica Vranjes in der Vorwärtsbewegung (Fritz von Thurn und Taxis nannte es einen „typischen Vranjes“) brachte Olympiakos jedoch ins Spiel: die Chance, die sich dadurch bot, nutzten die Griechen eiskalt. Danach standen sie hinten sehr kompakt. Werder erspielte sich zwar die ein oder andere Chance, scheiterte aber entweder am Unvermögen oder aber an einem der zahlreichen griechischen Beine. Insgesamt hatte das Bremer Spiel auch zuwenig Durchschlagskraft. Während Jensen noch sehr bemüht war, gingen Diego und vor allem Borowski vollkommen unter.

Als dann in der zweiten Halbzeit das 2 zu 0 fiel, nachdem Pasanen bei der Flanke und Naldo beim Kopfball jeweils einen 2-Meter Sicherheitsabstand von ihren Gegenspielern einnahmen, war der Drops gelutscht. Kurz darauf fiel sogar das 3 zu 0 für Piräus. Dass nur zwei Rote gegen 5 Grüne die Oberhand behielten, brauche ich wohl nicht explizit zu erwähnen?!

Dass wir mit 6 Punkten immer noch am europäischen Wettbewerb teilnehmen „dürfen“, liegt wohl an der schlechten Gruppe bzw. grenzt schon an ein weiteres Bremer Wunder. Ich bin mir allerdings gar nicht so sicher, ob ich mich darüber freuen oder lieber betrübt sein sollte. Der damit verbundene Donnerstag – Samstag / Sonntag-Rhythmus ist nicht unbedingt das, was eine verletzungsgeschwächte Mannschaft wie die unsere gut gebrauchen kann.

gar nichtnicht so gutdurchschnittlichguthervorragend (Stimmen: 6, Durchschnitt: 4,67 von 5)
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11 Kommentare »

  • vandango sagt:

    Und wieder hat Werder die Fans tief enttäuscht … aber wer hört schon auf die kleinen Fans – oder würde sich für sie anstrengen :(

  • Andre sagt:

    Naja, Fans hin oder her, sicher hätten sie gerne gewonnen heute, aber so gespielt haben sie nicht wirklich. Zwar war ihn das Bemühen anzusehen, aber „eigentlich ganz gut gespielt“ wie Karsten schreibt haben sie doch nie oder? Wiedermal dermaßen viele Fehlpässe und ein Abwehrverhalten unter aller Würde, was aber wohl am Fehlen Mertesackers liegt, ist ja nicht das erste Mal das es da zu Problemen kommt. Und auch wenn Frank Baumann ein sympathischer Typ ist, aber ähnlich wie Christian Schulz muss man sich doch mehr über sie ärgern als das sie einen mal positiv überraschen.

  • Joern sagt:

    Genau das ist jetzt die Frage, ob es gut ist dritter zu sein. Ich würde sagen: Nein. Entweder CL (was ja leider nicht geklappt hat) oder raus um sich dann voll auf die Bundesliga konzentrieren zu können. „Der Cup der Verlierer“interessiert bestenfalls wenn man ihn gewinnt, aber das traue ich Werder (aufgrund der dünnen Personaldecke) leider nicht zu.

  • Stephen sagt:

    Ich denke, man muss sich mal darüber Gedanken machen, warum Bremen wieder so ein immens wichtiges Spiel durch so stümperhafte Abwehr vergeigt. Und komm mir bitte keiner damit, dass Mertesacker gefehlt hat. Das erklärt nämlich nicht, warum Vranjes den Fehlpass vor dem 0:1 spielt und danach drei Bremer zugucken, wie der Stoltidis sich die Pille auf den rechten Schlappen legt um abzuziehen. Es erklärt auch nicht, warum Naldo sowohl beim 0:2 als vor allem auch beim 0:3 geradezu Arbeitsverweigerung betreibt.
    Kann es vielleicht auch einfach sein, dass Bremen die Klasse abgeht, um ganz nach vorne mal zu kommen? Im Basketball gibt es die „Weisheit“: Offense wins games, defense wins championships. Bremen hat in den letzten Jahren mitunter grandiosen Fußball gespielt, aber immer wieder Fehler in der Abwehr gemacht, die einen fassungslos zurücklassen. Vor allem in wichtigen Partien. Letzte Saison: gegen Bielefeld auswärts, zu Hause gegen den HSV und Frankfurt, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Und dabei darf man nicht vergessen, dass auch trotz der Verletzten eine ansehnliche Anzahl an Nationalspielern auf dem Platz steht, die ja auch über weite Strecken der bisherigen Saison gute Leistungen gebracht haben.
    Und was ist eigentlich im Mittelfeld los? Die Griechen beackern Diego mit zwei, manchmal drei Leuten, ohne dass der Rest in der Lage ist, sich aus den entstehenden Lücken einen Vorteil zu verschaffen. *grummel**grummel*

  • Raso sagt:

    War „Döner-Cup“ nicht eigentlich immer das Synonym für UI-Cup?

  • Tingel sagt:

    @ Stephen
    Ich bin schon der Überzeugung das eine Abwehr mit Merte und Naldo in der Innenverteidigung auch Meisterschaften gewinnen kann.
    Klar läuft da noch nich alles 100%tig und es gibt die Saison über immer mal „Ausfallerscheinungen“,
    aber wenn ich mir für Werder was wünschen dürfte dann ( ausser das Diego bleibt ) eben das Naldo und Merte noch viele Jahre zusammen spielen. Die beiden in 2 Jahren… was soll da noch anbrennen?
    Wo ich dir absolut zustimme ist das der Rest vom Mittelfeld die Tatsache das Diego permanent beackert wurde nicht ausnutzen konnte.

  • gw-xberger sagt:

    @ Stephen, too

    Ich seh‘ das genau wie Tingel, möchte aber noch etwas hinzufügen:

    Wenn eine Mannschaft gepflegten Angriffsfußball zeigen will, dann kostet das immer was, nämlich hin und wieder eine Abwehr unter Druck, und alles was damit zusammenhängt. Das ist wie mit einer Wippe. Drückst Du auf der einen Seite runter, geht die andere Seite hoch. Angriffsfußball heißt nicht „Waage halten“.

    Ob die Klasse fehlt? Nö, bei Werders Etat ist mehr Klasse nicht drin.
    By the way: Gottseidank ist die Kohle auch in der Breite angelegt, wo wären wir wohl sonst?

  • Stephen sagt:

    @ Tingel: Ich denke einfach, dass Merte und Naldo schon jetzt eigentlich eine wesentlich bessere Paarung bilden sollten, als sie es derzeit manchmal tun. Und „Ausfallerscheinungen“ gibt es immer, das ist klar, aber es kommt manchmal auch auf das wie und das wann an. Naldo ist trotz seines geringen Alters schon ein relativ erfahrener Mann, was war das also gestern wieder für ein Quark.

    @gw-xberger: Ja, das mit der Waage stimmt und ich erwarte auch gar nicht, dass Bremen jeden Gegner vorne schwindelig spielt und hinten immer zu null spielt. Aber manchmal habe ich das Gefühl, dass es die Gegner zu einfach haben und das liegt meiner Meinung nach nicht nur daran, dass die Grün-Weißen immer weit nach vorne aufrücken. Von den Toren gestern ist keines nach einem Konter gefallen. Beim 0:1 waren genügend Bremer noch zwischen Schützen und dem Tor. Die beiden anderen Tore fielen nach Standardsituationen. Und oft habe ich das Gefühl, dass Bremen auch gegen offensiv schwächere Mannschaften ins Schwimmen kommt. Darüber hinaus sind die Bremer auch nicht gut darin, mal eine Führung zu verteidigen. Die nominelle Klasse ist da, denn außer denn Bayern sehe ich keine Mannschaft, die einen ähnlich gut und breit besetzten Kader besitzt. Aber warum habe ich das Gefühl, dass Bremen in den letzten zwei Jahren eher stagniert, als einen weiteren Schritt zu machen. Ein Schritt wäre der Titel letzte Saison gewesen, wo Bremen absoluter Favorit waren, aber es dann doch versemmelt hat. Dann muss man bei der Gruppe (trotz der Ausfälle) auch mal ins Achtelfinale kommen. Denn trotz der deftigen Klatsche gestern, ist Piräus wahrlich keine Übermannschaft, gegen die man keine Chance gehabt hätte.

    Ich will ja auch gar nicht alles schlecht reden, nur habe ich wie oben schon erwähnt, ein bißchen das Gefühl, dass es stagniert. Natürlich ist es toll, dass wir trotz der Verletzten soweit vorne stehen. Aber ich habe mich letzte Saison darüber geärgert, wie der Titel verspielt wurde, ich habe mich zum Teil über die Spiele in der CL geärgert und frage mich, ob es nicht auch eine Kopfsache ist, mit der nötigen Coolness ein 1:0 gegen Piräus zu verteidigen. Ist halt so eine Frage, die ich mir gestellt habe.

  • Tingel sagt:

    Da geb ich dir recht, manchmal fehlt da die Ruhe und Gelassenheit die man einfach braucht. Zwischendurch wirken die Jungs ( ich denk da schon an mehrere ) richtig nervös.
    Ich will nicht behaupten das mit Thorsten Frings alles besser läuft aber er bringt einfach ´ne gewisse Ruhe rein. ( Stichwort, Wir brauchen ein Arschloch im Team ;) )
    Der Einsatz und die Bereitschaft mal voll an die Grenzen zu gehen ist ja zum grössten Teil da.
    Aber wie uns die Werbung gelehrt hat:“Power is nothing without control“!
    So oder so ähnlich läufts ja zwischendurch ab.
    Ob der UEFA-Cup jetzt dazu beiträgt das Werder noch das ein oder andere BuLispiel vergeigt kann man schlecht voraus sagen. Da teilen sich die Meinungen wohl.

  • Andre sagt:

    Wieso geteilte Meinungen? Glaubt wirklich jemand das der UEFACup beflügelt? Siehe letzte Saison. Also entweder gewinnen oder gleich rausfliegen, alles dazwischen ist sinnlos.
    Was die Verbesserung durch das Mitwirken von Frings anbelangt sei an das Barcelonaspiel letzte Saison erinnert, als Frings noch eher negativ durch Nervosität und Fehlpässe auffiel. Ich hatte ja gehofft, dass sich generell ein Reifeprozess bemerkbar macht, der die gesamte Mannschaft abgeklärter agieren lässt, sowohl in Spielen gegen Piräus als auch gegen Cottbus oder Wolfsburg. Einfach mal in Führung gehen und dann ruhig weiterarbeiten. Meine Prognose war ja dann auch weniger spektaküläre Siege, aber mehr Effizienz. So ist es bisher nicht gekommen. Man muss immer noch ziemlich zittern, wie hoch der zwischenzeitliche Vorsprung auch ausfallen mag und spielt dann halt z.B. gegen Wolfsburg auch nur 1:1.
    Das einzige Spiel, dass aus dieser Reihe positiv rausfällt ist das gegen Real und mit Abstrichen das gegen Hamburg. Hier war man trotz der Bedeutung für Mannschaft und Fans eigentlich angenehm ruhig und gelassen, hat sein Spiel gemacht und es hat sich durchgesetzt. Schade dass es das nicht öfters gibt, aber hey, 35 Punkte bisher, das ist echt ne geile Sache, daran können wir uns ja wenigstens festhalten.

  • Dennis Strauss Championsleague Fanc. sagt:

    wo wir wieder bei der Diskussion sind, ob bzw. wie der UEFA-Cup wieder aufgewertet werden kann!

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