Die Geschichte wiederholt sich

Karsten 23. September 2007 Ein Kommentar Drucken

Nach der deutlichen Niederlage gegen Dortmund und einer guten, aber leider weniger erfolgreichen Leistung gegen Real Madrid konnte Werder Bremen gestern gegen den Deutschen Meister VfB Stuttgart eindrucksvoll zurückkehren: nach nur 15 Minuten führten die Grün-Weißen mit 3 zu 1. Am Ende heiß es dann sogar 4 zu 1.

Wenn Hollywood einen Film über die Fußball-Bundesliga produzieren würde, sähe das Drehbuch wohl in etwa so aus. Obwohl die Vorzeichen nicht unbedingt für Werder sprachen, war das Weserstadion von einer seltsamen Zuversicht eingehüllt. Irgendwie hatte man vor dem Spiel nie den Eindruck, dass man gegen Stuttgart – immerhin der amtierende Deutsche Meister – verlieren könnte. Und diese Zuversicht steigerte sich von Minute zu Minute. Unterstützt von einer neuen, besseren Stadionmusik gab Arndt Zeigler bekannt, dass seinen Vertrag um ein weiteres Jahr, also bis 2011, verlängert hat. Das Stadion kochte. Und dann kam die 4. Minute. Jensen spielt die Kugel auf Almeida, der nicht lange fackelte und sie mit geschätzten 200 km/h in die Maschen ballerte. Durch die Stadionlautsprecher ertönte noch die Karnevalsmusik (die wir bei einer tatsächlichen Verfilmung aber noch austauschen sollten), da klingelte es schon wieder im Stuttgarter Tor. Es war eine perfekte Kopie vom 1 zu 0. Wieder ist Almeida auf links frei und versenkt das Leder zum zweiten Mal innerhalb von 50 Sekunden. Das Stadion flippte aus. Eine derartige Reaktion der Fans habe ich zuletzt beim 62 Meter Tor von in der letzten Spielzeit gegen Aachen erlebt.

Dass ausgerechnet dieser Doppelpack gelang, ist sehr kurios. Ob es eine taktische Maßnahme war oder wirklich ein Übermittlungsfehler, vage ich nicht zu beurteilen. Auf jeden Fall stand die Nummer 23 bis kurz vor Anpfiff nicht auf dem Spielbogen. Dies sorgte nicht nur bei der obligatorischen Mannschaftsaufstellung für Verwirrung, sondern anscheinend auch in der Stuttgarter Defensive. Irgendwie hatte keiner den Portugiesen auf dem Zettel. Dass Armin Veh und Horst Heldt nach dem Spiel von Bremer Unfairness reden, macht ihre momentane Ratlosigkeit und Verzweiflung deutlich. Ich bin froh, dass Schiedsrichtersprecher Manfred Amarell die Situation kurzerhand aufklärte und auf die Legalität dieses Vorgehens hinwies.

Nach dem 2 zu 0 ging es hin und her. Und das ist auch der einzige Kritikpunkt, den ich der Mannschaft heute vorwerfe. Vor dem Spiel sagte Schaaf, dass er von der Mannschaft ein erfolgreiches, und weniger ein schönes Spiel erwartet. Wenn sie dies befolgt hätten, wäre der Anschlusstreffer mit Sicherheit nicht gefallen. In der 13. Minute traf Gomez nach einem für die Bremer Defensive typischen Konter zum 1 zu 2 aus Stuttgarter Sicht und ich befürchtete schon das Schlimmste. Doch nur 2 Minuten später flankte Petri Pasanen aus dem Halbfeld und Boubacar Sanogo bewies riesiges Timing und köpfte den Ball im Duell mit Fernando Meira direkt ins Eck. Wahnsinn! 4 Tore in nur 15 Minuten.

So gingen die Mannschaften dann auch in die Pause. Werder hatte Glück, dass Gomez und Hilbert am Aluminium scheiterten. Denn dann hätte es durchaus noch mal eng werden können. Insgesamt verwaltete Werder dann das Ergebnis – und folgte damit jetzt doch der Vorgabe des Trainers. Stuttgart wurde zwar besser, konnte aber keine entscheidenden Impulse setzen. Schließlich setzte Diego kurz vor Schluss mit einem abgefälschten Distanzschuss den Schlusspunkt. Seine Verbeugung vor der Fankurve war für mich der krönende Abschluss dieses wunderschönen Nachmittags, in dem einfach alles passte.

Das Ergebnis erinnert ein wenig an die letzte Saison. Auch dort konnte man in der Königsklasse nach schlechten Leistungen in der Bundesliga gegen große Mannschaften überzeugen, um dann mit dem zurück gewonnenen Selbstvertrauen eine Siegesserie zu starten. Es wäre schön, wenn sich die Geschichte wiederholen würde und wir am kommenden Dienstag gegen Wolfsburg da weitermachen könnten, wo wir gestern aufgehört haben.

gar nichtnicht so gutdurchschnittlichguthervorragend (Stimmen: 6, Durchschnitt: 4,67 von 5)
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1 Kommentar »

  • Tunnelblick sagt:

    Hey neue Stadionmusik? Was heißt das denn? Bin derzeit wieder in Köln und wohl erstmal länger nicht in Bremen… also was gibts neues??

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