Na also, es geht doch
Wer im Endeffekt das Einsehen hatte, wird für uns Außenstehende wohl nie zu klären sein. Ehrlich gesagt ist es mir auch egal. Ich bin einfach nur froh, dass dieses ganze Theater vorbei ist: Miro Klose erfüllt seinen bis 2008 datierten Vertrag bei Werder Bremen nicht, sondern wechselt mit sofortiger Wirkung zum FC Bayern München.
Die ganze Angelegenheit wirkte auf mich wie eine Begebenheit auf einem Kinderspielplatz. Der eine Junge, namens Klaus, hatte eine große Burg gebaut, auf die er mächtig stolz war und aufgrund dessen ihn die anderen Kinder ziemlich bewunderten. Ein anderer Junge, namens Ulli, wusste genau, dass man so eine Burg nur mit einer soliden Schaufel bauen konnte. Daher fragte Ulli den Klaus, ob er die Schaufel bekommen dürfte. Klaus wusste, dass die Schaufel schon ziemlich gelitten hatte und war eigentlich damit einverstanden, weil er sich sicher war, dass Ulli selbst mit der besten Schaufel keine so großartige Burg bauen könnte. Um von den anderen Kindern aber nicht als Weichei bezeichnet zu werden, wollte er eine Gegenleistung haben. Der Ulli war so verzweifelt, dass er dem Klaus versprach, drei Jahre lang sein Pausenbrot zu überlassen. Der Klaus war eigentlich einverstanden, spürte aber Ullis Verzweiflung und lehnte ab. Obwohl er eine gute Burg hatte und seine Schaufel nicht mehr benötigte, versicherte er den anderen Kindern, dass er und seine Schaufel unzertrennlich wären. Als einige Kinder sahen, wie der Klaus die Schaufel in eine alte Kiste warf, drohte der Bluff schon fast aufzufliegen, doch dann kam der Ulli und versprach dem Klaus ein weiteres Jahr seine Pausenbrote. Und außerdem würde er noch ein halbes Jahr drauflegen, wenn er mit der Schaufel eine schöne Burg gebaut hatte. Da rieb der Klaus sich die Hände und willigte ein. Der Ulli, seines Zeichens eher ein wenig übergewichtig, wischte sich den Schweiss von der Stirn und sprach von einem “fairen Geschäft”. Da lachte der Klaus verschmitzt und sagte: dem kann ich nur zustimmen.
Die Gerüchte über die Ablösesumme gehen auseinander. Es wird wahrscheinlich irgendwo zwischen 12 und 15 Millionen liegen. Allofs soll angeblich zugegeben haben, dass man lieber ein Tauschgeschäft mit Makaay oder Podolski angestrebt hätte, die Bayern oder auch die Spieler selbst (?) dazu aber nicht bereit gewesen wären.
Dass dieser Transfer noch vollzogen werden würde, war ja eigentlich jedem klar. Zu groß war der Druck von der Öffentlichkeit und letztlich auch im eigenen Team. Es war also nur eine Frage der vertraglichen Ausgestaltung. Ob das neue Angebot wirklich so gut war, dass Werder es nicht hätte ausschlagen können, wage ich nicht zu beurteilen. Leichte Zweifel habe ich diesbezüglich aber schon. Ich denke vielmehr, dass Allofs sein Gesicht wahren wollte. Thomas Schaaf brachte es ziemlich gut auf den Punkt:
“Es ist schade, dass unser gemeinsamer Weg zu Ende ist. Natürlich hätten wir Miro gern noch im Team gesehen, wenn er auch jetzt zum Saisonstart noch zu 100 Prozent hinter seiner Entscheidung, seinen Vertrag bei Werder zu erfüllen, gestanden hätte.”
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