Miro Klose und kein Ende

Karsten 5. Juni 2007 12 Kommentare Drucken

Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber dieses ganze Tohuwabohu um Miroslav Klose geht mir einfach nur noch tierisch auf den Geist. Es vergeht kein Tag, an dem sich nicht irgend ein so genannter Experte zu Wort meldet, um Klose, seinem Berater, Klaus Allofs, Thomas Schaaf, Werder Bremen, dem Bundes-Jogi und der ganzen Nation einen liebgemeinten Ratschlag zu geben, wie wir aus der Klose-Misere herauskommen können. Mal abgesehen davon, dass dieser Hype dem Spieler selber wahrscheinlich am wenigsten hilft (obwohl es ja eigentlich das ist, was alle wollen), frage ich mich, wen dieser Kram überhaupt interessiert? Diejenigen, die wissen wovon ich rede, können hier aufhören zu lesen. Allen anderen empfehle ich den nachfolgenden kurzen Abriss, um sich ein Bild von diesem irrwitzigen Schauspiel machen zu können.

Um die ganze Entwicklung dieser never-ending-Story wiederzugeben, müsste ich schon bei der WM 2006 beginnen. Doch da ich euch das ersparen möchte, springe ich einfach mal zum letzten Samstag. Trotz des bekannten Formtiefs versprach Jogi Löw seinem Toptorjäger eine Einsatzgarantie. Ob er ihm damit jetzt geholfen hat, wage ich nicht zu beurteilen. Auf jeden Fall war Klose im Spiel gegen San Marino keineswegs chancenlos, leider jedoch weiterhin glücklos. Wenn ich seine Mimik nach dem Spiel richtig gedeutet habe, nimmt er das selber aber weniger schwer als der Rest der Bevölkerung:

„Wenn man 6:0 gewinnt und kein Tor macht ist es klar, dass man als Stürmer ein bisschen verärgert ist.“

Klose wird gegen die Slowakei übrigens wieder von Beginn an auflaufen. Und das, obwohl die Bild eine Umfrage gestartet hatte, ob nicht viel lieber Mario Gomez die Nationalhymne trällern sollte. Zum Glück obliegt die Aufstellung in diesem Land immer noch den Bundestrainern (obwohl Bob Geldorf das mit Sicherheit auch könnte). Die Bayern wird es freuen, denn angeblich falle der Marktwert Kloses mit jedem torlosen Auftritt.

Das halte ich übrigens für genauso schwachsinnig, wie die Annahme, dass Klose nach einem möglichen Treffer gegen die Slowaken wieder der Alte sein wird. Warum genau er diese Krise durchlebt, weiß womöglich niemand (außer Netzer, Berthold, Fischer et cetera). Ich bezweifle allerdings, dass er sie durch ein Erfolgserlebnis am kommenden Mittwoch los wird. Er selber sieht sie übrigens nach wie vor in seinem grippalen Infekt begründet und nicht in einem möglicherweise unruhigen Umfeld.

Um den Kreis wieder zu schließen, wiederhole ich am Ende, dass mich das ganze nur noch nervt. Ähnlich verstehe ich auch die Aussage von :

„Ich habe nicht das Gefühl, dass er bei Werder bleiben will. Wenn das so ist, dann soll er halt gehen.“

Man kann jetzt verschiedener Ansicht sein, ob ein Spieler (und dann ausgerechnet Frings) sich in die Zukunftspläne seines Teamkameraden einmischen sollte. Allerdings tut die ganze Situation dem Verein Werder Bremen nicht gut, und da ist es vielleicht auch an der Zeit für klare Verhältnisse zu sorgen. Egal wie, es sollte schleunigst eine Entscheidung getroffen werden. Denn das würde wirklich helfen: dem Klose, seinem Berater, Klaus Allofs, Thomas Schaaf, Werder Bremen, dem Bundes-Jogi und der ganzen Nation. Findet der Kaiser übrigens auch. Und der hat schließlich immer recht.

gar nichtnicht so gutdurchschnittlichguthervorragend (Stimmen: 0)
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12 Kommentare »

  • Karsten sagt:

    Indirekter Freistoß hat noch mehr Meinungen.

  • Joern sagt:

    Klose und Frings werden wohl keine Freunde (http://www.sport1.de/de/sport/artikel_1326045.html)
    Da muss einfach jetzt einer gehen – und zwar logischerweise Klose.
    Ich hoffe wirklich dass er noch diesen Sommer zu den Bayern geht.

  • Stephen sagt:

    Hmm, zu der Personalie Klose ist ja nun schon vieles geschrieben worden. Zwei Sachen fallen mir auf. Zum einen zeigt der Fall, dass im Geschäft Profi-Fußball leider die Spieler am längeren Hebel sitzen. Klose wird so lange den geistig umnachteten geben, bis er endlich gehen darf.

    Zum Zweiten ist vor allem die Bild ein Paradebeispiel für Meinungsänderung. Während nach dem Rückspiel gegen Espanyol der Klose noch zum Buhmann erkoren wurde, bekommt die Bild allmählich Mitleid mit dem armen Buben. Man möge ihn doch ziehen lassen, denn jetzt geht es um Höheres.

    Das Einizige was mich verwirrt, ist dass es mittlerweile so rüberkommt, als ob das Fanlager in Bremen in ob seiner schlechten Leistungen weghaben möchte. Dabei hat er während seiner torlosen 1000 Minuten alle Unterstützung bekommen und alle haben sich gefreut, als er gegen Alkmaar wieder getroffen hat. Was die Fans, den Trainer und wohl auch mittlerweile die Mitspieler nervt, ist das Rumgeeier seit einem Jahr („Ich gehe nur ins Ausland“, „Ich entscheide mich zu Beginn der Rückrunde“)

    Wenn Klose so ein Sensibelchen ist, dann freue ich mich schon auf den Moment, wo er in Bayern 3 Spiele nicht trifft. Danach wird er dann wissen, was öffentliche Kritik ist.

  • enlite sagt:

    Das einzige, was für uns als Fussballfans zählen sollte, ist doch letztendlich, wie ein Fussballer spielt. Und nicht, warum er so spielt. Weder der ruhmreiche SVW noch die Nationalmannschaft sind ein Aufbaulager für Profis, deren Psyche – warum auch immer, ist mir völlig egal – angekratzt ist. Ich bin Fan, ich möchte schönen und erfolgreichen Fussball beim ruhmreichen SVW sehen. Wer diesen Fussball bieten kann soll spielen. Wer ihn nicht bieten kann, spielt nicht. Also spielt Klose in Zukunft nicht mehr bei Werder und nicht mehr in der Nationlamannschaft. Ende aus Mickey Maus.

  • Joern sagt:

    @Stephan: 100% Zustimmung
    @enlite: Dir kann ich nicht 100% zustimmen :)
    „Wer diesen Fussball bieten kann soll spielen.“
    Meiner Meinung nach gehört Charakter bzw. etwas Identifikation zum Verein schon noch auch mit dazu.
    Selbst wenn Klose jetzt wieder super spielen sollte, ich möchte ihm wegen der ganzen Geschichte (rumgeeier, Treffen mit Bayern) nicht mehr bei Werder haben…
    Einen David bekham würde ich z.B. auch nicht bei Werder sehen wollen, auch wenn er noch so gut spielen würde…

  • enlite sagt:

    @Joern
    Gebe Dir absolut Recht, habe es aber versäumt Deinen Einwand auch in meinem Kommentar zum Ausdruck zu bringen. Zum Spieler gehört eine hundertprozentige Identifikation mit dem Verein; die ja letztendlich auch zu guten Leistungen führt.

  • Bisselbock sagt:

    Ich bin mittlerweile dafür, dass er geht. Weil ich es erstens auch nicht mehr hören kann und es zweitens ähnlich so sehe wie der Herr Frings. Der Klose will gar nicht wirklich bleiben und dann sollte er auch schleunigst gehen, bevor noch mehr Unruhe in die Mannschaft kommt.

  • gw-xberger sagt:

    Ich hab´ ja nun einiges gelesen, über den Miro und dennoch ist mir eines nicht klar:

    Warum will Klose zu den Bayern?

    Gibt es da klare Aussagen oder Meinungen?

    Wäre ich der Miroslav Klose bei Bremen, hätte aber meinen Kopf auf, dann würde mich nichts in den Süden ziehen (Geld hätte ich doch dann eh genug) …

  • Hinnerk sagt:

    Klose verkaufen, Farfán kaufen, ruhe im Karton!

  • arne sagt:

    Hinni, das wird nich klappen. a) gibt werder keine 14 Mio aus und b) würde Chelsea da sicherlich nicht mitspielen.

  • Oliver (Breitnigge) sagt:

    Klose hat inzwischen Farbe bekannt

  • Im Norden nicht (viel) neues… » WERDERBLOG.NET sagt:

    […] in den letzten Wochen. Ich hätte zwar ein 101. Mal über einen möglichen Klose-Wechsel, das 87. Mal über einen möglichen Kuhhandel mit Schlaudraff oder Podolski oder das 66. […]

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