Verbrannte Erde

Karsten 20. Mai 2007 39 Kommentare Drucken

Auch wenn es letztlich nicht mehr ausschlaggebend war, bin ich doch froh, dass durch sein Bekenntnis zu Werder zumindest für die letzten Wochen der Saison ein wenig mehr Ruhe in Mannschaft und Umfeld bringen konnte. Dass ich seine Aussage nach dem ganzen Hickhack mit einem dicken Fragezeichen versehe, habe ich schon angedeutet. Jetzt, nach der Saison, wird es Zeit Tacheles zu reden.

Im schon zitierten kicker-Artikel wird auch nach der Personalie Klose befragt. Im Gegensatz zu den Wochen zuvor, in denen er immer die schützende Hand über Miro gehalten hatte, zeigte er jetzt seine wahren Emotionen: „Miro hat uns mit seinem Riesenbock sehr wehgetan“. Wenn man Schaafs Aussagen in den Medien in den letzten Jahren verfolgt hat, wird man zugeben müssen, dass dies für ihn bemerkenswert deutliche Worte sind. Normalerweise stellt er seine persönlichen Meinungen über Spieler nicht in der Öffentlichkeit zur Schau. Wenn man dann noch die Aussage von betrachtet, der langsam müde wird, Fragen zur Personalie Klose zu beantworten, erkennt man, dass bei Werder ein Umdenken stattgefunden hat: „Klose hat gesagt, er bleibe bis 2008. Wir haben gesagt, dass wir ihn in der Bundesliga nicht abgeben werden“. Überzeugung klingt anders.

Ich denke, dass Werder ihn zur kommenden Saison an die Bayern abgeben wird. Ich stelle mir einen Transfer in Höhe der Hargreaves-Ablösesumme vor, also ca. 25 Millionen Euro. Werder wäre schön blöd, wenn sie ihn dafür nicht ziehen lassen würden, da nicht davon auszugehen ist, dass Klose seinen Kontrakt in Anbetracht der Umstände verlängern wird. Von daher müsste man ihn in der kommenden Saison ablösefrei ziehen lassen, was doppelt bitter wäre.

Nicht, dass ihr mich falsch versteht, ich bin nach wie vor ein absoluter Miro-Fan. Meiner Meinung nach ist er ein Stürmer, der es fußballerisch ohne weiteres mit den ganz großen dieser Welt aufnehmen kann. Die Rückrunde hat aber gezeigt, dass ihn eine große Tatsache von der Weltelite unterscheidet: seine Sensibilität. Ob grippaler Infekt, Weltmeisterschafts-Nachwehen oder private Probleme. Ich kann das alles nicht einschätzen. Es mag sein, dass das eine Rolle gespielt hat. Letztlich denke ich aber, dass Fußball – besonders im Fall Klose – im Kopf entschieden wird. Er braucht ein gesundes Umfeld, damit er funktioniert. Und ich denke, dass er sich das nicht erst mit dem Geheimtreffen in Hannover verscherzt hat, sondern mit seinen langwierigen Vertragsverhandlungen, die sich jetzt schon über Monate hinziehen. Ich denke, dass er bei Fans und Verein nicht mehr das Ansehen bekommt, dass er benötigt, um frei aufspielen zu können. Von daher kann ich mir auch nicht vorstellen, dass er sich in der nächsten Saison bei Werder wieder fangen wird. Wir sollten ihn jetzt gehen lassen und uns für die Kohle einen soliden Ersatz besorgen.

gar nichtnicht so gutdurchschnittlichguthervorragend (Stimmen: 0)
Loading...

39 Kommentare »

  • Annabelle Meyer sagt:

    Klose muss den Verein in der Tat verlassen. Eine Ablösesumme von 25 Millionen wird man aber kaum erzielen können. Klose hat schließlich nur noch ein Jahr Vertrag beim SV Werder. Mit den immer wieder kolportierten 15 Millionen Euro könnte Werder schon zufrieden sein.

  • Oliver (Breitnigge) sagt:

    @Karsten: 25 Mio. Euro für Klose?? Allein für diese Aussage würde ich ihn noch ein Jahr bei euch rumgurken lassen, um ihn 2008 für umsonst zu bekommen… :-p

  • Karsten sagt:

    Warten wir es ab. Allofs wird ihn nicht für 15 Millionen an die Bayern abgeben. Und die wirken auf mich verzweifelt genug, um ganz tief in die Tasche zu greifen. Die Sprüche der Beteiligten (allen voran Uli Hoeneß und Franz Beckenbauer) sind mehr als peinlich. Was soll eigentlich passieren, wenn es nicht klappt mit der Meisterschaft im nächsten Jahr? Noch viel schlimmer wäre es, wenn nach diesen Ankündigen gar keine Superstars nach München kommen. Werder wird davon profitieren. Wollen wir wetten?

    Und nur mal so nebenbei: Owen Hargreaves ist das Geld auch nicht wert. Für den wird es auch bezahlt.

  • Oliver (Breitnigge) sagt:

    Also darf ich Deinen Aussagen jetzt entnehmen, dass ihr die 25 Mio. dringend braucht, oder dass ihr inzwischen auf einem eigenen überquellenden Festgeldkonto sitzt?

    Was ein Spieler wert ist, bestimmt übrigens der Markt. Angebot und Nachfrage. Bayern-Anfragen lassen traditionell einen Spieler gerne mal 25-50% teurer werden. Per se. Ob Klose das wert ist? Keine Ahnung. Falls ein Vertrag für 2008 existiert, würde ich inzwischen 2007 auf Klose verzichten wollen. So aus Prinzip. ;-)

  • Karsten sagt:

    Ich denke nicht, dass wir sie dringend brauchen, aber ich bin auch nicht Werders Schatzmeister. Allerdings haben wir mit Sicherheit auch nichts zu verschenken…

    Du siehst es genau richtig: DU würdest auf Klose verzichten. Die Bayern-Offiziellen wirken mir da aber wesentlich risikofreudiger.

    Übrigens: Was willst du mir mit deinem kleinen Exkurs in die Betriebswirtschaftslehre sagen? Das unterstreicht doch nur meine Prognose: da Bayern ihn unbedingt haben will / muss, werden sie auch den (überhöhten) Betrag bezahlen. Ich würde hier von einem Nachfrageüberschuss sprechen ;). Um den monetären Wert eines Spielers zu errechnen, bedarf es meiner Meinung nach ausgeklügelter Methoden und Einsicht in Daten, die wir Normalsterbliche wohl nie zu Gesicht bekommen werden.

  • Zurück zu den Wurzeln Breitnigge.de - Ärmel hoch. Stutzen runter. – Das Weblog über Bayerns Traumduo der 80er, die Bundesliga und den ganzen Rest sagt:

    […] Klose soll auch schon 2007 kommen. Erste Vermutungen, die Hargreaves – Ablösesumme komplett in denMiro zu reinvestieren, halte ich völlig […]

  • Stephen sagt:

    Egal, ob und wann Klose zu den Bayern geht: ich bin dann mal gespannt, wie er da zurecht kommt. In Sachen Medienpräsenz und Aufmerksamkeit ist Bremen ja noch ein kleiner Fisch. Wenn der Klose wirklich so ein Sensibelchen ist, dann wird er in München seine wahre Freude haben, wo dann schon nach zwei torlosen Spielen die Diskussionen anfangen, um es überspitzt zu formulieren. Wenn die Bayern 15 Mio. + anbieten, dann ab dafür.

  • Herr Wieland (Drei Ecken, ein Elfer) sagt:

    Der mit dem Fisch war gut.

    Das in der Sache Klose das letzte Wort noch nicht gesprochen wurde, war doch klar. Ich tippe auf 8-10 Mio Ablöse. Wir sind schliesslich nicht in England.

  • gw-xberger sagt:

    Im erstem Moment, denke ich auch „Steck´ die Millionen für Miro ein und ab dafür“. Aber folgende Fragen stellen sich mir da:

    Gehören zu einer Spitzenmannschaft nicht auch die Namen, die in der Welt bekannt sind (Durch die „Frings-Geschichte“ ist doch nun klar, dass Werder ein Super-Club ist)?

    Schießen unsere „No-name-Stürmer“ (Hugo, Ivan, Markus und Aaron) denn wirklich auch noch Tore, wenn die Traumvorlagen von Miro mal nicht mehr vorhanden sind? Ich hatte den Eindruck, dass z.B. Hunt glaubt, er wäre ein toller Stürmer, weil er in Gegenwart von Miro einen Haufen Tore geschossen hat. In den nächsten Spielen, ohne Miro würde er das immer noch denken (und treffen) und in den übernächsten … und schon ist wieder alles durchschnittlich…

    Die Letzte Frage ist: Gibt es eine innere Kündigung von Miro oder nicht, und kann er trotz Fan-Verspottung im Stadion sein Leistungsvermögen abrufen, nur mit „Ich habe Vertrag bis 2008“?

  • Karsten sagt:

    Natürlich wäre es ein schmerzhafter Verlust und würde eine Lücke hinterlassen, die wir mit dem jetzigen Kader nicht schließen könnten. Aber das gleiche haben wir auch mit Micoud gedacht, und dann kam Diego. Ich habe da durchaus Vertrauen in Allofs und Schaaf.

    Mit Mertesacker, Naldo, Frings und Diego haben wir Spieler, die überregional bekannt sind. Klose ist zwar ein Weltspieler, aber wenn er weiterhin auf Rückrundenniveau kicken würde, wären die verschenkten Millionen sehr dämlich. Und ganz ehrlich, ich habe nicht das Gefühl, dass er sich bei Werder wieder steigern wird. Ich habe mir noch einmal Großteile des Wolfsburg-Spiel angesehen und muss echt sagen, dass seine Leistung einfach erschreckend war. Total unmotiviert. Dass es trotz des Schalker Zwischenstandes anders geht, hat Rosenberg gezeigt. Früher wäre Klose von alleine darauf gekommen, dass er den Fans zumindest ein gesundes Engagement schuldig ist. Aber das hat er wohl irgendwo auf dem Weg nach Hannover verloren…

  • Arne sagt:

    Ich glaub, auf dem Autobahnrastplatz „Osterriehe“ kurz vor Hannover! Da liegt übrigens auch Ailtons Können.

  • Annabelle Meyer sagt:

    @ gw-xberger:

    Wir können es uns nicht leisten, Namen viel Geld zu bezahlen. So reich ist der Verein nun auch wieder nicht. Wir brauchen gute und motivierte Spieler. Meines Erachtens wird das in Bremen mit Miro Klose leider nichts mehr. Wenn der FC Bayern wirklich, wie es heute der unsägliche Kai Niels Bogena in der reaktionären „Welt“ schreibt, 18 Millionen für Klose ausgeben möchte, dann sollte der SV Werder den Spieler ziehen lassen.

  • Max sagt:

    Hat sich eigentlich schon einmal jemand Gedanken darüber gemacht, dass man Klose ganz passabel mit Podolski tauschen könnte? Der dürfte wohl in München kein Land sehen, wenn er Leute wie Klose, Makaay (von dem ich wenig halte, die Münchener aber anscheinend umso mehr) oder vielleicht auch Luca Toni vor sich hätte…

    Außerdem: Klose ist nicht mehr der Jüngste, ich wage es zu bezweifeln, dass der noch einmal fußballerisch einen Schritt nach vorn macht.
    Podolski hingegen hatte in München Probleme, meiner Meinung nach vor allem, weil es da kein Mittelfeld gibt, dass ihn ordentlich bedient (wenn man die Verletzungen jetzt mal ausblendet, mit denen hatte er ja auch zu kämpfen). Also Podolski neben einem Markus Rosenberg – das halte ich für eine gute Sache.

  • gw-xberger sagt:

    @ Annabelle

    Wenn 18 bis 25 Millionen geboten wären, lass ihn ziehen, den Klose. Wenn Du aber nur 8 Mios geboten kriegst, dann hast du sozusagen einen wirklich Namenhaften Spieler für ein Schnäppchenpreis (behalten).

    Ich glaub ich bleib dabei. Werder Bremen hat jetzt gerade die Schwelle übertreten, ein kleines süßes Vereinchen zu sein. Die Marke Werder Bremen hat sich deutschlandweit ausgeweitet wie ein Steppenfeuer. Die erhalt der internationalen Reputation ist der nächste Schritt. Wenn man mal nicht unglücklich in der Champions-League rausfliegen will, braucht man leider Namen, die international dem Gegner schon nominell die Stirn bieten. Ein Messi haut dir dann nicht mal ebenso in der 94. Minute einen rein, weil der es erst gar nicht wagt, gegen Mertesacker und Naldo und Co. so ein Dribbling anzusetzen. Der Gedanke, „die Grünweißen No-Name-Kicker müssen doch irgendwie zu schlagen“ sein, muss im Keim erstickt werden. Fußball ist auch Psychologie. Wie oft haben Leute neben das Tor von Kahn gekickt, weil sie dachten, bei dem müssen wir es eben besonders genau machen…. Und Geld schießt leider manchmal wirklich Tore – schau sie Dir an, die Engländer und Spanier…. Und auch ein Klose, der Söldner, kann (leidergottseidank) helfen ….

  • Annabelle Meyer sagt:

    Ich stimme Dir zu. Psychologie spielt im Fussball eine sehr große Rolle. Ich bin aber nicht der Ansicht, dass ein Verein wie Werder Bremen überhaupt jemals einen Status erreichen kann, der einen Spieler des FC Barcelona ins Grübeln bringt. In der Bundesliga mag das funktionieren, eigentlich funktioniert es da sogar schon, international werden wir das aber wohl nie erreichen. Dafür fehlen Werder die finanziellen Mittel.

    Ich möchte noch anmerken, dass ich mit Begriffen wie Söldner oder Verräter nicht allzu viel anfangen kann. Miro Klose ist meines Erachtens weder ein schlechter Mensch noch ein schlechter Fussballer. Es sind aber in der Rückrunde Umstände eingetreten, die eine Weiterbeschäftigung nahezu unmöglich machen. An diesen Umständen ist Klose nicht unschuldig, er trägt aber auch nicht die ganze Schuld. Wenn ich an die unsäglichen Beschimpfungen denke, denen dieser Spieler im Forum des SV Werder und anderswo in der Stadt ausgesetzt war, kann ich vollkommen verstehen, dass er sich in Bremen nicht mehr allzu wohl fühlt. Was ist ein Spieler wert, um auf die Psychologie zurück zu kommen, der im Grunde lieber woanders wäre?

    Grüsse

    Annabelle

  • Karsten sagt:

    Sehe ich absolut genauso. Diejenigen, die ihn jetzt beschimpfen, sollten mal darüber nachdenken, wie sie Miro gefeiert haben, als er uns in der letzten Saison gegen den HSV die Champions League Qualifikation gesichert hat.

    Klose ist Profi. Dazu gehört eine professionelle Identifikation mit seinem Arbeitgeber, mehr aber auch nicht. Genau wie jeder Arbeitnehmer hat er einen Arbeitsvertrag, den er bestmöglich erfüllen muss. Dies hat er – mal abgesehen von der Rückrunde – stets getan. Ich hege daher also absolut keine Groll gegen ihn und finde das auch völlig unangebracht. Vielmehr bin ich ihm sehr dankbar für die geile Zeit, die wir mit ihm hatten / haben.

    Wenn er sich – aus welchen Gründen auch immer – in Bremen nicht mehr wohlfühlt oder er hier für sich keine Perspektive mehr sieht, finde ich es völlig legitim, wenn er sich nach anderen Möglichkeiten umsieht. Was dabei rumkommt, wenn sich ein sensibler Spieler wie Klose nicht mehr wohl fühlt, hat man an der Rückrunde gesehen. Wenn keine Änderung in Sicht ist, müssen Verein und Spieler erkennen, dass man sich trennen muss.

    Natürlich würde es meinem Bremer Herz wehtun, wenn er ausgerechnet zu den Bayern wechseln würde. Und ob das für ihn die beste Wahl ist, wage ich auch zu bezweifeln. Wenn er sich allerdings dafür entscheidet, werde ich das akzeptieren. Und ich würde mich freuen, wenn dann keine erneute Hetzjagd auf ihn oder sogar seine Familie beginnt. Das hat keiner verdient! Nicht mal eine Bayern-S** :).

  • Oliver (Breitnigge) sagt:

    Du hast das richtige Wort benutzt: Klose ist Profi. Fußballspielen ist sein Beruf. Es gibt nur noch ganz wenige Fußballer, die dieser Entwicklung diametral entgegen stehen, zwei davon habe ich am Samstag in München verabschiedet

  • gw-xberger sagt:

    @ Annabelle
    @ Karsten,

    eigentlich kann ich mir nicht vorstellen, das man meinem Kommentar entnehmen kann, das ich Klose beschimpfe!

    Wegen „Söldner“: Ihr rückt das Wort „Profi“ lieber in den Vordergrund, aber das ist in diesem Kontext nichts anderes als ein Synonym für „Söldner“. Ich gebe zu, dass das Wort Söldner negativer klingt, da es urspünglich für bewaffnete Konflikte ausgelegt ist. Das ist ja auch Absicht, da ich mit Miros Haltung gegenüber Werder nicht ganz einverstanden bin.

    Miro Klose hat übrigens den ersten Schritt gemacht, in die Misere, nicht die Fans. Danach wurde es heftig und für solche (oben zitierten) Beschimpfungen bin ich zu zivilisiert und schließe mich denen auch nicht an.

    Wenn man mich jetzt immer noch nicht verstanden hat: Ich will Klose in Bremen behalten (siehe oben) und hoffe da auf seine Söldnermentalität – äh, sorry „professionelle Einstellung“.

    Wie kann ich das wollen und ihn gleichzeitig so beschimpfen, dass ich hier im Forum abgewatscht werde. Aber das mir das nicht passt, das Klose Richtung Bayern eiert, ist ebenso klar.

    Peace

    …und ich glaube, dass Klose / Mertesacker / Naldo / Diego / Borowski / Frings schon Namen sind, die nicht gerade die Knie der Barcas weich machen, aber eben auch nicht gerade auf dumme Ideen bringt, also, will sagen, die grübeln….

    …und international werden wir das nie erreichen? Schaut euch doch mal um. Wir bezahlen schon fürs Fernsehgucken, als nächstes die Namensrechte für das Stadion, die Russen beginnen die Vereine zu kaufen, wer kommt als nächstes, Saudis, Amis? Die Töpfe der Bundesligisten werden immer voller, so dass zur Zeit der Anschluss an Italien / Spanien und England realistisch ist und deswegen wäre ich vorsichtig mit dem Wort „nie“…

    …und ich finde, das Mehmet Zweifelsohne zu den rundum Besten gehört…

  • Karsten sagt:

    Mein Kommentar war gar nicht auf dich bezogen. Sollte also kein abwatschen sein. Im Gegenteil, zum Großteil bin ich absolut deiner Meinung.

    Auch zur Entwicklung der Bundesliga gebe ich dir recht. Ich halte das im übrigen für höchst bedenklich. Dass Leute wie Abramowitsch anstatt mit Legosteinen jetzt mit Fußballvereinen spielen, finde ich äußerst perfide. Wenn ihr mich fragt, wird das auf kurz oder lang knallen. Was passiert eigentlich mit Chelsea, wenn der reiche Russe keine Lust mehr hat? Mir wäre es lieber, wenn sich die Bundesliga aus diesen Geschichten raushalten würde. Auch wenn wir dann international im Hintertreffen sein werden. Nur leider wird das wohl ein Wunsch bleiben. Gazprom ist wahrscheinlich nur der erste Schritt…

  • Herr Wieland (Drei Ecken, ein Elfer) sagt:

    Gazprom ist ein Sponsor. Du darfst den Namen auch direkt, ganz ohne Leerzeichen neben den Abramowitschs schreiben und noch 86 Beiträge bringen die Ähnlichkeiten suggerieren sollen, dadurch wird der Vergleich nicht seriöser.

  • Karsten sagt:

    „Gazprom ist wahrscheinlich nur der erste Schritt…“

    Ähh, welches Wort von „erster Schritt“ verstehst du nicht?

  • Herr Wieland (Drei Ecken, ein Elfer) sagt:

    Na, komm schon!

    Du beschreibst Deine Angst, dass auch in der Bundesliga „Leute wie A. […] mit Fußballvereinen spielen“ (das sehe ich übrigens ganz genauso) und schreibst dann, dass „Gazprom nur der erste Schritt“ ist.
    Wenn Du mir nun klarmachen möchtest, dass Du da nicht gerade die Bildzeitungsschiene fährst, möchte ich Dir empfehlen Deine Texte mit Fußnoten zu versehen und Deine Gedanken näher zu erleutern.

    Nochmal: Gazprom ist ein Sponsor, das ist der absolut gleiche Schritt wie T-Com in München und die verbotenen Sportwettenheinis oder nun die Citibank bei euch.
    Gazprom hat nichtmal einen Posten im Aufsichtsrat des FC Schalke (was durchaus nicht unüblich wäre in der Bundesliga) und zahlt im übrigen weniger als die Telekom den Bayern (gut, die haben sich das auch durchaus verdient).

  • Philipp sagt:

    Naja, die ersten Schritte sind im deutschen Fußball ja schon getan: Man muss nur mal den TSG Hoffenheim betrachten, die jetzt in die 2. Bundesliga aufgestiegen sind. Durch Dietmar Hopp (Mitbegründer von SAP) wird der Verein finanziell enorm gepusht. Man beachte: Hoffenheit hat laut Wikipedia nur 3.286 Einwohner.

  • Arne sagt:

    „Wikipedia ist keine zitierfähige Quelle!“

  • Oliver (Breitnigge) sagt:

    @Torsten: Aber so ganz generell möchtest Du die beiden Unternehmen Gazprom und Telekom und deren Geschäftsgebaren nicht auf eine Stufe stellen, oder?

  • Karsten sagt:

    Dann heben wir das Niveau doch einfach mal von der Bildzeitungs- auf die Spiegelschiene. Auch wenn T-Com mit Sicherheit nicht die Jungfrau Maria der deutschen Unternehmen ist, wirst du es wohl kaum mit Gazprom vergleichen wollen, oder? Zumindest Kontakte zu kriminellen Machenschaften sind bei zweiterem wohl nicht von der Hand zu weisen bzw. zumindest naheliegend (hier). Ich denke aber nicht, dass diese Diskussion besonders zielführend ist. Werdet froh mit euren russischen Geldgebern. Ob das der Bundesliga unbedingt gut tut, bleibt abzuwarten. Ich wünsche es uns allen…

  • Karsten sagt:

    Wow, Oliver, da warst du wohl schneller :). Naja, ist ja nicht das erste Mal, das wir einer Meinung sind…

  • Herr Wieland (Drei Ecken, ein Elfer) sagt:

    Ging es denn ursprünglich um den größeren Dreck, den Gazprom am Stecken hat und den vielleicht kleineren oder garkeinen Dreck, den andere Unternehmen und Sponsoren oder Herr Abramowitsch am selbigen haben?
    Nee. Und nun kommt ihr plötzlich damit an und mischt nochmal eben den Herrn SAP dazu; der freut sich darüber sicher auch …

    Es ging ursprünglich um die Angst vor Abhängigkeit von „unseren“ Vereinen durch dicke Geldgeber, die wie bspw. in England nicht nur das Geld geben, sondern auch die Vereinspolitik bestimmen.

    Übrigens, von wegen Herrn Hopp: Mäzenentum hält Fußballdeutschland am kacken. Schaut doch mal in die Kreis- und Bezirksligen! Und ohne Herrn Roth gäbe es die Clubberer vielleicht auch schon nicht mehr, um nurmal den ersten großen Club zu nennen, der mir einfällt. Aber das ist was völlig anderes als die mehr oder weniger feindlichen Übernahmen durch Inverstoren, die sich größtenteils noch nichtmal für Fußball interessieren.

    So, und nun bitte nochmal meinen letzten Kommentar hinterherlesen.

  • Herr Wieland (Drei Ecken, ein Elfer) sagt:

    Oh, ich sehen gerade das keiner von Euch beiden (Karsten, Oliver) Herrn Hopp in den Ring warf, sondern Philipp.

    Gut, dann wurde da von Euch nichts vermischt und meine Meinung zu diesem Thema geht vornehmlich an ihn. Schadet ja nix ;-)

  • Oliver (Breitnigge) sagt:

    @Torsten: Ich stimme Dir zu (selten in letzter Zeit *g*) – das Mäzenentum hat viele Vereine in Deutschland über all die Jahre am Leben gehalten. Allerdings stehe ich auf dem Standpunkt, dass es da zweierlei Mäzenentum gibt: das des Herrn Roth und das des Herrn Abramowitsch oder von Gazprom (wobei jetzt mit Mäzenentum nichts zu tun haben, sondern nur die Herkunft des Geldes mich stört…).

    Man dreht sich bei diesem Thema ohnehin schnell im Kreis, weil wir uns ja zu großen Teilen einig sind (Du findest ja imho Gazprom auch nicht wirklich prickelnd, oder?)…
    ;-)

  • Karsten sagt:

    Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Neben der Herkunft des Geldes ist für mich allerdings auch noch ein fairer Wettbewerb das entscheidende Kriterium. Natürlich würde ich mich auch freuen, wenn Citibank ähnliche Summen für Werder bereithalten würde, wie es T-Com für die Bayern tut. Es muss allerdings in einem gewissen Verhältnis zueinander stehen. Mir ist schon klar, dass der Fußball den Gesetzen der Wirtschaft unterliegt und aus diesem Grund jederzeit ein Bill Gates kommen und einen Verein aus seiner Portokasse kaufen könnte. Allerdings verstößt das meiner Meinung nach gegen einen fairen Wettbewerb. Ich habe schon häufiger gesagt, dass man sich die Gelder auch erarbeiten und verdienen muss. Aus diesem Grund bekommt Bayern ihre Summen völlig zu recht. Bei Schalke stelle ich das jedoch vorsichtig in Frage…

  • Herr Wieland (Drei Ecken, ein Elfer) sagt:

    Ich glaube ich schriebs schonmal in diesem Forum: Mir wäre ein Sponsorvertrag über 100 Mio € mit der Kindernothilfe wesentlich angenehmer.

    Aber „Herkunft“ von Geld ist ein ganz tiefes Faß, dass nun aufzumachen habe ich keine Lust. Herr Alef hatte sich da mal die Mühe gemacht und einen Beitrag (plus der anhängenden Kommentare) verfasst, die den (die) ich unterschreiben würde.

    Übrigens denke ich, dass es Mäzenentum, Investorenübernahmen und Abramowitsch gibt. Ein Mäzen unterstützt, ohne eine direkte Gegenleistung zu erwarten. Abramowitsch wollte in London Fuß fassen und benutzt den Club dazu, macht aber immerhin noch den Eindruck eines Menschen der sich für Fußball interessiert und auch sportlich gewinnen will. Noch schlimmer finde ich, wenn sich irgendwelche Reichen ohne jegliches Interesse am Fußball und nur wegen der zu erwartenden Gewinne einen Club kaufen, diesen wie eine Firma führen und lediglich Gewinne abschöpfen wollen.

  • Herr Wieland (Drei Ecken, ein Elfer) sagt:

    @ Karsten:
    Schalke kriegt ja lange nicht soviel wie München. Große Teile der immer kolportierten 100 Mio sind an Erfolge geknüpft.

    Dann wird meines Erachtens auch wieder ein Schuh draus, denn was die nationale Werbewirksamkeit angeht, Zuschauer-, Fan- und Sympathisantenpotenzial, Präsenz in TV und Zeitungen, ist Schalke schon sehr weit oben, meines Erachtens die Nr. 2 hinter München. Es fehlen noch die Internationalen Auftritte, weshalb die Erfolgsverknüpfung durchaus Sinn macht.

  • Karsten sagt:

    „Es fehlen noch die internationalen Auftritte“

    Ja, und vor allem fehlen die Erfolge!!! Mainz und St. Pauli sind auch werbewirksam und haben Fan- und Sympathisantenpotenzial.

  • Oliver (Breitnigge) sagt:

    Das war aber jetzt gemein, Karsten. Diese Woche ist die Bayern-Bashing-Woche, Schalke-Bashing war letzte Woche… ;-)

  • Herr Wieland (Drei Ecken, ein Elfer) sagt:

    Ne, das war nicht gemein, ich denke das war falsch.

    Das sich die über die Jahre immerwieder erfolgreichen Werderaner jahrelang mit kik oder wahlweise blanker Brust präsentieren mussten ist ja der Gegenbeweis.

    Werder Fans halten große Stücke auf die unaufgeregte Vereinsführung und die hat sicher auch große Vorteile. Aber unaufgeregt ist eben auch wenig aufregend.

    Kein Wunder dass ich so oft in diesem Blog hier lese, sonst kriegt man ja nix mit von den Grün-Weiß-Orangefarbenen ;-)

  • Karsten sagt:

    Nicht Quantität, Torsten, sondern Qualität ist die wahre Kunst! ;)

    Ich gebe dir übrigens Recht: ein gewisses Risiko gehört zum Geschäft. Mag sein, dass wir das mit unseren Sponsoren nicht unbedingt gezeigt haben, wohl aber doch mit unseren Transfers. Du wirst es nicht von der Hand weisen können, dass Spieler wie Pizzaro, Ailton, Klose, Fringst, Herzog, Basler, Diego, … der Bundesliga Aufregung geschenkt haben. Bei Spielern wie Diego und auch Frings hat sich Werder am Rande des für sie Machbaren befunden. Und sie wurden für ihr Risiko belohnt.

  • Karsten sagt:

    Was das Bashing anbetrifft: nie-deutscher-meister.de.

  • Herr Wieland (Drei Ecken, ein Elfer) sagt:

    Keine Frage, sportlich macht Werder verdammt viel richtig.
    Schalker lieben Schalke auch für das Nichtsportliche und nur Spötter würden ernsthaft behaupten wollen, dass dies so ist weil ihnen nichts anderes übrig bliebe.

    Ich beende hiermit mal mein Kommentieren zu diesem Beitrag mit der Bemerkung, dass ich Dir zur gegebenen Zeit für den Link in meinem Blog noch einen zurückgebe ;-)

    Glück auf!

Kommentar hinterlassen

Kommentar hier hinterlassen, Trackback auf Ihrer Seite einfügen oder Kommentare als RSS abonnieren.

Um zu Ihrem Kommentar automatisch ein Bild einzufügen, registrieren Sie sich bei Gravatar.