Sieg im Spiel der Wiedersehen

Karsten 8. April 2007 7 Kommentare Drucken

Erst einmal das Wichtigste vorweg: Werder gewinnt 1 zu 0 gegen den Club aus Nürnberg und wart damit seine Chance auf die Champions League Teilnahme oder sogar die Meisterschaft. Bevor ich allerdings in die detaillierte Analyse einsteige, will ich einige (positive und negative) Ergebnisse ansprechen, die am Rande dieser Bundesligapartie stattgefunden haben.

Als erstes wäre da der Aufruf zum . Nach einer Fan-Choreographie im Spiel gegen den HSV haben sich laut Werder Bremen einige Logenbesucher über die versperrte Sicht während des Einmarsches der Mannschaften beschwert. Daraufhin wurde von Werders Geschäftsführung mitgeteilt, dass derartige Aktionen zukünftig nicht mehr genehmigt werden. Dieses Verbot bezog sich allerdings nicht auf jegliche Choreographien, sondern nur auf jene, die den Logenbesuchern die Sicht versperren. Die Fangruppierung Racaille Verte sahen in dieser Einschränkung eine Bedrohung der gesamten Fankultur und rief daher die Besucher der Ostkurve auf, in den ersten 20 Minuten der heutigen Partie nicht ihren Platz einzunehmen. Ich finde die ganze Sache einfach nur schade. Am Ende leidet die Mannschaft darunter und dass ist wahrscheinlich das letzte, was alle Beteiligten wollen. Einerseits kann ich die Logenbesucher verstehen, die ordentlich Geld für ihre Plätze bezahlt haben und sich mit der Ostkurvenkultur wahrscheinlich nicht so recht identifizieren können / wollen. Andererseits verstehe ich auch Racaille, die in ihre Aktionen viel Mühe stecken. Eine Bedrohung der Fankultur kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Unter dem Strich treffen hier zwei unterschiedlichste Interessengruppen aufeinander und es wäre wohl an den Verantwortlichen des Vereins gewesen ein wenig besser zu vermitteln.

Noch bevor sich der Block 62 leerte, wanderten zwei zivil gekleidete Personen mit einem Transparent über den Rasen des Weserstadions. Der an der Niere erkrankte (Werderblog berichtete) wollte sich bei seinen Klasnic DankeFans für die Unterstützung während seiner Krankheit bedanken. Diese wiederum zahlten es ihm mit stehenden Ovationen und Applaus zurück. Die ganze Szene hatte auf jeden Fall Gänsehautcharakter. Da nimmt ihm auch keiner seinen Rechtschreibfehler übrig. Ivan, das war doch selbstverständlich. Hoffentlich können wir dich bald auch wieder mit Trikot über den Platz laufen sehen.

Zu guter Letzt lief dann auch noch der Kugelblitz durch das Stadion. Toni Ailton, mittlerweile 34 Jahre alt und bei Grashoppers Zürich in Lohn und BROT, ließ sich in der Halbzeit vom Stadion (und das völlig zurecht) wie ein König feiern. Bahnt sich da etwa wieder etwas an?!

Kommen wir jetzt zum eigentlichen. Das Spiel gegen den Club kann sich nahtlos in Werders Partien der Rückrunde einreihen. Werder war zwar sehr bemüht, nach vorne aber über weite Strecken ungefährlich. Dazu trug natürlich auch Nürnbergers Defensive, immerhin die beste der Liga, bei. Dass kein wirklicher Spielfluss aufkam, lag aber neben den tief stehenden Nürnbergern auch an der ziemlich kleinlichen Pfeiferei von Schiedsrichter Weiner. Eben dieser Weiner pfiff zu guter Letzt auch noch einen (sicheren) Treffer von Miro Klose ab, der in der 93. Minute allein auf Nürnbergs Torwart Schäfer zulief. Weiner entschuldigte sich im nachhinein für diesen Fauxpax damit, dass er die Szene so nicht wahrgenommen hat. Insgesamt ging sowohl Schiedsrichter als auch Klose recht sympathisch damit um. Also, Schwamm drüber.

Gut gefallen hat mir Petri Pasanen, der für den verletzten Wome ins Team rückte und auch Vranjes machte heute ein gutes Spiel. Das Tor erzielte übrigens , der ähnlich wie im Spiel gegen Bayern kurz nach seiner Einwechslung traf. Auch Torsten Frings hat mir heute (zumindest in der zweiten Halbzeit) wieder besser gefallen. Dazu kommt dann sein legendäres Interview, in dem er auf die Frage zu Juventus Turin antwortete, dass alles geschrieben worden sei und er „nicht immer wieder seinen Pfirsich in die Kamera halten muss“.

Der eine kommt zurück und der andere muss gehen. Kapitän Frank Baumann spielte heute nach langer Verletzung zum ersten Mal wieder. Leider verletzte sich aber auch . Laut Aussage von Klaus Allofs im Sportclub Live ist sein Meniskus eingerissen. Er wird kommenden Dienstag operiert werden und voraussichtlich 3 – 4 Wochen ausfallen. Alles Gute, Per!

>> Bildquelle: kicker <<

gar nichtnicht so gutdurchschnittlichguthervorragend (Stimmen: 1, Durchschnitt: 5,00 von 5)
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7 Kommentare »

  • Stephen sagt:

    Tja, ist immer schwierig mit dieser Choreographie-Geschichte. Da treffen halt völlig unterschiedliche Ansprüche aufeinander. Aber Du hast es schon richtig gesagt, vielleicht hätte da die Vereinsführung ein bißchen besser vermitteln können. Ansonsten ist das mit Merte natürlich echt bescheiden. Hoffentlich lässt sich der Ausfall einigermaßen kompensieren. Pasanen, übernehmen sie!

  • Karsten sagt:

    Ja, das ist schon ein schweres Erbe, aber Petri bekommt das hin. Dafür, dass er solange nicht von Beginn an gespielt hat, hat er Sonntag meines Erachtens nach ganz ordentlich gespielt. Allerdings steigt die Gefahr eines Strafstoßes mit Pasanen proportional.

  • Stephen sagt:

    Solange kein Ryan Babel in der Nähe ist, um ihm einen Knoten in die Beine zu spielen….. :-) Außerdem kann er dann ja mal den Valdez umholzen.

  • Karsten sagt:

    Das wird nicht notwendig sein, der hat mich sich selbst ja schon genug zu kämpfen :)

  • WERDERBLOG.NET - Werder Bremen Weblog » Ailton für Klose sagt:

    […] Sieg im Spiel der Wiedersehen […]

  • Fussball-Blog Wochenschau KW 15 - Fritten, Fussball & Bier sagt:

    […] Sieg im Spiel der Wiedersehen Von Fan-Boykotten, sichtbehinderten Logengästen, Klasnic, Ailton! Das alles bestimmte den […]

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