Frings zeigt Interesse an Juve

Karsten 4. April 2007 11 Kommentare Drucken

Bei einem meiner heutigen Besuche auf werder.de wählte der Zufallsgenerator als Startbild aus. Sein (ziemlich blöder) Slogan lautet: Trennt sich eher vom Ball als von seiner Frisur. Vielleicht heißt es demnächst: Trennt sich eher von Bremen als von seinem Ferrari. Ok, das war nicht gerade sehr originell, aber nachdenklich stimmt mich das im Weserkurier veröffentliche Interview mit Lutscher schon, in dem unter anderem folgende Passagen zu lesen waren:

„Ich sage nicht, dass ich unbedingt wechseln will. Aber als Fußballer hat man irgendwie immer das Ausland als Ziel vor Augen. Ich habe bei jedem Top-Verein in Deutschland gespielt und bislang eine sehr gute Karriere hinter mir – da würde eine Auslandsstation die Sache richtig abrunden.“

„Juve ist der Verein, der sich am meisten um mich bemüht. Die wollen mich mit aller Macht. Und zwar nicht nur als irgendeinen, sondern als den Mittelfeldspieler in ihrem Team.“

„[…] für mich ist es eine Sache des Kopfes. Ich denke, dass ich das Recht habe, mir Gedanken zu machen. Es ist meine Privatangelegenheit. Ich habe da auch kein schlechtes Gewissen – niemandem gegenüber. Wenn ich gehen sollte, würde Werder viel Geld für mich bekommen. Sportdirektor Klaus Allofs ist doch selbst Fußballer, der weiß, wie das Geschäft läuft. Ich hoffe, dass der Verein mir keine Steine in den Weg legen würde.“

Das hört sich für mich so an, als hätte er insgeheim bereits seinen Entschluss gefasst. Ich persönlich würde die Entscheidung natürlich akzeptieren (was bleibt mir auch übrig?!). Allerdings würde ich Frings empfehlen, doch lieber auf sein Herz als auf seinen Kopf zu hören. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass zwischen dem, was er sich vorstellt zu wollen und dem, was er wirklich will, zum Teil eine große Lücke klafft. So hatte er schon im März 2001 während eines Internet-Chats gesagt, dass er sich vorstellen kann, seine „ganze Karriere beim SV Werder zu verbringen“. Ein Jahr später war dies anscheinend vollkommen vergessen. Beim Hickhack um den Wechsel zu Borussia Dortmund sagte er: „Werder versaut mir meine Karriere. Sie können noch so häufig versuchen, mich zu überreden. Selbst wenn wir Meister werden, würde ich nicht verlängern“.

Nach einer minder erfolgreichen Zeit im Ruhrpott wechselte er dann an die Isar. Auch hier konnte er nie das bei Werder gezeigte Potential abrufen. Frings Begründung dafür: „weil es mir dort einfach keinen Spaß mehr gemacht hat, Fußball zu spielen. Ich habe mich da nicht wohlgefühlt“. Als dann die Möglichkeit bestand, im Wechsel für Ismael zurück an die Weser zu gehen, willigte Frings ein. Unter anderem aufgrund des ruhigeren Umfelds: „Natürlich ist Werder heute nicht mehr mit Werder von vor drei Jahren zu vergleichen, trotzdem habe ich meine Ruhe, weil die Leute hier wissen, wie ich ticke. Da ist vieles einfacher.“ Vor kurzem sagte er im Zusammenhang mit dem Schlaudraff-Gerangel: „Jeder Kilometer auf der Autobahn von München nach Bremen war damals für mich eine Befreiung.“

Ob der Werderblog das richtige Instrument ist, einem gestandenen Weltspieler wie Torsten Frings einen Spiegel vor Augen zu halten, gilt es zu bezweifeln. Dafür gibt es andere Instanzen. Vielleicht erkennt Lutscher ja aber auch selber, was für ihn das Beste ist. Werder wäre ohne ihn auf jeden Fall ein großes Stück ärmer. Und Frings ohne Werder wahrscheinlich auch…

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gar nichtnicht so gutdurchschnittlichguthervorragend (Stimmen: 0)
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11 Kommentare »

  • Doktor Fussball | Die verbale Blutgrätsche sagt:

    Vorschau auf das UEFA-Cup-Viertelfinale…

    Warten auf OsasunaFür Werder Bremen und Bayer Leverkusen ist heute ein wichtiger Tag. Es geht nicht nur darum dem Verein eine gute Ausgangsposition zu verschaffen, es geht auch um den deutschen Fussball. Die UEFA-5-Jahreswertung ist ja nicht gerade un…

  • Stephen sagt:

    Es wäre schon schade, wenn er geht. Auf der anderen Seite bereitet er ja seinen Abschied auch schon mehr als deutlich vor. Ob ich an seiner Stelle jetzt unbedingt mit der Aussage hausieren gehen würde, Juve wolle ihn als DEN Spieler im Mittelfeld, das bleibt ihm überlassen. Ich sehe das skeptisch, denn Juve wird sicherlich einen Großeinkauf tätigen. Hoffentlich gibt es da schnell eine Entscheidung. Und Allofs soll Juve bitte schön bluten lassen, wenn Frings gehen sollte.

  • Oliver (Breitnigge) sagt:

    Zum Torsten muss man eigentlich nicht viel sagen. Da spricht vieles für sich…

  • Karsten sagt:

    Egal, wie er sich entscheidet: ich bin ein großer Fan von ihm! Und das nicht wegen seiner Haare oder seinen Tattoos, sondern wegen seiner Art Fußball zu spielen.

    Er ist einer der besten 6er der Welt. Und das hat er bei Werder und auch in der Nationalmannschaft mehrfach unter Beweis gestellt. Nicht zuletzt deswegen, haben die Italiener dafür gesorgt, dass er gegen sie nicht dabei sein kann *grmpf*.

    Aber ich gebe dir natürlich Recht, seine Auftritte in der Öffentlichkeit sind schon zum Teil sehr peinlich. Aber wenn er sich am Sonntag wieder den Ars.. für seine Mannschaft aufreißt, kann ich das verzeihen. Irgendwie gehört das zu einem FUSSBALL-Star doch auch dazu, oder?!

  • Andre sagt:

    Wenn Frings gehen würde, wäre das wohl der größt mögliche Verlust für Werder. Nicht wegen seiner spielerischen Klasse, sondern auch wegen seiner herauragenden Position in der Mannschaft. Aus der Mannschaft kann ihn sicher keiner ersetzen, da Baumann scheinbar auf sein Karriereende zugeht und mehr Zeit auf der (Reha-)Bank als auf dem Platz verbringen wird.
    Für Borowski wäre es allerdings eine Bewährungsmöglichkeit, jedoch darf befürchtet werden, dass er dem nicht gewachsen, spielt er doch meist zu zurückhaltend und sein Potenzial nicht nutzend.
    Als Neueinkauf kann ich mir ebenfalls keinen Spieler dieses Formats vorstellen, zumindest nicht zum Preis von 10 Mio €, die Frings ja wert zu sein scheint. What’s up with that anyway? Der ist doch wohl einer der weltbesten Mittelfeldspieler im defensiven Bereich, der müsste doch min. für das doppelte gehen.
    Dunkle Zeiten sind also zu befürchten, wenn es so kommt, ich rechne allerdings schon fest damit.

  • Karsten sagt:

    Ich zitiere Klaus Allofs noch einmal, weil es so schon passt: „Wir haben es immer geschafft, Abgänge zu ersetzen. Werder ist größer als jeder Spieler.“

    Was die 10 Mio € angeht, bin ich ebenso verwundert wie Andre. Im letzten Jahr haben wir 4,5 Mio € (HAHAHA) für Nelson Valdez bekommen und ein Berbatov soll angeblich über 15 Mio € gekostet haben. Ok, Lutscher ist schon etwas älter, aber der Preis steht in keinem Verhältnis zu anderen Transaktionen auf dem Markt.

  • rainer sagt:

    werder spielt klasse fußball inclusive frings.wer kann es ihm verübeln,für die doppelte kohle zu wechseln?! leider hat besagte person schon lange, jeglichen bezug zur realität verloren….viel kohle prägt eben viel!!!

  • Torsten Frings und Juventus Turin : Bundesliga-Blog sagt:

    […] Man sollte es ihm gönnen. Wo soll er in Deutschland denn auch noch hin? Allerdings kann so ein Auslandsaufenthalt mächtig in die Hose gehen. Nicht jeder Spieler kann sich in einem Land, wo er schon einen Übersetzer braucht, um den Trainer zu verstehen, durchsetzen. Die Spielweise ist eine andere und nicht jeder ist solch einem Wandel gewachsen. […]

  • Frings hat Termin in Turin » WERDERBLOG.NET sagt:

    […] kurz, weil es eigentlich nichts neues ist und langsam anfängt zu nerven. Gegenüber Arena hat Torsten Frings heute gesagt: […]

  • Bin Shop sagt:

    Bald gibts hier in bremen auch T-Shirst mit „Lieber Dritter als Frings“ zu kaufen – imho ist er der mit Abstand treuloseste Spieler… alleine der forcierte wechsel nach Dortmund, das war Dreck…

  • steverieur sagt:

    gegen entsprechendes entgeld…

    weg mit frings!!
    soll er doch zusehen wie er in turin glücklich wird. wahrscheinlich wirds für ihn genau so wie in dortmund und bayern, also doppelt scheisse^^

    weg mit miro!!
    wenn ihn denn überhaupt noch einer der 5 vereine haben will zu denen er angeblich nur gehen würde. als wenns nich tausendfach gute stürmer gäbe. und dazu noch wesentlich jünger!

    beide total verblendet, sowatt brauch werder nich.
    meiner meinung nach werden sie sich nahtlos in die liste derer einreihen die werder verlassen haben. sprich: sie ereilt das schicksal der mittelmäßigkeit. bis auf pizza hat sich m.E. doch keiner bei seinem neuen verein durchgesetzt.

    und außerdem bin ich gespannt was klaus alles auf die beine stellt wenn er mal richtig knete in die finger kriegt^^

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