Frings meldet sich zu Wort

Karsten 22. März 2007 19 Kommentare Drucken

Da hatte Sport1 wohl doch gar nicht einen so schlechten Riecher. Nachdem ich die Meldung von gestern eher als Gerücht interpretiert habe, meldet sich jetzt selber zu Wort. Im Kicker wird er zitiert, dass er sich „alle Angebote anhören möchte“. Auch der Verweis auf den Paragraf 17 der FIFA-Statuen scheint nicht aus der Luft gegriffen zu sein. Demnach können Spieler über 28 (Frings ist 30) unter bestimmten Bedingungen aus ihrem Vertrag herauskommen, wenn sie ins Ausland wechseln wollen. Warten wir es also ab…

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19 Kommentare »

  • Stephen sagt:

    Dieser Paragraph könnte vielen Vereinen das Genick brechen. Spieler wie Frings können dann für einen Bruchteil ihres Marktwertes wechseln. Und dass, was der zahlende Verein an Ablöse einspart wird dann als Handgeld an Spieler und Berater verteilt. Ich verstehe auch den Sinn der Klausel nicht. Wenn jemand einen langjährigen Vertrag abschließt, dann ist das halt sein Problem, wenn er doch früher weg will.

  • Karsten sagt:

    Sehe ich genauso. Ich habe hier noch keine Stellung diesbezüglich abgegeben, weil ich einfach nicht so im Thema stecke. Ich persönlich kann den Sinn und Zweck dieser Klausel absolut nicht nachvollziehen. Warum greift die FIFA in Vertragssachen an, die sie nichts angehen? Freie Marktwirtschaft?!

  • Andre sagt:

    War wojl ursprünglich dazu gedacht, älteren und aufs Abstellglies abgeschobenen Spielern einen Wechsel zu ermöglichen, stammt angeblich noch aus Zeiten, wo Profis im Ausland nich die Regel waren und so…
    Heute hat sich das natürlich überlebt. Gar nich auszudenken, das trifft ja auch auf Klose zu. Stell sich mal einer vor, die gehen beide im Sommer für 2 3 Mio €, da können wir hier ja einpacken. Aber so geldgeil sind die ja wohl hoffentlich beide nich.

  • micoud sagt:

    Diese 3 Mio. sind doch völlig aus der Luft gegriffen.
    Soweit ich das mitverfolgt habe, wurde im Fall Webster (seinetwegen gibt es diese Klausel) vom Verein, den er verlassen wollte, diese Summe angesetzt.
    Warum sich das 1:1 auf deutsche Nationalspieler übertragen lassen sollte, erschliesst sich mir nicht so ganz. Desweiteren ist auch im Fall Webster das letzte Wort der Gerichte nicht gesprochen.
    Herr Hieronymus, Geschäftsführer Spielbetrieb der DFL, kommentierte die Situation wie folgt: „Pacta sunt servanda“. Und auch nach dem ominösen §17 ist nationales Recht zu berücksichtigen…

    ps. hier wird sich viel zu häufig mit Quellen, die es gar nicht Wert sind, auseinandergesetzt. In der Art: SportBLÖD berichtet, nach BLÖD Informationen, Sport1 berichtet…

  • Stephen sagt:

    @micoud: Im Falle Webster war es so, dass sein Verein 3 Mio. für ihn haben wollte. Da sein neuer Verein nicht bereit war, so viel zu zahlen, berief sich Webster auf eben jenen Paragraphen 17, der besagt, dass ein Spieler wechseln kann, wenn der abgebende Verein eine Kompensation in Höhe der noch ausstehenden Gehälter bekommt. Im Falle Webster waren dies 375.000.
    Und das es sich um eine Regel der FIFA handelt, hätte sie dann wohl auch Gültigkeit für die Bundesliga. Aber noch beschäftigen sich ja die Hampelmänner der FIFA mit der Sache. Wenn diese Regel mit den ausstehenden Gehältern als einzigem Faktor der Ablösesumme stimmt, dann sind 3 Mio. für Klose oder 6 Mio. für Frings eben nicht aus der Luft gegriffen. Ich frage mich nur, warum keiner vorher diese Klausel aufgegriffen hat.

  • micoud sagt:

    @Stephan: dies wird wohl die entscheidende Passage dieses Paragraphen sein:

    […]sofern vertraglich nichts
    anderes vereinbart wurde, werden bei der Festlegung der Entschädigung aufgrund eines Vertragsbruchs nationales Recht, die Besonderheit des Sports sowie alle anderen objektiven Kriterien berücksichtigt. Darunter fallen insbesondere die Entlöhnung und andere Leistungen,
    die dem Spieler gemäss gegenwärtigem und/oder neuem Vertrag zustehen, die verbleibende Vertragslaufzeit bis maximal fünf Jahre, die Höhe von Gebühren und Ausgaben, für die der ehemalige Verein aufgekommen ist (und die über die Dauer des Vertrags amortisiert wurden) sowie die Frage, ob sich der Vertragsbruch während der Schutzzeit ereignete. […]

    Das liest sich für mich nicht so, als sei nur das ausstehende Gehalt entscheidend. Ausserdem sollten Werders Juristen sich mMn dagegen abgesichert haben, dass dieser Paragraph zu tragen kommt, denn auch dies sollte dem Ausriß zufolge ja möglich sein.

    Anfang April wird sich übrigens die FIFA Schlichtungskammer mit dem Fall Webster befassen und womöglich geht der Fall dann weiter nach Lausanne vor den Internationalen Sportsgerichthof. Wirkliche Klarheit, wie dieser Paragraph gehandhabt wird, sieht anders aus.

  • Karsten sagt:

    Das sagt der Spiegel dazu:

    Laut Artikel 17 des Fifa-Statuts zum Transfer-System darf ein Spieler nach drei Jahren Vertragslaufzeit seinen Verein in Richtung Ausland verlassen, egal wie lange sein Vertrag noch gültig ist. Wer bei Vertragsabschluss älter als 28 ist, sogar bereits nach zwei Jahren. Diesen Passus gibt es seit 1. Juli 2005, aber erst im Sommer des letzten Jahres wurde er erstmals angewandt (siehe Präzedenzfall). Der Spieler muss demnach lediglich eine Entschädigung in Höhe der noch ausstehenden Jahresgehälter an seinen alten Verein zahlen. Der – im Vergleich zu einer Ablösesumme geringen – Betrag würde im Falle des Falles wohl vom neuen Verein übernommen.

    Und das die DFL:

    Die deutsche Fußball-Liga vertritt die Ansicht, dass zuerst das nationale Arbeitsrecht zu berücksichtigen sei, in dem ohne Recht auf ordentliche Kündigung ein Arbeitsvertrag bis auf fünf Jahre befristet werden dürfe. Sie verweist auf die Arbeitsgerichte, die dann entscheiden müssten. Der DFL-Geschäftsführer für den Spielbetrieb, Holger Hieronymus, sagte der „Bild“-Zeitung: „Wir haben die Rechtsauffassung, dass nationales Arbeitsrecht zu berücksichtigen ist. Da gilt der Grundsatz der Vertragsfreiheit.“

  • Oliver (Breitnigge) sagt:

    Tja, an eurer Stelle wäre ich auch ganz schön nervös…

    Diego für 3-4 statt für 18 Mio. zu haben… Na dann gute Nacht.
    ;-)

  • Stephen sagt:

    @Oliver: Nur weil eure Spieler keiner haben will………. :-)

  • Oliver (Breitnigge) sagt:

    Einen van Bommel für 4 und einen Podolski für 3 Mio. würden wir schon los werden, allein, bei uns ist das nicht das Geschäftsmodell…
    ;-)

  • Lars sagt:

    @Oliver: Naja, um noch mal was zurückzugeben: Wer derzeit das erfolgreichere Geschäftsmodell hat, sieht man ja an der Tabelle…

    Und warten, bis Spieler woanders groß werden, um sie dann scheinbar risikolos zu kaufen und zu sehen, wie sie schlechter werden, um sie dann wieder für weniger zu verkaufen und dann zu sehen, wie sie wieder besser werden, ist zumindest ein ungewöhnliches Geschäftsmodell…Du weißt, von wem ich zum Beispiel rede…unser beider Lieblingsspieler…lange Haare, etwas ruppig, wortkarg…

    ;-)

  • Karsten sagt:

    Muahaha, sehr gut Lars…!

    Aber ich muss die Bayern auch in Schutz nehmen: wer es sich leisten kann, einen Spieler zu kaufen, nur damit er nicht bei der Konkurrenz groß werden kann, der hat es geschafft. Der Ulli erinnert mich immer mehr an Don Corleone. Und irgendwie macht ihn das doch auch liebenswert :)

  • Oliver (Breitnigge) sagt:

    @Lars: Frings ist ein Spezialfall. Der fühlt sich halt nur bei Mamma hinterm Herd wohl… Die große weite Welt ist nichts für den… ;-)

    @Karsten: Interessantes Bild. Aber würde das nicht eher auf Calli passen. So in Bezug auf die Leibesfülle…?!

  • Karsten sagt:

    Zu Frings:
    Ich dachte immer Frings kommt aus der Nähe von Aachen?! Von da aus sind es 600 km nach München. Nach Bremen aber auch schon über 300 km. Ob er diese Strecke wirklich jeden Tag auf sich nimm, um von Mama bekocht zu werden…?

    Zur Metapher des Paten:
    Vom Äußeren würde es zwar besser passen, obwohl der Ulli in den letzten Jahren auch ganz schön zugelegt hat. Da Calli aber nichts mehr zu brüllen hat, hinkt der Vergleich. Ich denke, wir sollten daher bei der ursprünglichen Version bleiben ;).

  • lars sagt:

    Entschuldige Oliver (und Karsten!), aber ich kanns nicht lassen: Ich wohne nun seit drei Jahren hier und glaub mir bitte: München ist NICHT die große weite Welt!

  • Oliver (Breitnigge) sagt:

    @lars: Es ging ja auch nicht um die Stadt, sondern um den Verein. Ich vergleiche ja nie Städte Bremen und München…

  • Lars sagt:

    Ich doch auch nicht…

    Viel Erfolg morgen!
    ;-)

  • www.greenbankrsl.com.au sagt:

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