Werder strauchelt weiter

Karsten 10. Februar 2007 9 Kommentare Drucken

Straucheln sie noch, oder sind sie schon gefallen? Nach der 4-1-Klatsche gegen Stuttgart ist Werder jetzt sechs Punkte hinter Schalke. Doch es sind weniger die nackten Zahlen, die einem das Wasser auf die Stirn treiben, sondern eher die Art und Weise des Bremer Spiels. Stuttgart gewinnt ein für die neutralen Zuschauer sicherlich unterhaltsames Bundesliga-Spiel ohne sich dabei völlig verausgaben zu müssen. Im Gegenteil, man hatte den Eindruck, als hätten sie noch eine Schippe drauflegen können, wenn Werder tatsächlich der Anschlusstreffer gelungen wäre.

Nach weniger als 15 Minuten war das Spiel eigentlich schon gelaufen – Stuttgart führte 2 zu 0. Werder wirkte – wie schon die letzten drei Spiele der Hinserie – lethargisch. Neben den schon zitierten Standfußball und Fehlpässen kam heute auch noch ein katastrophales Stellungsspiel hinzu. Die gesamte Hintermannschaft, allen voran Wome und Mertesacker, rannte herum wie ein Hühnerhaufen und machte es Gomez und dem Ex-Bremer Magnin sehr leicht. Ich will damit nicht die Leistung der Stuttgarter schmählern. Die Mannen von Armin Veh waren taktisch wirklich sehr gut eingestellt und gewannen (gerade in der ersten Halbzeit) nahezu alle Zweikämpfe. Daher ging Werder mit einem 3 zu 1 Rückstand in die Kabine

In der zweiten Halbzeit wurde Werder offensiver. Stuttgart zog sich ein wenig zurück und ließ die Grün-Weißen agieren. Daraus ergaben sich auch einige Chancen, die wir allerdings kläglich vergaben. Apropos kläglich: neben dem völlig induskutablen Abwehrverhalten kam auch noch ein glückloser Hunt und ein abgetauchter Klose. Einziger Lichtblick, und das rechne ich ihm hoch an, war Diego, der die 93 Minuten rannte und kämpfte als ginge es um mehr als um drei Punkte. Er konnte einige Male Borowski in Szene setzen, der auch ganz ordentlich spielte, allerdings sehr unglücklich im Abschluss war. Clemens Fritz, Torsten Frings und der eingewechselte Vranjes spielten auch einen einigermaßen akzeptablen Schuh. Allerdings zog Fritz in der ersten Halbzeit gegen Magnin einige Male den kürzeren, was letztlich entscheiden zur Niederlage beitrug.

Die genannten schlechten Vorzeichen bewahrheiteten sich also. Die Rückserie entwickelt sich zum Duplikat der Hinrunde. Demnach müsste gegen Hamburg am kommenden Wochenende ein Unentschieden herausspringen. Allerdings wäre ich nach den zuletzt gesehenen Leistungen ganz zufrieden damit. In der Hinserie konnte Werder seine Krise durch gute Leistungen in der Champions League verlassen. Vielleicht helfen die Spiele gegen Ajax ja jetzt auch. Mit der drei Punkteregel ist alles möglich, allerdings spielt Schalke zurzeit sehr konstant und wir sollten uns meiner Meinung nach eher nach unten orientieren und versuchen Stuttgart und die Bayern auf Distanz zu halten.

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9 Kommentare »

  • Stephen sagt:

    Das Schlimme an der Sache ist ja, dass vor der Rückrunde das Ziel Meisterschaft ausgegeben wurde. Ja, dann sollen sie auch endlich mal so spielen. Schon seit Jahren werden die BigPoints liegen gelassen. So schön ein 6:1 gg. Mainz oder ein 6:0 gg. Bochum auch sind, aber wenn man gegen die beiden Konkurrenten Schalke und Stuttgart genau 0 Punkte holt, dann darf man sich nicht wundern, wenn man am Ende wieder nur eine Schönspiel-Plakette bekommt. Sorry, bin gerade genervt.

  • Karsten sagt:

    Du hast völlig Recht. Allerdings wurde das Ziel (von Verein UND Medien) auch schon vor der Saison ausgegeben und in den ersten vier Spielen sah es auch nicht wirklich danach aus. Den Titel gewinnst du nicht unbedingt in Bayern, Stuttgart oder in Gelsenkirchen. Solange wir also wirklich die Punkte bei den so genannten „Kleinen“ holen, habe ich noch Hoffnung. Allerdings werden wir es mit Leistungen wie heute auch gegen Hamburg, Mainz und Wolfsburg schwer haben

  • Stephen sagt:

    Natürlich zählt es nicht nur, die Punkte gegen die direkten Konkurrenten zu holen, aber das sind auch psychologisch wichtige Spiele und davon hat Bremen zwei in Folge verloren. Schalke ist sechs Punkte vorne und Stuttgart nur noch einen Punkt hinten dran. Ich will ja auch gar nicht alles in Bausch und Bogen schlecht reden, aber ich bin als Fan einfach frustriert, vor allem über die Art und Weise. Irgendwie beschleicht mich auch immer das Gefühl, dass in der Mannschaft totale Ratlosigkeit ausbricht, sobald sie nicht in der Lage sind, der anderen Mannschaft das eigene Spiel aufzuzwingen. Und manchmal muss man vielleicht auch erst einmal selber sicher hinten stehen und dann von da aus das eigene Spiel gestalten. Schalke und Stuttgart haben ja gezeigt, wie man einen Gegner nicht ins Spiel kommen lässt , um ihn dann mit effektiven Angriffen abzuservieren.
    Und wie Du auch schon treffend festgestellt hast, wird es so gegen den frisch motivierten HSV alles andere als ein Selbstläufer.

  • Karsten sagt:

    „Irgendwie beschleicht mich auch immer das Gefühl, dass in der Mannschaft totale Ratlosigkeit ausbricht, sobald sie nicht in der Lage sind, der anderen Mannschaft das eigene Spiel aufzuzwingen.“

    Das sehe ich absolut genauso. Stellt sich aber die Frage, WARUM sie dem Gegner in den beiden Partien nicht ihr Spiel aufzwingen konnten. In der Form der Vorrunde wären selbst Mannschaften wie Schalke und Stuttgart machtlos.

    „[…] aber ich bin als Fan einfach frustriert, vor allem über die Art und Weise.“

    Du sprichst mir aus der Seele!!

  • Stephen sagt:

    Hmm, hier noch ein Zitat von Frings nach dem Spiel gestern, habe ich mal auf Sport1.de gefunden:
    „Wir denken, es geht nur über das Spielerische und halten nicht dagegen. Das war schon gegen Schalke unser Fehler. Der Trainer hat uns noch gesagt, dass die uns auskontern wollen, aber wir Idioten fallen trotzdem drauf rein!“
    Na, da spricht er mir aber aus der Seele. Vielleicht hat er auch hier mitgelesen :-)

  • Karsten sagt:

    Es ist zwar schön, dass überhaupt jemand diese Einsicht hat. Allerdings war Frings einer der wenigen, die gekämpft haben. Ich hoffe, dass die übrigen 13 Beteiligten die gleiche Lehre aus den letzten beiden Spielen ziehen. Dann gehts auch wieder bergauf!

  • Lars sagt:

    Wenn ich einmal kurz den Optimisten spielen darf: Zunächst war Werder natürlich nicht gut die letzten beiden Spiele, hat sich meiner Meinung nach aber gesteigert. Gegen Schalke hatten sie nun wirklich keine Chance, gegen Stuttgart hat man „nur“ die eigentlich überwunden geglaubte Naivität in der Defensive gesehen. Und wenn Klose mal wieder öfter auf den Ball und weniger auf seinen Daumen guckt, dann klappt’s auch wieder mit dem Tore schießen.

    Ich bin fest davon überzeugt, dass wir zurückkommen! Und vielleicht waren die beiden Niederlagen auch insofern gut, als dass nun die sogenannten Kleinen ganz sicher sehr ernst genommen werden!

  • Stephen sagt:

    Dank Lars. Hast ja recht. Aber war schon krass, gestern wieder die Fehler in der Defensive zu sehen, die man eigentlich längst überwunden glaubt. Wie der Fritz den Magnin ziehen lässt, oder Per beim 0:2 ins Leere grätscht. Damit haben sie dann ihre zulässige Fehlerquote für die Rückrunde erreicht und ab jetzt wird hinten Beton angerührt und vorne die Hütte vollgehauen.

  • Get Up! Stand Up! : Bundesliga-Blog sagt:

    […] Wut ist eine wunderbare Antriebskraft fürs Joggen und Joggen ein gutes Mittel gegen Wut (solltest Du auch mal ausprobieren, Nils! Und Du auch Karsten! ). […]

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