Halbzeitbilanz

Karsten 18. Dezember 2006 4 Kommentare Drucken

Wie sagte Rudi Völler doch einmal so schön: „50 Prozent haben wir geschafft, aber das ist noch lange nicht die halbe Miete!“. Wie recht er doch hat. Ich denke aber, dass es trotzdem an der Zeit für mich ist eine zu ziehen.

Nach der unvergesslichen Weltmeisterschaft im eigenen Lande haben die Grün-Weißen dafür gesorgt, dass beim Werder-Fan gar nicht erst Wehmut aufkommen konnte. Sie haben das fortgeführt, was Klinsi und seine Mannen im Sommer vorgelegt haben: begeisternden Fußball!

Der neutrale Leser wird mir jetzt wohl eine Werder-Brille unterstellen. Aber keine Angst, der Bericht wird nicht parteiisch ausfallen und ich werde mir alle Mühe um eine objektive Berichterstattung geben. Allerdings war der Großteil der Hinserie aus Werder-Sicht sehr positiv. Von daher wird auch dieses Zwischenfazit überwiegend so ausfallen.

Der erste Titel ließ in dieser Saison nicht lange auf sich warten. Mit ziemlich überzeugenden Leistungen gegen den HSV und die Bayern konnte man den Ligapokal für sich entscheiden. In der startete Werder ein wenig holpriger, konnte aber trotzdem einige Punkte sammeln. Für Leverkusen hatte es noch gereicht, nicht aber für den FK Pirmasens im Pokal. Ich sage das ohne jede Hähme. Laut Moderator Neugebauer war Werder wohl das bessere Team, konnte aber seine Chancen nicht reinmachen. Am Ende siegte David gegen Goliath, was schade ist, aber kein Beinbruch.

Dann kamen die Auftritte in der Königsklasse. Werder war in der Gruppe mit Barcelona, Chelsea und Levski Sofia wohl an dritter Stelle gesetzt. Unterm Strich ist es auch dazu gekommen. Allerdings haben wir uns gut verkauft und müssen am Ende einsehen, dass es für ganz oben eben doch (noch) nicht reicht. Als Barca ernst machte, ging es uns an den Kragen. Und 100.000 Zuschauer hinterließen sogar bei gestandenen Profis wie Klose und Frings ihre Wirkung.

Jetzt sind wir Herbstmeister und müssen beweisen, dass wir mit dem Dasein als Gejagter umgehen können. Ohne Zweifel spielen wir den schönsten Fußball, aber auch in dieser Spielrunde haben wir teilweise unterirdisch gekickt. Da waren zum Beispiel die Spiele gegen Dortmund oder auch gestern gegen Wolfsburg. Wenn man allerdings sogar einige dieser Spiele nach Hause bringt, hat man auch das Zeug für den Titel.

Zum Schluss noch ein paar nackte Zahlen. Von den ersten elf der vom kicker objektiv ermittelten Top-Spieler der Liga tragen fünf die Werder-Raute auf der Brust. Diese Tatsache bekommt noch mehr Gewicht, wenn man berücksichtigt, dass fünf der übrigen sechs Spieler Torwärte sind. Mit Frings, Naldo und Diego stellt Werder also die drei besten Feldspieler der Hinrunde. Hinzu kommt Klose, der mit 10 Buden die Torjägerkanone anführt und Diego, der mit 8 Toren und 10 Assists bester Scorer der Liga ist. Nur so nebenbei: in der Hinserie wurde viermal der Titel des besten Fußballers des Monats ausgegeben. Davon konnte ihn dreimal ein Werderaner einheimsen, davon zweimal der Brasilianer Diego, der auch im Dezember nomiert wurde.

gar nichtnicht so gutdurchschnittlichguthervorragend (Stimmen: 0)
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4 Kommentare »

  • Karsten sagt:

    Er hat es übrigens gepackt: auch im Dezember konnte Diego den Titel des Fußballers des Monats erringen. Werderblog.net wünscht herzlichen Glückwunsch!!

  • Rouven sagt:

    Sehe ich auch so wie im Text beschrieben.
    Allerdings denke ich das eine exakt gleiche Punkteausbeute in der Rückrunde wie in der Hinrunde, nicht reichen wird um Meister zu werden.
    Die Bayern haben noch soviel Steigerungspotential. Allein wenn man sieht wieviele verletzte die haben/hatten.
    Aber wir haben ja auch noch Steigerungspotential.
    Z.B. die Innenverteidigung ist jetzt von Anfang an mit den besten besetzt. Baumi wird zurückkommen und Boro wird seinen Rhytmus auch wieder finden.
    Und wenn Ivan Gas gibt wirds vorne auch noch lustiger.
    Es bleibt spannend.
    In Gedenken an 2004
    Rouven

  • Saisonrückblick » WERDERBLOG.NET sagt:

    […] her, aber für einen Saisonrückblick ist es schließlich nie zu spät. In meiner Halbzeitbilanz im vergangenen Dezember habe ich Rudi Völler mit diesem legendären Spruch zitiert: […]

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