Der kleine Unterschied

Karsten 8. Dezember 2006 8 Kommentare Drucken

Ich möchte hier auf keinen Fall noch größere Gräben ausschaufeln und Brücken einreißen, aber zum Fußball gehört eben auch eine gewisse übertriebene Rivalität zwischen den einzelnen Lagern. Solange dadurch niemand persönlich zu Schaden kommt, setzt es dem ohnehin schon geilen Fußball meiner Meinung nach die Nikolausmütze auf.

Als eingefleischter Werder-Fan habe ich natürlich auch meine Feindbilder. Während Schalke es meiner Meinung nicht einmal wert ist gehasst zu werden (schließlich haben sie mit sich und Kuranyi schon genug zu tun), gibt es natürlich noch den HSV und die Bayern. Der selbst ernannte Titelaspirant (ich meine nicht die Bayern) tut mir fast schon ein bißchen Leid, von daher kann ich meine gesamte Abneigung auf die Bazis bündeln. Der Film Deutschland – ein Sommermärchen am vergangenen Mittwoch hat mich darin ein weiteres Mal bestärkt, denn besonders eine Szene ist mir in Erinnerung geblieben, die symptomatisch für den Unterschied zwischen Werder und Bayern ist: nach dem verloreren Halbfinale gegen Italien saß die Mannschaft geknickt im Kaminzimmer und wollte sich beratschlagen, wie sie sich nach dem Spiel um Platz 3 von den Fans verabschieden wollen. Zur Auswahl standen Stuttgart (der Austragungsort des Spiels) und die Fanmeile von Berlin. Während Halbgott Torsten Frings den Ernst der Lage sofort erkannte und für Berlin plädierte, waren es vor allem die Bayern Ballack und Kahn, die sich eindeutig dagegen aussprachen. Für Kahn würde es „zu spät werden“ und Ballack meinte, man wäre „nach einem Turnier total runter“. Frings schlug daraufhin vor abzustimmen. Und dann führen sie nach Berlin.

Die Ärzte Toten Hosen sangen einmal: „ich würde nie zum FC Bayern München gehen“. Jetzt wissen wir auch warum. Wenn Frings sich schon neben dem Platz behaupten kann, dann wird er es irgendwann auch auf dem Platz schaffen. Die Meisterschaft rückt immer näher…

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8 Kommentare »

  • Fritz sagt:

    Naja, da hast Du schon bessere Posts verfasst ;-)
    Erstens haben die Hosen das Lied gesungen, zweitens hat die Meinungsäußerung der drei genannten Herren denke ich mal wenig mit der Vereinszugehörigkeit zu tun, sonst hätten ja alle Werderander und all Bayern am Ende noch dieselbe Meinung. Nein, ich finde die Bayern auch so sch…, aber sicher nicht wegen dieser kleine Anekdote, sorry.

  • Karsten sagt:

    Danke für den Hinweis mit den Hosen, ich habe es geändert.

    Der Post ist mit Sicherheit ein wenig überspitzt dargestellt. Natürlich kann man das nicht auf alle Bayern / Bremer reproduzieren. Das ganze ist ja auch nicht ernst gemeint, aber ein gewisser Mentalitätsunterschied ist meiner Meinung nach nicht von der Hand zu weisen.

  • Arne sagt:

    ok. und was will uns der autor nun damit sagen?

  • Oliver (Breitnigge) sagt:

    Also ich muss Fritz da tatsächlich zustimmen, man kann die Bayern hassen und dafür gibt es durchaus viele Gründe, ebenso wie man Bremen, Dortmund, Schalke, Köln, Kaiserslauten und Co hassen kann, aber diese Emotion mit Deinem Beitrag zu belegen ist reichlich schwach, Karsten….

    Ich habe den Film auch gesehen (und zwar im Kino, hat es dafür bei Dir nicht gereicht, oder ist Dir diese „Schlüsselszene“ zuvor nicht aufgefallen?) und für mich war das weiß Gott kein Bayern-, Bremen-, Dortmund-, Arsenal-, oder sonstwer-Film und wenn Du das wirklich darauf reduziert hast, dann tust nur Du mir leid!

    Ein Nationalmannschafts-Fan bin ich weiß Gott nicht, für mich kommt mein Verein immer an Nummer 1 (davon kann man ebenfalls halten was man will, aber ich bin ehrlich und ich sehe das nun einmal so!), aber diese WM und vor allem dieser Film haben mich emotional mitgerissen!!

    Jahrelang aufgebaute Hass-Objekte wie Lehmann, Klinsmann, Spieler aus diversen Hass-Vereinen, waren mir plötzlich sympathisch und all die ideologischen Gräben waren weg (ok, hat sich natürlich inzwischen wieder geändert, das Leben muss ja weitergehen… *g*) und jetzt kommst DU und pickst Dir diese kleine Episode aus dieser emotionalen filmischen Sicht hinter die Kulissen und legst Dir so Dein vorurteilbehaftetes Bayern-Bild zurecht?

    Mal anders gefragt: Woher willst gerade Du, Karsten wissen, ob Kahn und Ballack die einzigen Spieler waren, die so dachten? Die Abstimmung war geheim (einstimmig? nur zwei Gegenstimmen für Berlin?), da war die Kamera aus und die Diskussion hat Ballack geführt, weil Ballack der Nationalmannschafts-Kapitän ist (das war Dir nicht entfallen, oder? Kapitäne machen sowas ab und zu) und Kahn, weil er eben dies schon einmal war…

    (Anmerk. der Red.: Ballack war zu diesem Zeitpunkt offiziell schon kein Bayern-Spieler mehr…)

    Wie Du ja auch sicher mitbekommen hast, hat sich Ballack nur deshalb so aufgeregt, weil Dein Hero Frings, als Klinsmann, Bierhoff und Co noch im Raum waren, ganz offensichtlich etwas anderes gesagt hat, als zuvor innerhalb der Mannschaft – so wirkt das schon ein wening anders, gelle?!

    Nein, nein, Karsten, wenn Du Deine Bayern-Abneigung zum Ausdruck bringen willst, dann muss schon mehr kommen – mach es doch so wie ich, ich spreche das zumeist auch offen und direkt an!

    P.S. Den kleinen Schnitzer mit den Ärzten fand ich übrigens auch zum Schmunzeln…

    P.P.S. Obwohl Bayern-Fan habe ich übrigens sowohl diverse CDs von den Hosen als auch von den Ärzten – die machen nämlich beide richtig gute Musik und besagtes Bayern-Lied bewies ursprünglich viel mehr Ironie, als die Personen, die sich dieses eine Lied aus den vielen hunderten Hosen-Liedern immer wieder herauspicken, um es für die eigenen Zwecke zu „missbrauchen“…

    Mein ja nur…

  • Annika sagt:

    Meine Güte, dieser in meinen Augen berechtigte Post löst ja Emotionen aus (Ballack persönlich hatte ja wohl offensichtlich keine Lust auf die Fanmeile, egal was Frings oder jemand anders dazu vor der Besprechung, die gefilmt wurde, gesagt haben soll! – und das wäre schade für die Fans gewesen, wenn dieses „Danke“ der Spieler nicht stattgefunden hätte)!!
    Vom Hass auf die Bayern will ich gar nicht sprechen, nur die Meisterschaft, die sollen dieses Jahr, die in meinen Augen u.a. SYMPATHISCHEREN Grün-Weißen holen. Mit der Herbstmeisterschaft wird es anfangen und dann wird das schon laufen. Hoffentlich sind die aufgeregten Kommentare nicht nur der Ausdruck einer berechtigten Angst vor dem starken Gegner, der sich dieses Jahr die Krone holen wird..

  • Karsten sagt:

    Wow, ich hätte nicht gedacht, dass dieser Artikel soviel Resonanz nach sich ziehen würde. Für eure Meinungen erst einmal vielen Dank.

    Ich sage es noch einmal: die Art der Darstellung war bewusst übertrieben gewählt. Natürlich mache ich von dieser einen Film-Szene nicht meine grundsätzliche Sympathie abhängig.

    Im übrigen nehme ich das Wort Hass im Zusammenhang mit Fußball zurück. Ich weiß ja nicht, was einige von euch dort hineinlegen, aber mir geht das ein wenig zu weit. Ich sprach unter anderem von Abneigung und übertriebener Rivalität und so möchte ich auch verstanden werden.

    Wie sich die Szene wirklich abgespielt hat, kann ich natürlich nicht beurteilen, da es sich hierbei um einen Ausschnitt handelt. Allerdings waren die gezeigten Bilder meines Erachtens nach recht aussagekräftig. Ich habe auch nie gesagt, dass sich meine Abneigung gegenüber den Bayern auf dieser einen Szene gründet, sondern nur, dass die Szene mich in meiner Grundhaltung wieder einmal bestätigt hat.

    Und übrigens: Musik ist Geschmackssache. Ich werde mir mit Sicherheit keine Hosen-CD kaufen, weil ein Schmählied über die Bayern darauf ist. Dass du, Oliver, so viel Toleranz aufbringst, freut mich.

  • Oliver (Breitnigge) sagt:

    @Karsten: Na das hört sich doch schon mal ganz anders an… ;-)

    Und ja, Du hast Recht, meine Abneigung gegen diverse Vereine begründet sich auch nicht nur auf eine Szene – da passiert im Laufe der Jahre immer so einiges, gleichzeitig kann sich so eine Emotion auch mal relativieren oder gar ganz verschwinden…

  • Joern sagt:

    Also ich finde den Beitrag gut! :)
    Und auch ich schließe mich der Meinungan : Als Bayer (!!) bzw. Franke kann ich den FC Bayern überhaupt nicht ab!
    Das ist einfach ein arroganter Verein, und auch wenn es Zufall ist: Beim FCB sind nun mal die unsympatischsten Leute (Kahn, Hoeneß, Magath (und die finden den auch noch gut) …)

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