Werder erzwingt das Endspiel

Karsten 23. November 2006 4 Kommentare Drucken

Lange Zeit erinnerten die Geschehnisse an das unglückliche Last-Minute-Unentschieden vor ein paare Wochen gegen Barcelona, doch dieses Mal konnte Werder den Sieg nach Hause bringen. 1 zu 0 gegen die russischen Millionäre aus London und damit kommt es in zwei Wochen zum Endspiel um den Einzug ins Achtelfinale. Werder reicht im Spiel gegen Titelverteidiger Barca ein Remis für Platz 2 in der so genannten Todesgruppe A.

Insgesamt war es kein schönes aber dafür umso spannenderes Spiel, in dem Werder in der ersten Halbzeit mehr Spielanteile besaß und letztlich verdient durch einen Kopfball von Per Mertesacker nach Ecke Frings (Happy Birthday zum 30., Lutscher!) in Führung ging. Michael Ballack hatte noch die größte Chance zum Ausgleich, doch der heute bärenstarke Wiese konnte parieren. In der zweiten Halbzeit ließ sich Werder zu weit in die eigene Hälfte drängen und brachte sich durch unnötige Ballverluste selber in Bedrängnis. Vor allem Wome avancierte ein weiteres Mal zum Unsicherheitsfaktor.

Chelsea war sich wohl um des Weiterkommens sicher. Auf jeden Fall kam viel zu wenig vom (selbsterkorenen) Titelaspiranten. Die wenigen starken Momente konnten von Wiese entschärft werden. Allerdings musste man nach dem Abpfiff dreimal tief durchatmen, dass das Ding nicht doch noch schief gegangen ist. Von Werders Sturmduo Klose und Almeida war in der ersten Halbzeit wenig und in der zweiten Halbzeit gar nichts zu sehen. Vor allem Klose wirkte – wie auch in den vergangenen Partien – ungewohnt kraftlos.

Es wird langsam zur Gewohnheit, dass ich am Ende eines Spiel-Reviews auf die von mir wahrgenommene Fan-Stimmung zu sprechen komme. Wie bei allen CL-Partien war vor allem der „Dialog“ zwischen Ost- und Westkurve ein beeindruckendes Schauspiel mit Gänsehaut-Garantie. Es wirkte fast so, als wenn der große FC Chelsea in den Schlussminuten von der Kulisse beeindruckt war. Auf jeden Fall kam es vermehrt zu Stockfehlern. Allerdings verwahre ich mich eindeutig gegen die Beschimpfungen in Richtung Ballack. Natürlich ist er ein Spieler, der sehr stark polarisiert und persönlich kann man von ihm halten, was man will. Aber er ist erstens der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft und zweitens hat er den Bazis den Rücken zugekehrt. Zwei Punkte, die auf jeden Fall für ihn sprechen. Darüber hinaus ist er einer der Aushängeschilde des deutschen Fußballs und hat genau wie alle anderen einen maßgeblichen Anteil am Erfolg unserer Mannschaft bei den vergangenen zwei Weltmeisterschaften. Aus diesem Grund: ein bißchen mehr Respekt bitte!!

Keine Tags zu diesem Beitrag vorhanden.
gar nichtnicht so gutdurchschnittlichguthervorragend (Stimmen: 0)
Loading...

4 Kommentare »

  • Arne sagt:

    Ersma Glückwunsch, hätte ich euch bis zum Anpfiff nicht zugetraut. Als ich dann aber gesehen hab, wie Chelsea irgendwie genausowenig bokc hatte auf Fussball wie die Bayern gestern, war mir klar, dass da was geht.
    Und zu „Ballack, du Arschloch!“: Das sehe ich genauso wie Karsten. In München hätte er zwar dieselben (oder noch schlimmere) Schmährufe hinnehmen müssen, aber die Fans, die ihn in so einem Spiel als erste beleidigen, sind immer auch die ersten, die ihn während eines Länderspiels bejubeln.

  • Leuchtturm sagt:

    Das Durchpusten nach dem Abpfiff war wirklich nötig.
    Ich konnte im schönen Rheinland das Spiel nur über Mittelwelle empfangen, aber die Spannung war groß und die „auf-die-Uhr-guck-Intervalle“ wurden in der 2.Halbzeit immer kürzer.
    Bleibt zu hoffen, die Maschaft nimmt das nun zu Selbstsicherheitssteigerung mit in den Ligaalltag.
    Leider hat sich Barca keine Blöße gegeben, aber alles BLEIBT drin !!!

  • Karsten sagt:

    @ Arne: genauso ist es. Ich frage mich auch wirklich, WAS genau an ihm so negativ ist?

  • WERDERBLOG.NET - Werder Bremen Weblog » Tor- und chancenlos in Alkmaar sagt:

    […] Vielleicht sollte man das Ganze wirklich positiv sehen. Der Kicker schreibt zumindest: “Gute Ausgangslage für Werder” und Werder Online spricht von einem “vielversprechenden 0:0″. Wenn man aber bedenkt, dass wir uns vor nicht allzu langer Zeit mit Mannschaften wie Chelsea London und dem FC Barcelona (fast) auf Augenhöhe duelliert haben, kann und will ich mit einem 0 zu 0 gegen (who the fuck is?) Alkmaar nicht zufrieden geben. […]

Kommentar hinterlassen

Kommentar hier hinterlassen, Trackback auf Ihrer Seite einfügen oder Kommentare als RSS abonnieren.

Um zu Ihrem Kommentar automatisch ein Bild einzufügen, registrieren Sie sich bei Gravatar.