Spielsystem #1: 4-5-1

Karsten 24. Mai 2006 13 Kommentare Drucken

Werders Herzstück ist das Mittelfeld. Ich stehe mit meiner Meinung nicht alleine da, wenn ich sage, Werders Mittelfeld ist das beste, was die Fußball-Bundesliga zu bieten hat. Durch die Verpflichtung von Diego hat sich die Qualität sogar noch verbessert. Sofern wir den Aussagen von Klaus Allofs Glauben Schenken können, bleibt Joe Micoud auch die nächste Saison in Bremen. Dadurch ergeben sich diverse neue Möglichkeiten.

Hinten konnte die 4er-Reihe durch Womé verstärkt werden. Schulz und eben dieser Womé streiten sich um den linken Posten, die Innenverteidigung wird durch Naldo und Pasanen / Fahrenhorst gebildet und auf der rechten Position hoffen wir auf einen wiedererstarkten Owomoyela, der von Andreasen oder eben Pasanen vertreten werden kann.

Im Mittelfeld könnten Frings und Baumann die zentralen, defensiven Aufgaben GEMEINSAM lösen. Ihr Vertreter ist der meiner Meinung nach unterschätzte Andreasen. Die Außenpositionen werden von Borowski und Diego bestückt, die durch ständige Seitenwechsel für Unruhe sorgen können. Ein wenig vorgezogen spielt dann wie gewohnt Micoud. Allerdings darf man diese Positionen nicht zu statisch verstehen. Das ganze Mittelfeld muss sich – wie auch jetzt in der Raute – in ständiger Rotation befinden. Diese Lösung hat den weiteren Vorteil, dass die Spielmacherrolle auf mehrere (zumindest zwei) Schultern verteilt wird. Somit würde der Druck vom erst 21-jährigen Diego deutlich genommen werden und er könnte langsam in die Micoud-Nachfolger-Rolle hineinwachsen. Obwohl es mir ein wenig Leid tut, wird Daniel Jensen vorerst weiterhin auf der Bank Platz nehmen müssen. Allerdings ist die Saison lang und die Doppelbelastung groß und somit wird auch er seine Chance bekommen. Dass er jederzeit in ein Spiel finden kann, hat er oft genug bewiesen.

Vorne ist Klose natürlich gesetzt. Je nach Spielstand könnten dann Klasnic, Zidan oder Hunt für ihn oder neben ihm auflaufen. Das schöne an diesem System ist, dass Thomas Schaaf nach Belieben variieren kann und je nach Gegner schnell auf die alte Rauten-Formation wechseln kann. Somit wird Werder schwerer ausrechenbar. Die Spieler haben allesamt die Klasse, um sich schnellstmöglich auf die neue Situation einstellen zu können.

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13 Kommentare »

  • Nikolas sagt:

    Du hast Clemens Fritz in der Abwehr vergessen.
    Ansonsten kann ich mir ein Fünf-Mann-Mittelfeld auch ganz gut vorstellen. Gesetz den Fall, dass Micoud bleibt (was ich im Moment stark bezweifel…).

  • Karsten sagt:

    Wow, das ist mir vor lauter Euphorie über Diego und Womé völlig entfallen. Danke für den Tipp! Fritz wird Owomoyela auf der rechten Seite ein wenig Druck machen. Vielleicht verhilft ihm diese Konkurrenzsituation wieder zu alter Stärke?!

  • T-Time sagt:

    1. Wiese – Womé, Naldo, Pasanen, Owomoyela – Baumann – Borowksi, Frings – Diego – Klose, Klasnic.
    2. Reinke – Schulz, Fahrenhorst, NEUER, Fritz – Andreasen – Vranjes, Jensen – Hunt – Zidan, Mosquera/Polenz

    Das sind meine Aufstellungen, wie ich sie auch von Schaaf erwarte. Ich denke, Micoud geht. Das ist allerdings die klassische 4-4-2 mit Raute-Formation.
    Im 4-5-1 würde ich nicht spielen, weil Werder im Sturm zu gut besetzt ist als dass dort nur einer spielen würde. Wenn aber doch unbedingt 4-5-1, dann würde ich wie folgt aufstellen:

    Wiese – Womé, Naldo, Pasanen, Owomoyela – Baumann, Frings – Zidan, Diego, Borowski – Klose.

  • T-Time sagt:

    Ich nochmal…
    Nach ein paar Sekunden des Innehaltens denke ich: Hm. Gefällt mir gar nicht mal so übel. Zidan als verkappter Linksaußen in einem Fünfer-Mittelfeld, dazu Diego zentral und Boro über rechts (alle natürlich rochierend…). Dann ist es „nur“ mit Klose als nominellem Stürmer doch ok. Der macht zwei Kopfballtore, dazu ein Freistoß von Diego direkt, dann noch ein Super-Dribbling von Zidan und es steht 4:0. Dann kommt in der 65. Minute Klasnic und haut noch trocken einen rein und Boro setzt den Schlusspunkt mit einem Fernschuss zum 6:0… ;-)

  • Karsten sagt:

    Hehe, sehr gute Idee. So könnte es laufen. Diego soll ja auch nicht der ultimative Goalgetter sein. Von daher macht die Variante mit Zidan vielleicht wirklich Sinn. Mehr dazu in den nächsten Tagen in Spielsystem #2 ;).

  • Stefan (Weltsicht Südtribüne) sagt:

    Schöne Diskussion. Ist das Zufall, dass die ausgerechnet in einem Werder-Blog stattfindet?

    Argumentation pro 4-5-1 klingt schlüssig, auch vor dem Hintergrund des Valdez-Verkaufs und der Diego-Verpflichtung. Kleine Frage am Rande: Wie sähe Arsenals 4-1-4-1 bei Euch aus? Oder setzt Schaaf auf zwei Defensive im Mittelfeld, um Druck von der Abwehr zu nehmen?

  • Horst sagt:

    Werder und das beste Mittelfeld? Sehe ich nicht so. Bayerns Mittelfeld zum Beispiel ist nicht nur mindestens genau so stark, sondern auch dreimal so tief. Was ist denn bei uns los, wenn sich der Frings mal verletzt? Dann geht plötzlich kaum noch was. Da ist dann nämlich keiner mehr. Für Europa, und dass muss unser Anspruch sein, muss die Bank einfach tiefer werden.

  • Karsten sagt:

    @ Horst:
    Du hast vollkommen Recht. Meiner Meinung nach spielt Frings eine wichtigere Rolle als zum Beispiel Micoud. Im Grunde genommen ist er der wirkliche Spielmacher, der die Nahtstelle zwischen Abwehr und Angriff darstellt, da er das Spiel vor sich hat und die Angriffe von hinten heraus einleitet. Wer aufmerksam meine Posts verfolgt hat, wird feststellen, wen ich als Frings-Vertreter (im Falle eines Ausfalls) sehe. Da ist zum Einen Frank Baumann, der zuletzt leider großes Verletzungspecht hatte, und zum anderen der vielfach unterschätzte Andreasen. Die beiden können dieses Rolle – gegegebenenfalls gemeinsam – ausfüllen. Und mal ganz ehrlich: wenn der Hargreaves bei den Bayern ausfällt, geht bei denen auf dieser Position auch die Qualität verloren. So „tief“ ist sie bei den Bayern auch nicht besetzt. Gerade in Hinblick auf den Weggang von Ballack.

    @ Stefan:
    siehe hier!

  • WERDERBLOG.NET - SV Werder Bremen Weblog » Spielsystem #2: 4-1-4-1 sagt:

    […] Die Abwehr wird wie beim 4-5-1 gebildet. Links spielen Womé oder Schulz, in der Mitte Naldo, Pasanen, Fahrenhorst und / oder Baumann und auf der rechten Seite (danke für den Hinweis Nikolas) Owomoyela oder Clemens Fritz. […]

  • Horst sagt:

    Naaaaaja…
    also wenn bei den Bayern Hargreaves ausfällt, wäre da beispielsweise noch ein Demichelis, der die Position auch spielen kann. Und kuck mal, was bei Bayern im Mittelfeld alles ist, wenn Deisler fit ist. Schweinsteiger, Hargreaves, Demichelis, Deisler, Karimi, Dos Santos, Ottl, Scholl, Salihamdzic… Zur Not könnten die auch einen Santa Cruz im Mittelfeld spielen lassen, wie gegen Stuttgart gesehen. Also in der Tiefe unterscheiden sich Werder und Bayern schon extrem!

  • Karsten sagt:

    Jedem seine Meinung, aber das sehe ich anders. Schweinsteiger, Salihamidzic und ein fitter Deisler sind mit Werders Mittelfeld vergleichbar. Scholl ist (wie der Kaiser gestern schon sagte) über seinen Zenit. Demichelis nicht kreativ genug. Karimi, Dos Santos unt Ottl müssen sich erst noch beweisen. Hinter diesen Namen muss Werder sich wahrlich nicht verstecken…

  • WERDERBLOG.NET - SV Werder Bremen Weblog » Spielsystem #3: 4-4-2 sagt:

    […] Nachdem ich die zwei möglichen neuen Spielsysteme 4-5-1 und 4-1-4-1 vorgestellt habe, fällt es mir jetzt wirklich schwer ein weiteres erfolgsversprechendes Konzept aus dem Ärmel zu schütteln. Schließlich bleibt auch nicht mehr ganz viel übrig, da wir uns wohl einig sind, dass Werder auf jeden Fall weiterhin die 4er-Abwehrkette spielen muss. Die einstudierte Abseitsfalle funktioniert in den meisten Fällen ganz gut und außerdem kommt die Spielweise dem Offensivdrang der Mannschaft entgegen. Und seien wir mal ehrlich: zurzeit haben die Verteidiger nicht die Form (oder Klasse?!), um wirklich Mann-gegen-Mann verteidigen zu können. […]

  • fahrrad sagt:

    Dies ist ein großer Ort. Ich möchte hier noch einmal.

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